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Spinnmilben bekämpfen – Hausmittel gegen Spinnmilben

Pflanzen geht es nicht viel anders als Menschen auch: Sie mögen den Sommer deutlich lieber als den Winter. Denn in der kalten Jahreszeit fehlt es ihnen an Sonneneinstrahlung. Hinzu kommt insbesondere bei Zimmerpflanzen, dass die Heizung für eine eher trockene Luft sorgt. Auch dies trägt dazu bei, dass Pflanzen in den Wintermonaten leicht geschwächt sind – und daher auch anfälliger für Schädlinge. Die Spinnmilben hingegen fühlen sich bei diesen klimatischen Bedingungen pudelwohl und nutzen die Schwäche der Pflanzen, um diese zu attackieren und ihnen den zuckerhaltigen Pflanzensaft aus den Blättern zu saugen. Wenn Sie allerdings rechtzeitig und richtig reagieren, können die den Befall der Spinnmilben mit einigen Hausmitteln erfolgreich bekämpfen.

Spinnmilben: Was ist das genau?

Es handelt sich um klassische Winterschädlinge mit einer Größe von lediglich 0,5 Millimetern. Wenn Sie eine Lupe zu Hilfe nehmen, werden Sie zudem erkennen, dass die kleinen Tiere acht Beine haben und einen ovalen Körper. Anders als beispielsweise bei Insekten ist aber keine Unterteilung in Kopf, Vorderteil und Hinterteil zu erkennen. Die Farbe der Spinnmilben wechselt mit der Jahreszeit zwischen gelbgrün, braun und rot – wobei stets zwei charakteristische schwarze Punkte auf der Rückseite zu finden sind. Die Weibchen nehmen im Winter zudem eine stark rote Farbgebung an, sodass oftmals auch von der „Roten Spinne“ gesprochen wird. Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) überwintert in Gruppen weiblicher Tiere vornehmlich an abgestorbenen Ästen und Blättern oder in Erdlöchern. Sobald es dann etwas wärmer wird, nisten sie sich auf der Unterseite der Blätter von Zimmerpflanzen ein und beginnen ihr zerstörerisches Werk.

Zu den Lieblingspflanzen gehören Fuchsien, verschiedene Palmenarten, aber auch der Gummibaum oder die Fingeraralie. Grundsätzlich sind die Schädlinge aber nicht besonders wählerisch und befallen fast alle Pflanzen.

Woran erkenne ich einen Befall mit Spinnmilben?

Die Tiere selbst sind aufgrund ihrer geringen Größe mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Mit einer herkömmlichen Lupe lassen sie sich aber recht einfach entdecken. Außerdem tragen die Schädlinge ihren Namen nicht zu Unrecht, sondern sind eng mit den Spinnen verwandt. Zu ihrem Schutz überziehen sie daher die Blätter der Pflanzen mit einem Gewebe von feinen, weißen Fäden. Entdecken Sie ein solches Gebilde, dass Spinnweben nicht unähnlich ist, handelt es sich um ein eindeutiges Zeichen eines Befalls mit Spinnmilben. Manchmal kann es zudem hilfreich sein, die Pflanzen mit einem Wasserbestäuber zu besprühen. Dies macht die Fäden noch besser sichtbar. Zudem saugen die Spinnmilben den Pflanzensaft aus den Zellen. Diese füllen sich daraufhin mit Luft – was für helle Flecken auf der Oberfläche der Blätter sorgt. Diese sind keine Mangelerscheinung, sondern werden durch die Spinnmilben verursacht. In einem solchen Fall sollten Sie also schnell handeln.

Wie kann ich Spinnmilben vorbeugen?

Am wichtigsten ist es, ein Klima zu schaffen, indem die Pflanzen sich wohlfühlen, die Spinnmilben aber nicht. Das entscheidende Thema ist dabei die Feuchtigkeit. Dies beginnt bei den Pflanzen selbst. Diese sollten regelmäßig gegossen werden. Ein Mulchschicht kann zudem sinnvoll sein, um die Feuchtigkeit in der Erde zu halten und so einen länger anhaltenden Effekt zu generieren. Außerdem kann es helfen breitflächige Untertöpfe zu nutzen. In diesen kann sich das Wasser sammeln und so für eine beständige Luftfeuchtigkeit sorgen. Den selben Effekt hat es auch, wenn Sie eine Schale mit Wasser einfach auf die Heizung stellen. Wenn sie zudem ganz sicher gehen wollen, dass sich keine Spinnmilben auf ihren Pflanzen festsetzen, können Sie diese auch regelmäßig mit einem Wasserbestäuber besprühen.

Ein zweiter Punkt ist zudem die Konstitution der Pflanze. Da die Schädlinge vor allem geschwächte Pflanzen angreifen, spielt die richtige Standortwahl eine wichtige Rolle. Wenn ausreichend Licht und Luft vorhanden ist, kann dies schon ausreichen, um die Tiere sich gar nicht erst einnisten zu lassen. Eine ausgewogene Düngung hilft außerdem, einen Nährstoffmangel zu vermeiden. Allerdings sollte die Düngung vor allem kaliumbasiert sein. Eine Düngung, die vor allem auf Stickstoff setzt, ist hingegen sogar kontraproduktiv, weil dadurch das Gewebe der Pflanzen anfällig für Spinnmilben wird.

Warum sollten Spinnmilben zeitnah bekämpft werden?

Die Schädlinge saugen nicht nur den Pflanzensaft aus den Blättern, sondern platzieren auf deren Unterseite auch ihre Eier. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 120 Eier ablegen. Die Vermehrung passiert zudem extrem schnell: Nach weniger als vierzehn Tagen hat in der Regel schon eine neue Generation der Schädlinge die Geschlechtsreife erreicht. Die Tiere befallen dann nicht nur weitere Blätter und Pflanzen, sondern legen auch ihrerseits wieder Eier ab. In einem einzigen Jahr kommen so zwischen acht und neun Generationen an Spinnmilben zusammen. Je früher sie also mit der Bekämpfung beginnen, desto weniger Arbeit haben Sie letztlich. Außerdem haben die Schädlinge dann weniger Zeit, weitere Pflanzen anzugreifen. Es empfiehlt sich daher insbesondere im Winter Zimmerpflanzen regelmäßig auf Hinweise zu untersuchen, die für einen Befall mit Spinnmilben sprechen.

Spinnmilben an den Pflanzen: Was kann ich tun?

Pflanzen, die von den Schädlingen befallen wurden, müssen allerdings in der Regel nicht aufgegeben werden.

Stattdessen sollten Sie zeitnah mit Gegenmaßnahmen beginnen:
  1. Isolieren Sie die betroffenen Pflanzen: Auf diese Weise wird sichergestellt, dass bisher noch nicht betroffene Pflanzen nicht auch noch befallen werden.
  2. Entfernen Sie die Tiere und ihre Eier. Dies geht bei Zimmerpflanzen oftmals am einfachsten, indem Sie diese in die Dusche stellen und mit der Duschbrause abspritzen. Bei eher zierlichen und weniger robusten Pflanzen empfiehlt sich hingegen der Einsatz eines nassen Lappens. Diese Prozedur sollte alle paar Tage wiederholt werden.
  3. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit. Sind trotz der regelmäßigen Abduschungen noch Schädlinge vorhanden, kann ein alter Trick helfen: Die Pflanze wird in eine Plastiktüte gestellt und anschließend kräftig mit Wasser besprüht. Wenn Sie nun die Tüte einfach oben zu binden, entsteht im Inneren eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für die Pflanzen ist dies unproblematisch, die Spinnmilben werden dadurch aber unschädlich gemacht. Nach rund zwei Wochen können Sie diese Prozedur dann beenden.
  4. Betroffene Blätter und Triebe entfernen. Bei bereits stärker befallenen Pflanzen reicht der reine Einsatz von Wasser oft nicht mehr aus. In diesen Fällen müssen die von den Spinnmilben befallen Teile entfernt werden. Aber Achtung: Werfen Sie die Abfälle keinesfalls einfach auf den Kompost. Dies würde nur zu einer weiteren Ausbreitung der Spinnmilben führen. Stattdessen sollten die Blätter und Triebe verbrannt werden. Ist dies nicht möglich, müssen sie über den Hausmüll entsorgt werden.

Bildernachweis:

Titelbild – Urheber: miyuki3 / 123RF Lizenzfreie Bilder

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