Haus & Garten

Aufkleber entfernen – schnell und rückstandslos

Egal ob auf neugekauften Gläsern für die Küche, dem gerade erstandenen Gebrauchtwagen oder dem Schreibtisch im Kinderzimmer – nervige Aufkleber gibt es fast überall. Die meisten Menschen sind von den kleinen Kleberchen genervt und versuchen deshalb diese zu entfernen. Und das Ganze möglichst rückstandslos. Spezialmittel gibt es dafür extra im Baumarkt zu kaufen. Viele dieser Mittel sind zwar äußerst wirksam aber meist gar nicht notwendig. Denn Sie können auch mit einfachen Hausmitteln Aufkleber entfernen.

Es kommt auf den Untergrund an!

Aufkleber werden auf die unterschiedlichsten Materialien geklebt. Und darauf kommt es in Sachen Haftkraft an. Denn nicht auf jeder Oberfläche haften Aufkleber gleich gut. Besonders gut halten Aufkleber auf spiegelglatten Oberflächen wie Autolack, Porzellan oder Glas. Das liegt daran, weil durch die glatte Oberfläche eine sehr große Kontaktfläche zwischen Untergrund und Aufkleber entsteht. Auf porösen Materialien dagegen, wie Stein oder unbehandeltem Holz, lassen sich Aufkleber oft ganz ohne Mittel entfernen. Doch nicht nur der Untergrund ist entscheidend. Auch der verwendete Kleber am zu entfernenden Etikett oder Sticker hat großen Einfluss in Sachen Haftkraft und wie gut Sie ihn lösen können. Denn nicht jeder Klebstoff haftet gleichstark und vor allem lässt sich nicht jeder mit demselben Mittel lösen. Äußerlich ist die Art des verwendeten Klebstoffes nicht erkennbar, deshalb heißt es ausprobieren!

Bild Haartrockner

Besonders schonend: Wärme

Lassen sich Aufkleber von der Oberfläche nicht einfach abziehen, müssen Sie zu Hilfsmitteln greifen. Dabei möglichst mit dem schonendsten Mittel anfangen. Denn Porzellan, Autolack oder die teueren Weingläser sollen ja schließlich nicht beschädigt werden. Äußerst schonend und dabei oft sehr wirksam ist das Erwärmen der Aufkleber. Am besten geht das mit einem normalen Fön aus dem Bad.

ACHTUNG: Keinesfalls einen Heissluftfön nutzen!

Die Geräte entwickeln eine viel zu starke Hitze und können beispielsweise Kunststoffe oder Autolack stark beschädigen. Den Fön aus dem Badezimmer dazu einfach etwa eine Minute lang auf den zu entfernenden Aufkleber richten und anwärmen. Danach sofort versuchen, ihn abzuziehen. Tut sich nun immer noch nichts, kommt ein weiteres Hausmittel zum Einsatz.

Spülmittelwasser wirkt wahre Wunder

Besonders bewährt für das Ablösen von Etiketten auf Gläsern und Kunststoffen hat sich das Einweichen mit lauwarmem Wasser und einem Schuss Spülmittel. Manche Klebstoffe sind wasserlöslich und lassen sich nun einfach abwischen. Wollen Sie aus diese Weise nicht von Hand Aufkleber entfernen, können Sie Gläser oder Porzellan einfach in die Spülmaschine geben. Ist der verwendete Kleber wasserlöslich oder gibt reagiert er auf Wärme, fällt er während des Spülvorgangs einfach ab. Die können ihn danach einfach aus dem Sieb der Spülmaschine sammeln.

Nicht wasserlöslich – was nun?

Hat das alles nicht gewirkt, kann es sein, dass der verwendete Klebstoff wasserunlöslich ist. Vor allen Dingen bei Aufklebern, die im Außenbereich aufgeklebt werden sollen (wie beispielsweise am Auto) , muss das so sein. Ansonsten würden die Aufkleber schon nach dem nächsten Regenschauer abfallen. Doch womit nun die nervigen Aufkleber entfernen? Nun kommen Terpene zum Einsatz. Den meisten Menschen dürfte der Begriff „Terpen“ in Zusammenhang mit dem Lösungsmittel Terpentin bekannt vorkommen.

Doch Sie müssen nicht gleich zur Chemiekeule greifen. Denn natürliche Terpene kommen beispielsweise in Orangen-Öl in relativ hoher Konzentration vor. Den Aufkleber einfach mit ein paar Tropfen des Orangen-Öls benetzen und anschließend versuchen, abzuziehen. Orangen-Öl ist übrigens nicht nur ein bewährtes Hausmittel für das Lösen von Klebstoffen. Es findet auch Anwendung in industriellen Klebstoff-Lösemitteln.

Bild Öl

Aufkleber entfernen – Fett frei!

Analog zu wasserlöslichen Klebstoffen gibt es auch Kleber, die sich mit Fetten lösen lassen. Um diese Stoffe zu lösen, müssen Fette oder fettlösende Seifen eingesetzt werden. Doch Vorsicht! Fette sollten keinesfalls auf Oberflächen genutzt werden, die diese aufnehmen. Beispielsweise nicht versiegelte Holzoberflächen nehmen aufgetragene Öle sehr schnell auf. Folge sind unerwünschte Fettflecken, die sich nicht einfach wegwischen lassen. Auf Kunststoffen, Glas oder Porzellan ist der Einsatz von Speiseöl als Klebstofflöser dagegen vollkommen unbedenklich. Haben Sie mal kein Öl zur Hand, können Sie analog dazu ein paar Tropfen fettlösende Seife auf den zu entfernenden Aufkleber geben. Ist der Klebstoff fettlöslich, müsste sich der Aufkleber nach ein paar Minuten einfach abziehen lassen.

Ran an Klebstoffreste

Hat sich der Aufkleber durch eines der vorgenannten Hausmittel entfernen lassen, können dennoch Klebstoffreste auf dem Untergrund übrigbleiben. Vor allem auf Glas-, Porzellan- oder Lackflächen fallen diese Stellen dem aufmerksamen Betrachter unschön ins Auge. Also müssen die Reste nun auch noch entfernt werden. Dazu einfach ein Stück Klebestreifen wie beispielsweise Tesafilm auf die Reste aufkleben und nach gleichmäßigem Andrücken langsam abziehen. Haben Sie mal keine Klebestreifen zur Hand, können Sie auch einen einfachen Radiergummi als Wunderwaffe einsetzen. Dafür den Gummi mit leichtem Druck über die Klebstoffreste ziehen und die unschönen Flecken auf wundersame Weise wegradieren.

Bild Zitronensäure

Aufkleber entfernen – Spezialmittel und Säuren

Haben die seichten Hausmittel allesamt nicht geholfen, müssen Sie zu „härteren“ Maßnahmen greifen. In solchen Fällen sind Etikettenlöser oder Säuren, wie beispielsweise Essigessenz oder Zitronensäure, das Mittel der Wahl. Sowohl bei den Mitteln aus dem Fachhandel als auch bei den Säuren jedoch immer darauf achten, auf welchen Oberflächen diese Mittel eingesetzt werden und wie empfindlich diese sind. Denn was nutzt ein gelöster Aufkleber, wenn die Oberfläche in der Umgebung zerstört ist?

Bildernachweis:
Titelbild – Klebereste Urheber: tupungato / 123RF Lizenzfreie Bilder
Haartrockner Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Öl Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Zitronensäure Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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