Gesundheit

Zahnstein – Entstehung, Vorbeugung & Entfernung

So ziemlich Jeder hat mit ihm zu kämpfen – dem Zahnstein. Dabei handelt es sich um einen festsitzenden Belag auf den Zähnen, der auch durch hartnäckiges Zähneputzen nicht verschwindet, sondern nur vom Zahnarzt entfernt werden kann.

Dieser Belag wird auch als Konkrement bezeichnet und setzt sich unter anderem aus:
  • Geweberesten
  • Kleinen Organismen (Mikroorganismen)
  • Diversen Mineralien
  • Kohlenhydraten und Proteinen

Diese Ablagerungen kommen vor allem an den unteren Schneidezähnen, den Außenseiten der Backenzähne (Oberkiefer) vor. Grund dafür ist, dass es an diesen Stellen zu einem vermehrten Speichelfluss kommt. An sich ist der Speichel zunächst nichts Schlimmes- sondern hilft im Gegenteil bei der Verdauung und hat eine Schutzfunktion. Werden jedoch ungünstige Faktoren- wie eine schlechte Mundhygiene hinzugesteuert, kann dies zu Krankheiten führen.

Wie der Zahnstein überhaupt entsteht

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Der bereits oben angesprochene Speichel, bzw. dessen Zusammensetzung ist ein Hauptgrund, dass Zahnstein überhaupt entstehen kann. Anorganische Stoffe im Speichel “vermischen” sich mit dem Zahnbelag auf den Zähnen, der auch als Plaque bekannt ist. In Folge dieser Vermischung erfolgt eine chemische Reaktion, bei der die Beläge verhärten und sozusagen miteinander verschmelzen.

Grob skizziert, lassen sich vier Phasen unterscheiden, in denen der Zahnstein entsteht:
  • Die erste Phase findet sogar kurz nach dem Zähneputzen statt: zunächst entsteht ein schleimiger Belag, der sich als dünne Schicht über den Zahnschmelz legt. Allerdings sind hier noch keine Bakterien zu finden
  • Die eigentliche Grundlage für die Schicht bilden Speisereste, die Karies-Bakterien begünstigen und eine Vermehrung fördern
  • Nun entsteht der bereits erwähnte Plaque
  • Binnen 8-10 Tagen findet die chemische Reaktion statt, in welcher Zahnstein entsteht

Bild Zahnarzt

Die Behandlung durch den Zahnarzt

Wie bereits zu Beginn angemerkt wurde, kann der Zahnstein nun nicht mehr einfach weggebürstet werden, sondern muss vom Zahnarzt professionell entfernt werden.

Dabei kann der Zahnarzt auf verschiedene Instrumente zurückgreifen, um den lästigen Zahnbelag zu entfernen:
  • Küretten: dieses Instrument wird per Hand vom Zahnarzt bedient und der Belag entfernt
  • Mittels Ultraschall: hier sorgt eine Maschine mit Wellen, bzw. einer Wärmeentstehung dafür, dass der Zahnstein nahezu abplatzt. Allerdings ist das Gerät so beschaffen, dass der restliche Zahn nicht beschädigt werden kann

Beide Behandlungen dauern in der Regel nur wenige Minuten, Schmerzen verursacht die Behandlung ebenfalls so gut wie keine. Bei den Küretten ist meist ein quietschendes Geräusch zu vernehmen, zudem spürt der Patient das Gerät an der betroffenen Stelle. Die Behandlung und die Entfernung des harnäckigen Belages übernimmt die Krankenkasse.

Warum muss der Zahnstein überhaupt entfernt werden?

Der Belag tut ja schließlich nicht weh- also könnte er theoretisch doch einfach auf dem Zahn verbleiben? Diese Denkweise kann fatale Folgen haben. Denn der Zahnstein ist die ideale Grundlage für Bakterien und kann schwere Zahnfleischentzündungen auslösen. Diese nennt man Paradontitis. Diese kann sich bis unterhalb des Zahnhalses fortsetzen, Zahnstein kann sich auch in diesem, nicht sichtbaren Bereich bilden und heißt bei Zahnärzten dann subgingivaler Zahnstein. Somit bildet diese Mischung aus Belag und Bakterien die ideale Mischung und führt im Mundraum ggf. zu schweren Infektionen und Krankheiten der Zähne und des Zahnfleisches.

Bild Zahnhygiene

Wie kann man Zahnstein vorbeugen?

Zum Glück muss man keineswegs dem Schicksal Zahnbelag hoffnungslos entgegen blicken, sondern kann das Problem gezielt anpacken oder besser noch- sogar vorbeugend handeln. Das A und O ist vor allem die richtige und vor allem regelmäßige Zahnpflege. Mindestens zwei Mal im Tag sollte das Zähneputzen erfolgen, mindestens 3 Minuten lang. Wer Probleme hat, die Zeit einzuschätzen, kann sich seine Handyuhr stellen.

Viele Apotheken oder Zahnärzte bieten (auch für Kinder) extra kleine Sanduhren an, die spielerisch beim Zähneputzen helfen. Die benutzte Zahnbürste sollte am Besten weich oder mittelhart sein, da sonst das Zahnfleisch verletzt werden kann. Schwierige Stellen, wie die hinteren Bereiche oder die Zahninnenflächen der hinteren Backenzähne, sollten ebenfalls Beachtung finden. Nicht für Jeden ist die Zahnputztechnik einfach zu lernen. Elektrische Zahnbürsten können hier eine gute Alternative darstellen, da sie die Reinigung spürbar erleichtern.

Etliche Studien haben jedoch gezeigt, dass eine elektrische Zahnbürste nicht unbedingt “gründlicher” reinigt als eine herkömmliche Handzahnbürste. Die verwendete Zahnpasta sollte auf jeden Fall Fluorid enthalten, dadurch wird angegriffener Zahnschmelz gestärkt und repariert. Als Zusatz zum herkömmlichen Zähneputzen sollte Zahnseide verwendet werden und dies am besten täglich. Die Zahnzwischenräume werden von Nahrungsresten und Ablagerungen befreit.

TIPP: Wer möchte, kann die tägliche Zahnpflege mit Mundwasser /Mundspülungen abschließen, da diese unterstützend wirken. Zudem stellt sich ein angenehmes Frischegefühl im Mund ein.

Ein weiterer Faktor stellt auch die Ernährung dar, mit der der Zahnstein minimiert werden kann. Schließlich ist es fast unmöglich, gar keinen Zahnstein zu bekommen. So sollten Patienten auf ihre allgemeine Ernährung achten und vor allem zuckerhaltige Speisen meiden, bzw. reduzieren. Dies gilt auch für zuckerhaltige Getränke, als gute Alternative gelten Wasser und/oder ungesüßte Tees. Auch das Rauchen beeinflusst die Zusammensetzung des Speichels und kann zum Zahnstein beitragen, bzw. die Mundflora negativ beeinflussen. Außerdem schadet Rauchen der Gesundheit im Allgemeinen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass es erforderlich ist, den Zahnstein regelmäßig durch den Zahnarzt entfernen zu lassen, da ein Verbleib schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: Mutter und Kind putzen Zähne Urheber: choreograph / 123RF Standard-Bild
Zahnarzt Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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