Tiere

Marder vertreiben

Ob im Haus oder im Auto, Marder richten meist erhebliche Schäden an. Um einen Marder vertreiben zu können sollten Sie in jedem Fall davon absehen, ihn mit einer Falle oder gar mit bloßen Händen einzufangen. Wie Sie es trotzdem schaffen, einen Marder zu vertreiben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ein Marder im Haus

Befindet sich ein Marder in Ihrem Haus, haben sie das bestimmt schon an lautem Gepolter im Dachgeschoss gemerkt. Marder nisten sich nämlich meist am Dachboden ein und gelangen bereits durch Öffnungen mit einem Durchmesser von sieben bis zehn Zentimeter dorthin.

Aber nicht nur der Lärm ist störend – auch ihr Geruch kann sich auf lange Sicht im ganzen Haus verteilen. Dieser Geruch entsteht aufgrund der Hinterlassenschaften eines Marders und durch verwesende Tiere, die vom Marder angeschleppt werden.

Zudem können sie enorme Schäden am Haus anrichten. Marder beißen sich nicht selten durch die Unterspannbahn und sorgen so dafür, dass die darunterliegende Isolierung nass wird. Die Isolierung verliert ihre Dämmwirkung und es kann zu erhöhten Heizkosten kommen.

Den Marder einfangen lassen

Um einen Marder zu vertreiben, bieten sich einige Möglichkeiten an.

Besonders wichtig dabei ist, dass Sie das Tier bei dem Versuch es loszuwerden, nicht töten oder fangen, da es dem Jagdgesetz unterliegt und dies somit eine Straftat wäre. Auch Schädlingsbekämpfer sind in der Regel NICHT berechtigt, Marder einzufangen oder zu töten.

Gefangen werden darf der ungebetene Gast ausschließlich, mittels einer Kastenfalle und einem Köder von Jägern oder speziell ausgebildeten hauptberuflichen Stadtfängern. Diese agieren jedoch ausschließlich zwischen dem 16. Oktober und dem 28. Februar, da die Tiere für die restliche Zeit des Jahres, aufgrund ihrer Jungtiere, geschützt sind.

Bild Schellenwecker

Mit Geräuschen einen Marder vertreiben

Marder sollen sehr sensibel auf laute Geräusche reagieren. Dies können Sie sich mit verschiedenen Mitteln zunutze machen. So kann es in manchen Fällen sogar schon reichen, wenn Sie einen Radio oder einen Schellenwecker auf dem Dachboden aufstellen, der den Marder tagsüber am Schlafen hindert. Auch ein regelmäßiges geräuschvolles Betreten des Dachbodens und ein eventuelles Verrutschen der Möbel kann das Tier zu einem Auszug bewegen.

Eine einfachere Möglichkeit, einen Marder zu vertreiben, ist die sogenannte Marderscheuche. Diese Marderscheuche sendet Geräusche im Ultraschallbereich, die für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. Für den Marder hingegen sind die Ultraschallgeräusche eher unangenehm und können ihn vertreiben.

Einen Marder vertreiben: Mit menschlichen und tierischen Gerüchen

Im Handel gibt es bereits eine spezielle Anti-Marderpaste, die den ungebetenen Gast vertreiben soll. Aber auch hier gibt es Hausmittel, die bereits in einigen Fällen geholfen haben sollen. Marder haben empfindliche Nasen und mögen vor allem den menschlichen Geruch nicht. Sollten Sie sich also dafür entscheiden, Ihren Dachboden regelmäßig und lautstark aufzusuchen, können Sie zudem ein Parfüm oder duftende Putzmittel im Dachgeschoss verteilen.

TIPP: Aber auch Hundehaare in einem Nylonstrumpf aufgehängt, Mottenkugeln oder ein Lappen mit dem Geruch von Tierurin sollen, wie auch die Anti-Marderpaste, ein Vergrämungsmittel sein.

Bild Äste kürzen

Den Marder auf lange Sicht loswerden

Wenn Sie den Marder vertreiben möchten und das am Besten für immer, sollten Sie den Unruhestifter nicht nur einmalig aus Ihrem Haus schaffen, sondern dafür sorgen, dass er keine Möglichkeit mehr findet, in Ihr Haus einzudringen. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass ein verjagter Marder nach Wochen oder Monaten wieder zurückkehrt oder sich gar ein neuer Marder bei Ihnen einnistet.

Um das zu verhindern, lohnt es sich, alle möglichen Einschlupfstellen stabil und sorgfältig zu verriegeln. Wichtig ist dabei nur, dass sich kein Marder mehr auf dem Dachboden befindet, damit dieser nicht qualvoll verhungert oder nach anderen Auswegen sucht und damit noch mehr Schaden anrichtet. Zwischen März und Juli sollte von einer Verriegelung der Einschlupfstellen abgesehen werden, da sich zu diesem Zeitpunkt möglicherweise Jungtiere auf Ihrem Dachboden befinden.

Zunächst sollten Sie die möglichen Einschlupfstellen für Marder ausfindig machen. Dies gelingt Ihnen, indem Sie den Dachboden selbst nach Spuren absuchen. Auch an der Fassade, an Regenrinnen oder an Bäumen, die direkt an das Haus angrenzen, ist es empfehlenswert nach Kratzspuren Ausschau zu halten, da sich diese meist in der Nähe der Einschlupfstelle befinden.

Ist der Marder noch im Haus, können Sie zudem eine geharkte Sandfläche um das Haus herum schaffen, um eventuelle Fußspuren des Marders ausfindig zu machen, die Sie dann zu einer Einschlupfstelle führen können.

Sind die Einschlupfstellen gefunden, können Sie diese mit Maschendraht oder einem speziellen Gerät, das ähnlich wie ein Elektrozaun funktioniert, verschließen. Damit Sie auch wirklich sicher sein können, dass es kein Marder mehr in Ihr Dachgeschoss schafft, können Sie einige weitere Vorkehrungen treffen:

  • Äste die von naheliegenden Bäumen zum Dach hängen kürzen
  • Rankhilfen sowie Kletterpflanzen kürzen
  • Mauern sowie Palisaden die zum Dach führen mit Drahtspiralen sichern
  • Regenfallrohre mit Drahtspirale sichern
  • Anbauten mit Elektrozäunen sichern

Bild Marder im Schnee

Den Marder vom Auto fernhalten

Warum Marder in die Motorräume von Autos klettern ist nicht genau klar – wahrscheinlich aber, aufgrund der Abwärme des Motors. Hat sich bereits ein Marder im Motorraum befunden und diesen als sein Revier markiert, können immer wieder Marderschäden auftreten. Grund dafür ist, dass andere Marder den Wagen ebenfalls als ihr Revier markieren werden. Dabei können enorme Schäden entstehen: Isoliermaterial, Schläuche und Kabel werden durchgebissen und die Reparaturkosten die Sie zahlen müssen, steigen in die Höhe.

Um Marder vom Wagen fernhalten zu können gibt es einige Möglichkeiten, die auch im Haus funktionieren. So können Sie in Ihrem Auto eine Marderscheuche anbringen, die mit Ultraschallgeräuschen die Tiere fern hält. Auch menschliche oder tierische Gerüche, wie Hundehaare oder Tierurin können einen Marder vertreiben.

Eine weitere Möglichkeit, den Marder zu vertreiben oder ihn erst gar nicht an das Auto heranzulassen, ist, ein engmaschiges Drahtgitter nach dem Parken unter der Motorhaube zu platzieren. Marder sind sehr vorsichtig und betreten diesen löchrigen Untergrund nicht. Auch spezielle Geräte die in den Motorraum gelegt werden und Elektroschocks abgeben, wenn sich ein Marder in den Motorraum Ihres Autos begeben will, können verwendet werden. Achten Sie dabei auf die Stärke der Stromstöße – Sie wollen den Marder schließlich vertreiben und nicht töten.

Bild Motor

Einen Marderschaden am Auto: Was nun?

Haben Sie bereits einen Marderschaden an Ihrem Wagen, befindet sich wahrscheinlich auch eine Duftmarke des Marders im Motorraum. Um diese loszuwerden, sollten Sie eine Auto- und Motorwäsche durchführen und im gegebenen Fall zur auch die Garage oder die Parkfläche gründlich reinigen. Dadurch können Sie vermeiden, dass andere Marder ihre eigene Duftmarke am Auto hinterlassen wollen. Spezielle Mardervergrämungssprays können Sie nach der Motorreinigung im Motorraum versprühen, um mögliche erneute Marderschäden zu vermeiden.

Fazit

Es kann zeitaufwendig sein, einen Marder zu vertreiben, da oftmals verschiedene Methoden angewendet werden müssen. Dieser Aufwand lohnt sich aber in den meisten Fällen und ist nichts im Vergleich zu den Schäden, die ein Marder im schlimmsten Fall anrichten kann. Es bieten sich einige Mittel und Wege an, einen Marder zu vertreiben, die zum Teil recht kostengünstig sind. Um eingene Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie das Einfangen eines Marders unbedingt einem Jäger überlassen, der weiß was er tut und die Schonzeiten der Tiere einhält.

Bildernachweis:
Titelbild – Marder Urheber: creativenature / 123RF Standard-Bild
Schellenwecker Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Äste kürzen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Marder im Schnee Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Motor Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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