Gesundheit

Bitterer Geschmack im Mund: Ursachen und schnelle Hilfe

Bitterer Geschmack im Mund gehört mittlerweile zu häufig angegeben Beschwerden im Alltag. Die möglichen Ursachen hierfür sind sehr vielfältig und können von hormonellen Störungen, diversen Lebensmitteln bis hin zu ernsten Erkrankungen reichen. Eine Abklärung ist in jedem Fall sinnvoll und sollte so kurzfristig und früh wie möglich erfolgen.

Bitterer Geschmack nach dem Aufstehen

Viele Menschen leiden vermehrt morgens nach dem Aufstehen an einem bitteren Mundgeschmack. Eine Ursache hierfür können Bakterien sein, die sich über Nacht unter der Zunge ansammeln. Da während des Schlafens weniger Speichel produziert wird, ist die Mundhöhle nicht so gut befeuchtet wie tagsüber und Bakterien können sich mit ihren toxischen Gär- und Fäulnisgasen hartnäckiger festsetzen. Der unangenehme Geschmack sollte jedoch kurzfristig verschwinden, wenn man einen Schluck trinkt und sich regelmäßig die Zähne putzt. Sollten die Beschwerden darüber hinaus dauerhaft anhalten, muss eine Entzündung der Zähne und des Zahnfleisches beim Zahnarzt abgeklärt werden.

Bild Zähne putzen

Die tägliche Ernährung

Bestimmte Lebensmittel, die von Natur aus Bitterstoffe enthalten, fördern einen bitteren Geschmack in der Mundhöhle. Hierzu zählen Nüsse wie Mandeln, Pinienkerne aber auch Endiviensalat. Diesen Lebensmitteln wird zwar ein positiver Einfluss auf die Verdauung nachgesagt, doch kann ein bitterer Geschmack als Nebenwirkung trotzdem als sehr lästig empfunden werden.

TIPP: Um nicht auf diese gesunden Lebensmittel verzichten zu müssen, kann nach dem Verzehr ein Kaugummi oder reichliches Trinken von Flüssigkeit helfen, die Nachwirkungen zu lindern bzw. zu verzögern.
Auch nach dem Genuss von Nikotin oder Kaffee im Alltag kann ein bitterer Geschmack auftreten. Wer nicht darauf verzichten kann, greift häufiger zur Zahnbürste oder spült sich den Mund besser mehrmals täglich gründlich mit einer entsprechenden Mundspülung aus.

Hormonelle Störungen als mögliche Ursache

Besonders während der Schwangerschaft oder in der Menopause gerät der Hormonhaushalt durcheinander. So kann auch ein bitterer Geschmack im Mund durch die hormonelle Umstellung häufiger auftreten und durch die gesamte Schwangerschaft bzw. die Dauer der Wechseljahre hindurch immer wieder auftreten. Der vermehrte Abbau von Hormonen ist die Ursache für diese unangenehme Symptomatik. Doch ist das Baby erst geboren bzw. der Hormonhaushalt am Ende der Wechseljahre erfolgreich umgestellt, verschwinden die Beschwerden von selbst wieder. Glücklicherweise verschaffen hier erfrischende Bonbons wie Pfefferminz oder Zitrone bis dahin schnelle Abhilfe.

Bild Medikamente

Einnahme von Medikamenten

Eine bekannte und häufige Nebenwirkung von Medikamenten ist ein bitterer Geschmack im Mund. So sind Menschen hiervon betroffen, die Antibiotika einnehmen oder auch Diabetiker. Die Einnahme der Tabletten führt zur Veränderung der Magensäure, die dann, ähnlich wie beim Sodbrennen, bitter aufgestoßen wird.
ACHTUNG: Auch lithiumhaltige Antidepressiva und Medikamente zur Regulierung des Blutdrucks zeigen regelmäßig diese Nebenwirkung.
Lässt sich der Geschmack nicht durch viel Trinken und Bonbons dauerhaft bekämpfen, sollte der Arzt vor Ergreifung weiterer Maßnahmen konsultiert werden. Eventuell kann die Umstellung auf ein besser verträgliches Medikament die Lösung des Problems sein.

Vitaminmangel

Stellt der Körper einen Mangel an Vitamin B-12 oder Zink fest, kann bitterer Geschmack in der Mundhöhle ein Indikator hierfür sein. Möchte man selbst etwas gegen diesen Mangel tun, kann eine Umstellung der Ernährung helfen. Besonders gut geeignet sind Weizenkeime, Erdnüsse, Zartbitterschokolade aber auch tierische Produkte wie Lamm, Leber oder Rinderbraten. Um allerdings eine ernsthafte Störung mit weitreichenderen Folgen und Ursachen ausschließen zu können, kann ein Bluttest beim Hausarzt die genauen Werte bestimmen und belegen, ob es sich tatsächlich um einen Vitaminmangel handelt.

Bild Kaffee trinken

Reflux von Magensäure

Ein saurer Reflux sorgt in der heutigen Wohlstandsgesellschaft sehr häufig für Unwohlsein. Bitterer Geschmack kann ein Indiz dafür sein, dass die Salzsäure aus dem Magen wieder in die Speiseröhre zurückläuft. Dies geschieht häufig nach dem Genuss üppiger Speisen, die zudem sehr fetthaltig sind. Aber auch Alkohol oder Kaffee -besonders am Abend- können diese Beschwerden hervorrufen. Außerdem sorgen Stress und unregelmäßige Mahlzeiten für eine Störung des Verdauungssystems und können das Aufstoßen fördern.

Typisch für diese Erkrankung ist das regelmäßige Auftreten besonders im Liegen.

WICHTIG: Liegt der Verdacht auf die Refluxerkrankung nahe, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da ernsthafte Folgeschäden ausgeschlossen werden sollten.
Unentdeckt und unbehandelt kann der Reflux nämlich zu chronischem Hustenreiz und häufig auftretenden Infekten führen. Auch die Zähne können von der dauerhaften Beeinträchtigung durch die Säure Schaden nehmen und sollten daher besonders gepflegt werden.

Seelische Ursachen und Stress

Nicht nur körperliche Krankheiten können die Ursache für unangenehmen Geschmack im Mund sein. Auch seelische Verletzungen und Beeinträchtigungen wie Stress, Trauer oder psychische Erschöpfung können dieses Symptom hervorrufen.
ACHTUNG: Bei dauerhaftem seelischem Schmerz wird das Nervensystem extrem beeinträchtigt.
Dies kann Störungen bei der Reizleitung zwischen dem Gehirn und der Nerven zur Folge haben. Somit kann auch die Geschmackswahrnehmung gestört sein und ein bitterer Geschmack wird erzeugt.

Das seelische Wohlbefinden kann regelmäßig nur durch Gespräche mit Experten, Ärzten und Therapeuten diagnostiziert werden. Daher ist hier ein offener Umgang mit der Problematik notwendig und sollte in erster Linie mit dem zuständigen Hausarzt besprochen werden. Im Anschluss daran kann eine medikamentöse oder psychologische Behandlung gestartet werden.

Bild Pfefferminztee

Schnelle Abhilfe schaffen mit Hausmitteln

Tritt ein bitterer Geschmack im Mund das erste Mal auf, kann man die Beschwerden mit erfrischenden Bonbons und viel Wasser schnell lindern. Auch das Trinken von frischen Tees (wie Pfefferminz, Melisse, Salbei oder Zitronengras) kann schnelle Besserung hervorrufen. Hieraus können zusätzlich natürliche Mundspülungen gewonnen werden. Sobald der unangenehme Geschmack auftritt, kann mit dieser Flüssigkeit der Mund großzügig ausgespült werden.

Außerdem eignen sich alle Lebensmittel, die den Speichelfluss anregen, sehr gut für eine effektive Bekämpfung des bitteren Geschmacks im Mundbereich. Für die Zahnpflege sind Zahncremes mit Menthol oder Pfefferminz geeignet, aber auch Natron kann für die Mundhygiene verwendet werden, da es die Speichelproduktion zusätzlich anregt. Heilpraktiker schwören außerdem auf die Verwendung von kolloidalem Silber.

Alles in allem kann ein bitterer und angenehmer Geschmack im Mundbereich sehr vielfältige Ursachen haben und bedarf einer ärztlichen Kontrolle, wenn die Symptome sehr häufig bis täglich auftreten. Hierfür ist ein offener Umgang mit der Problematik sehr wichtig und nur so können ernsthafte Erkrankungen schnell ausgeschlossen werden.

Bildernachweis:
Titelbild – Zunge Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Zähne putzen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Medikamente Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Kaffee trinken Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Pfefferminztee Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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