Gesundheit

Schleim im Stuhlgang effektiv behandeln

Veränderungen des Stuhls sehen viele Betroffene als Alarmzeichen an, denn die Angst vor einer ernsten Erkrankung wie Darmkrebs kommt schnell auf. Stuhl wird bei den Verdauungsvorgängen im Darm gebildet. Zu einem hohen Anteil besteht er aus Wasser, während den festen Anteil die unverdauten und unverdaulichen Teile der Nahrung und die Ballaststoffe bilden. Zusätzlich enthält der Stuhl auch abgestoßene Zellen der Darmschleimhaut sowie Schleim. So vielfältig die Ursachen für einen veränderten Stuhl auch sind, Auflagerungen wie Schleim sollten nicht ignoriert werden. Der folgende Beitrag erläutert die Ursachen und die möglichen Gegenmaßnahmen für Schleim im Stuhlgang.

Warum tritt Schleim im Stuhlgang auf? Die vielfältigen Ursachen

Die Gründe für Schleim im bzw. auf dem Stuhl können sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, dass auch eine ernsthafte Erkrankung wie Darmkrebs dahinter steckt. Allerdings muss einem stets bewusst sein, dass viele weitere Ursachen möglich sind, beispielsweise eine chronisch-entzündliche Erkrankung, Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc. Daher ist es wichtig, dass die Entwicklung über einige Tage lang beobachtet wird, um zu prüfen, ob sich die Stuhlkonsistenz wieder einpegelt und der Schleim verschwindet.

Wenn die Auflagerung bestehen bleibt, ist ein ärztlicher Rat empfehlenswert. Grundsätzlich gilt, dass der Schleim im Stuhl allein noch kein aussagekräftiges Symptom ist. Daher wird der Arzt während der Anamnese auch nach weiteren Anzeichen fragen, zum Beispiel Magen-Darm-Schmerzen, einem Gewichtsverlust etc. Bestehen Unklarheiten, können letzten Endes nur eine Darm- und/oder Magenspiegelung Aufschluss geben, ob eine ernste Erkrankung die Ursache für den Schleim ist.

Mögliche Ursachen für Schleim im Stuhlgang und deren Auswirkungen im Überblick

Nahrungsmittelunverträglichkeiten:

  • Verdauungsstörung des Milchzuckers (Laktoseintoleranz): Hier können neben dem Schleim auch Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall auftreten.
  • Die entzündliche Darmerkrankung Glutenunverträglichkeit: Die Symptome sind neben Schleim starker Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Abgeschlagenheit etc. Der Körper reagiert hierbei auf das Klebereiweiß Gluten, das in den meisten Getreidesorten vorkommt.

Entzündliche Darmerkrankungen, die zu Schleim im Stuhl führen können:

  • Morbus Crohn: Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Blut und Schleim im Stuhl etc.
  • Reizdarm: Es kommt zu Bauchschmerzen oder Druckgefühl im Bauch, Durchfall oder Verstopfung, Flatulenz (gesteigerte Gasbildung im Darm), hörbare Darmgeräusche aufgrund von Blähungen
  • Infektionen
  • Magen-Darm-Grippe: führt zu Übelkeit und Erbrechen, Blut im Stuhl und Appetitlosigkeit
  • Salmonellose und Lebensmittelvergiftungen
  • Colitis ulcerosa: Hierbei ist die Darmschleimhaut verletzt und es kann zu Durchfall, Bauchschmerzen, Blut und Schleim im Stuhl, Eiter usw. kommen
  • Hämorrhoiden und Darmpolypen: Die Symptome sind Juckreiz, Blutauflagerungen, lokale Schleimabsonderungen, Stuhlschmieren etc.
  • Darmkrebs: führt zu okkultem Blut im Stuhl, teilweise starken Schmerzen, einem unregelmäßigen Stuhlgang, Blähungen, Gewichtsabnahme usw.

Wo liegen die Unterschiede für den Schleim im Stuhl?

Schleim im Stuhlgang kann in einer unterschiedlichen Stärke und Farbe auftreten. Bei manchen Patienten sind erhebliche Schleimmengen möglich, wobei der Stuhl komplett umschlossen zu sein scheint. In anderen Fällen hingegen tritt der Schleim lediglich vereinzelt als Auflagerung auf. Hinsichtlich der Farbe ist ein weißlich-grauer, grüner bis gelber Schleim möglich.

Die Farbe des Schleims kann aufschlussreich sein, denn ein gelber Schleim beispielsweise deutet auf Eiter hin und grünliche Einfärbungen sind ein mögliches Anzeichen für bakterielle Infektionen durch Salmonellen. Daher wird auch der Arzt nach der Farbe fragen, um leichter entscheiden zu können, welche Maßnahmen zur weiteren Diagnose wichtig sind, beispielsweise eine Darm- oder Magenspiegelung, ein Stuhltest etc., um Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Darmkrebs ausschließen zu können.

Glutenintoleranz führt zu Durchfall

Glutenintoleranz führt zu Durchfallerkrankungen

Welche Gegenmaßnahmen sind sinnvoll und angebracht?

Stuhlveränderungen, beispielsweise Schleimauflagerungen, können harmlos, aber auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Dennoch ist ein überstürzter Gang zum Arzt nicht nötig. Der Verdauungstrakt ist ein empfindliches Gleichgewicht, welches nicht nur durch Krankheiten gestört werden kann, sondern ebenso durch äußere Reize wie Stress. Daher ist in den ersten Tagen, nachdem der Schleim im Stuhlgang erkannt wurde, eine abwartende und beobachtende Haltung ratsam. Stellt sich keine Verbesserung ein oder die Schleimbeimengung verschlimmert sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das Gleiche gilt, wenn folgende weitere gesundheitliche Probleme hinzukommen:

  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • stärkere Einblutungen
  • Magen- oder Darmschmerzen

Da der Schleim im Stuhlgang zahlreiche Ursachen haben kann, ist es stets wichtig, zunächst den Auslöser zu finden. Nur wenn die Grunderkrankung behandelt wird, ist es auch möglich, den Schleim dauerhaft in den Griff zu bekommen. Je nach Ursache ist bei der Behandlung nicht zwangsläufig eine medikamentöse Therapie nötig. Stellt sich als Ursache beispielsweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit heraus, genügt es in der Regel, die Ernährung umzustellen. Wenn die auslösenden Inhaltsstoffe vermieden werden, geht meist auch die Produktion des Schleims im Darm wieder zurück.

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Den Darm schützen

Die Ernährung spielt hinsichtlich des Magens und Darms eine wichtige Rolle. Es gibt viele Nahrungsmittel, die blähend wirken, beispielsweise Zwiebeln, Kohl, Linsen, weiße Bohnen, unreifes Obst, Kaffee, Schokolade, Nüsse etc. Daher sollte dies nicht zu oft gegessen und getrunken werden. Fenchel, Kümmel, Anis, Kamille, Pfefferminze und Melisse hingegen wirken krampflösend und entblähend. Wer unter einer Verstopfung leidet, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen achten, beispielsweise durch Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Weizenkleie. Ausreichend Bewegung hält den Darm ebenso in Schwung.

Auch die Psyche spielt eine Rolle

Der Darm braucht für einen gesunden Stuhlgang Ruhe. Wer gestresst auf die Toilette geht oder den Drang aufgrund von Hektik oder sonstigen Umständen zu lange unterdrückt, tut der Verdauung keinen Gefallen. Daher ist es sehr wichtig, dass auch für einen entspannten Stuhlgang genügend Zeit vorhanden ist.

Das Verhalten bei Schleim im Stuhlgang auf einen Blick:

  • Schleim im Stuhl ohne weitere Symptome: einige Tage beobachten, anschließend gegebenenfalls zum Arzt
  • Schleim in der Kombination mit Fieber, Blut im Stuhl etc: umgehend einen Arzt aufsuchen

Fazit

Jegliche Veränderungen der Gesundheit werden heutzutage sehr schnell als lebensbedrohlich empfunden. Dies gilt vor allem, wenn sie sichtbar sind, wie es beispielsweise bei Schleim im Stuhlgang der Fall ist. Hier denken die Betroffenen schnell an Darmkrebs.

An einer generellen Vorsicht ist letztendlich auch nichts verkehrt, doch an dieser Stelle ist Ruhe angebracht und sollte nicht überreagiert werden. Das empfindliche Verdauungssystem kann schnell und einfach durcheinander gebracht werden.

Da die Schleimauflagerungen zahlreiche Ursachen haben können, ist es sinnvoll, den Stuhlgang einige Tage lang zu beobachten. nach einigen Tagen, wenn keine Verbesserung eintritt, kann immer noch ein Mediziner aufgesucht werden, um sich Klarheit zu verschaffen.

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Textbilder: Pixabay.com/de

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