Haus & Garten

Blauregen schneiden: So geht es richtig

Blauregen ist eine beeindruckende Kletterpflanze. In vielen heimischen Gärten wird sie jedes Jahr aufs neue bewundert. Allerdings benötigt sie einen ganz besonderen Schnitt, der zwei Mal im Jahr vollzogen werden sollte. Beim Blauregen schneiden kann allerdings auch so vorgegangen werden, dass die Pflanze bereits nach einigen Jahren ihre Krone selbst tragen kann. Wie Sie beim Blauregen schneiden richtig vorgehen und welche Schnitte es bei der Erziehung der wunderschönen Pflanze gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Blauregen schneiden im Spätsommer: Erster Schnitt

Der erste Schnitt beim Blauregen erfolgt im Spätsommer. Hier steht vor allem die Auslichtung und Verschneidung im Fokus. Schließlich sollen sowohl Luft, als auch Licht alle Teile des Strauchs erreichen können. Außerdem wird mit dem ersten Schnitt sichergestellt, dass der Blauregen im Herbst die nötige Kraft hat, Knospen für die nächste Blütezeit anzulegen.

INFO: Der erste Schnitt im Spätsommer sollte allerdings erst dann erfolgen, wenn die Blütezeit des Blauregen beendet ist. Dies Zeit beginnt meist zwischen Ende Juli und Anfang August und erstreckt sich über einen Zeitraum zwischen sechs und acht Wochen.
WICHTIG: Da Alkaloiden giftig sind, sollten vor dem Schnitt Handschuhe und langärmlige Kleidung angelegt werden.
Danach können junge und abgeblühte Triebe über dem vierten Auge komplett beschnitten werden. Auch überalterte und wuchernde Äste werden radikal bis zum Stamm geschnitten. Die alten, giftigen Fruchtstände gehören ebenfalls entfernt.

Letztendlich sollten alle dichten Astpartien entfernt sein, sodass die unteren Blätter und Triebe wieder Licht erhalten. Da für eine üppige Blüte viel Energie notwendig ist, die von den Blättern ausgeht, sollten möglichst alle Blätter des Blauregen einen Zugang zum Licht haben.

Auch die bodennahen Triebe, die aus dem Wurzelstock wachsen, sollten Sie möglichst komplett entfernen.

Bild Blauregen Spätwinter

Blauregen schneiden im Spätwinter: Zweiter Schnitt

Beim zweiten Schnitt im Spätwinter liegt das Augenmerk besonders auf den Kurztrieben. So kann Einfluss darauf genommen werden, wie viele Blütentrauben des Blauregen im Frühjahr zum Vorschein kommen.

Im späten Winter beziehungsweise im zeitigen Frühjahr werden langsam die Knospen des Blauregen schwellen. Nun ist es an der Zeit, den Blauregen zu schneiden. Dabei ist allerdings die Witterung entscheidend.

TIPP: Am besten eignen sich nämlich trockene, bedeckte und frostfreie Tage Ende Februar bis Mitte März.

Für eine üppige Blütenpracht werden dann die bereits im Spätsommer gekürzten Triebe ein weiteres Mal beschnitten. Dabei sollten lediglich zwei bis drei Knospen übrig bleiben. Die Knospen befinden sich vor allem an der Basis der Kurztriebe. Sie lassen sich gut erfühlen, da sie dicker sind als Blattknoten.

Mit den Jahren werden die Enden an den Kurztrieben immer dicker und sorgen so für besonders viele Blüten. Allerdings verringert sich die Blühwilligkeit der alten Kurztriebe nach einiger Zeit. Dann weichen die alten Triebe auf den Stamm aus und schaffen so neuen Platz für junge Zweige. Diese werden dann zwei Mal im Jahr mit der beschrieben Schnittweise verschnitten.

Jungen Blauregen schneiden: Erziehungsschnitt an Rosenbogen und Pergola

Junger Blauregen sorgt besonders entlang einer hübschen Rankhilfe für außergewöhnliche Blütenbilder. Viele Hobbygärtner verwenden deshalb für den Blauregen Rosenbögen oder Pergola. Damit sich die Pflanze allerdings auch hält, muss die Erziehung bereits dann erfolgen, wenn der Blauregen noch im Aufbau ist. Später sind Rankhilfen aus stärkerem Material sinnvoll, da nur so das Gewicht der Pflanze gestemmt werden kann.

Um die junge Pflanze zu erziehen, werden die beiden Hauptstämme in Spiralform an die Kletterhilfe angebunden. Um die Blütenbildung zu fördern, sollte allerdings ein Saftstau hervorgerufen werden. Dies geschieht, indem die Hauptstämme im späten Sommer auf etwa einen Meter gekürzt werden. Jungtriebe, die aus den Haupttrieben sprießen, werden entlang des Rosenbogen oder der Pergola entlang geleitet. Im Spätsommer und -winter werden diese dann wie bereits beschrieben gestutzt.

Bild Gartenschere

Jungen Blauregen schneiden: Erziehungsschnitt an Wandspalier

Blauregen sorgt allerdings auch an einem stabilen Wandspalier für eine überaus harmonische Optik. Die Erziehung kann dabei sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung erfolgen – beides sorgt bei einem fachgerechten Schnitt für eine besondere Kulisse.

Um den Blauregen zu schneiden wird zunächst der stärkste Trieb zum Stamm ausgewählt. Dieser wird auf eine Höhe von 70 bis 90 Zentimeter gestutzt. Alle vorhandenen Seitenäste werden vom Stamm entfernt. Der gekürzte Leittrieb allerdings wird an die Rankhilfe angebunden. Im Sommer werden dann also nur zwei Seitentriebe stehen gelassen. Diese lassen sich dann im 45 Grad Winkel an das Spalier angebunden.

INFO: Zwischen Juli und August werden beide Seitenzweige dann auf etwa 10 bis 15 Zentimeter gekürzt.
Beim zweiten Schnitt wird dagegen der Leittrieb gekürzt. Dies erfolgt oberhalb der obersten Verzweigung – etwa 80 Zentimeter entfernt. Im nächsten Sommer werden wiederum zwei Seitentriebe schräg nach oben geleitet und die Verzweigung auf 15 Zentimeter gekürzt. Störende und überflüssige Zweige werden vom Stamm getrennt.

Bis sich am Blauregen die gewünschte Anzahl an Seitenästen befindet, werden diese Schnitt-Regeln jährlich befolgt. So wird das Spalier ideal begrünt. So endet die Erziehung bei einem veredelten Blauregen mit etwa drei bis vier Jahren. Bei einem sämlings-vermehrten Blauregen dauert die Erziehung hingegen circa sieben bis zehn Jahre.

Bild Hochstamm

Jungen Blauregen zum Hochstamm erziehen

Blauregen ist zwar eine Kletterpflanze, er kann allerdings nach einiger Zeit seine Krone auch selbst tragen. Dafür muss das Gehölz jedoch zu einem Hochstamm erzogen werden. Beim Blauregen schneiden muss der jungen Pflanze jedoch dabei geholfen werden, einen kräftigen Stamm zu entwickeln. Deshalb wird der Leittrieb in den ersten Jahren mit drei Pfosten gestützt, die bereits über die Höhe des späteren Hochstamms verfügen.

Im Frühjahr wird der Leittrieb eines veredelten Blauregens um ein Drittel gekürzt. Gleichzeitig werden die drei Pfosten um den Leittrieb herum in die Erde geschlagen. Mit Bindematerial wird der Leittrieb dann an den Pfosten befestigt. Außerdem werden alle Seitentriebe – bis auf drei oder vier Hauptäste – vom Stamm entfernt.
Für die gewünschte Kronenform werden dann die Hauptäste mit Draht fixiert. Dies sollte so lange bestehen bleiben, bis sie die ersten Seitenzweige tragen. Diese neuen Äste werden im nächsten Spätsommer um die Hälfte gekürzt. Außerdem wird der Leittrieb parallel zum Wachstum angebunden.

Normalerweise sollte der Leittrieb nach etwa zwei Jahren die optimale Höhe für einen Hochstamm erreicht haben. Zwischen Februar und März werden dann alle Triebe – die bereits im Spätsommer beschnitten wurden – auf etwa zwei Knospen gekürzt. Danach sollten alle Seitentriebe regelmäßig vom Stamm entfernt werden. Vor allem solche, die nicht zur Gestaltung der Krone beitragen.

Bildernachweis:
Titelbild – Blauregen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Gartenschere Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Blauregen am Hochstamm Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

Voriger Artikel

So findest du die richtige Bettwäsche

Nächster Artikel

Kletterrosen schneiden: So geht es richtig