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Rosen veredeln: so geht es ganz leicht

Sie möchten sich näher mit dem Thema Rosen veredeln beschäftigen, wissen aber noch nicht, wie genau diese Technik funktioniert? Dann sollten Sie diesen Ratgeber lesen, um wunderschöne Rosen zu erhalten.

Warum überhaupt Rosen veredeln?

Rosen sind besonders schöne und ansehnliche Blumen- ob die klassische, rote Rose oder eine andere Farbe- kaum eine Blume strahlt wohl solch eine Erhabenheit und gleichzeitige Eleganz aus. Kein Wunder, dass die Rose gehegt und gepflegt werden möchte. Dazu zählt auch das Veredeln. Doch was genau bedeutet dieses “Veredeln” überhaupt?
Statt Veredeln könnte man auch das Wort “vermehren” einsetzen: möchten Sie also Ihre Rosen vermehren, müssen Sie sie veredeln.
Diese Variante wird vor allem im Profigärtnerbereich angewandt, doch mit ein wenig Übung und dem nötigen Wissen können Sie diese Technik ebenfalls ausprobieren.

Das Ziel der Veredelung ist es, dass eine besonders schöne Rose, die zudem auch gut wächst, auf eine “minderwertige” Pflanze aufgesetzt wird.
Diese Art der künstlichen, vegetativen Vermehrung, wie die Veredlung der Rose auch genannt wird, ist sehr traditionell. Die Rosen zu veredeln ist besonders dann sinnvoll, wenn die Rose zwar oberhalb der Erde schön blüht, aber über ein schwaches Wurzelgeflecht verfügt. Schwache Wurzeln können die ganze Pflanze anfällig für Krankheiten machen.

Bild Wildrosen

Welche Werkzeuge/Hilfsmittel Sie benötigen

Bevor Sie nun zu Werke gehen, sollten Sie zunächst wissen, welche Hilfsmittel Sie benötigen. Des Weiteren werden Ihnen einige Begriffe mit an die Hand gegeben, damit Sie in der nachfolgenden Anleitung alles verstehen.

Zunächst benötigen Sie vor allem drei Dinge, um die Veredelung perfekt zu machen:
  • Ein Okuliermesser
  • Eine Unterlage
  • Ihre Lieblings Edelrose

Das Okuliermesser: beim Okuliermesser handelt es sich um ein ganz spezielles Messer, dass vor allem die Profis benutzen. Das Messer ist mit zwei Klingen ausgestattet und mutet in seiner Form beinahe einem Schweizer Taschenmesser an. Die linke Klinge ist meist eine “normale” Arbeitsklinge, während die rechte Klinge als Okulierklinge bezeichnet wird. Diese Klinge ist besonders scharf und besitzt auf der anderen Seite einen Rindenlöser. Damit können Sie ganz einfach die Rinde lösen, ohne die Pflanze dabei zu verletzen, da der Rindenlöser über keine scharfen Kanten verfügt. Ein solches Messer erhalten Sie im Baumarkt oder Gärtnereifachgeschäft.

Die Unterlage: mit der Unterlage ist keine “Unterlage” im herkömmlichen Sinn gemeint, sondern sozusagen Ihr Fundament, mit dem Sie Ihre Rose veredeln möchten. Hierzu wird eine starke Rosenart verwendet- meistens Wildrosen, da diese über starke Wurzeln und einen gesunden, kräftigen Stamm verfügen. Besonders beliebte Rosenarten, die Sie als Unterlage verwenden können sind beispielsweise “Rosa Canina” (Hundsrose), “Rosa multiflora” (vielblütige Rose) oder “Rosa laxa”. Diese Rosenarten sind sehr “abgehärtet gegen typische Rosenkrankheiten (Rostpilze, Rindenfleckenkrankheiten, Sternrußtau oder Mehltau).

Eine Edelrose zur Veredelung

Als letzten Punkt auf der Liste suchen Sie sich nun eine Rose aus, die Sie vermehren möchten. Ob Sie nun eine Beetrose oder Zwergrose verwenden möchten, liegt ganz bei Ihnen. Sicherlich haben Sie schon eine besondere Rose ins Auge gefasst, die Sie gerne vermehren möchten. Hier müssen Sie auf keine speziellen Dinge achten, sondern können ganz nach Ihrem Geschmack auswählen und sich inspirieren lassen.

Bild Rosen veredeln

Die Anleitung zum Rosen veredeln

Am besten folgen Sie der Anleitung Schritt für Schritt, um Ihre Rosen zu vermehren. Bei der Vorgehensweise ist ein wenig Geschick gefragt, aber Übung macht ja schließlich den Meister. Die Unterlage, also die robuste Rose, die Sie verwenden wollen, sollten Sie zuerst entweder im Herbst oder nächsten Frühjahr einpflanzen. Mit dem Rosen veredeln sollten Sie bis im August warten- so kann die Unterlage gut festwachsen und auch Ihre Edelrose, die Sie vermehren möchten, steht in voller Pracht und Blüte.

Kümmern Sie sich zunächst um einen frischen Trieb aus Ihrer Edelrose. Schneiden Sie einen frischen Trieb ab und entfernen Sie den Blütenkopf, die Stacheln und Blätter. Bei den Rosen muss der Blattstiel aber stehen bleiben, da Sie die “Augen” der Rosen benötigen.

INFO: Die Augen erkennen Sie, wenn Sie grüne oder rote “Pickelchen” auf den Blattstielen der Rosen erkennen. Aus den Augen wachsen die neuen Triebe und Blüten Ihrer veredelten Rosen.

Nun müssen Sie mit Ihrem Okuliermesser ein Auge der Rosen entfernen. Hierfür sollte das Messer sauber und desinfiziert sein. Nachdem Sie den Blattstiel abgebrochen haben, können Sie nun das Auge, welches sich in unmittelbarer Nähe befindet, herausschneiden. Der Schnitt wird knapp oberhalb des Auges angesetzt und verläuft senkrecht nach unten. Klappen Sie dieses Stück nun um und entfernen es. Sie sollten nur das grüne Auge übrigbehalten, denn dies wird in die Unterlage eingesetzt.

Es folgt die Präparierung Ihrer Unterlage, um die Rosen zu vermehren: der Wurzelhals der Rosen sollte freigelegt, gesäubert und desinfiziert werden. Sie müssen nun in den Wurzelhals ein “T” hineinschneiden, die Enden umklappen und das Auge, welches Sie vorher aus der Edelrose herausgeschnitten haben, in diese Tasche einlegen.

WICHTIG: Achten Sie darauf, dass Sie das Auge richtig herum einsetzen, da sonst die Triebe der Rosen falsch wachsen.
Im letzten Schritt klappen Sie die Enden des “T” wieder zu und befestigen diese Stelle mit einem extra Gummiband für Rosen, welches Sie in Baumärkten oder Gärtnereien kaufen können. Bereits im nächsten Frühjahr werden Sie die Triebe der veredelten Rosen entdecken, Sie sollten darauf achten, dass diese nur aus der Stelle sprießen, die Sie veredelt haben, nicht aber aus der Unterlage kommen sollen. Daher sollten Sie alle anderen Triebe der Rosen direkt an der Basis abbrechen, nicht abschneiden. Denn Abschneiden fördert das Wachstum der “überflüssigen” Triebe der Rosen nur noch.

Mit ein wenig Übung wird es Ihnen schon in kurzer Zeit gelingen, Ihre Traum-Rosen zu vermehren und sich an ihren Blüten zu erfreuen.

Bildernachweis:
Titelbild – Edelrosen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Wildrosen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Rosen veredeln Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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