Finanzen

Zukunft des Bezahlens: Potenzial des digitalen Wandels

Die digitale Transformation wird künftig das Bezahlen im Einzelhandel Schritt für Schritt einfacher gestalten. Auch als kleinerer Händler kannst du deinen Kunden benutzerfreundliche Zahlungssysteme bieten. Self-Scanning-Möglichkeiten und bargeldlose Zahlungssysteme bieten zunehmend komfortable Lösungen, die ältere und weniger erfolgreiche Konzepten wie Apple Pay oder Google Wallet ergänzen oder ersetzen können. In der Vielfalt an neuartigen Barcode- und Scanning-Konzepten findest auch du ein passendes System für deine eigenen Anforderungen.

Herausforderungen, bisherige Konzepte und Weiterentwicklungen

In der jüngeren Vergangenheit haben mehrere große Konzerne und jüngere Start-ups zur Entwicklung automatisierter Bezahlkonzepte beigetragen. Ziel ist die Rationalisierung und Beschleunigung des Zahlungsverkehrs im Handel. Die Grundlage bilden hierfür durchdachte Sensoren und Kameras sowie lernfähige Algorithmen. Die Innovationen des digitalen Wandels betreffen deine gesamten Bezahl- und Kassensysteme. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist der Konzern Amazon, der bereits in einem groß angelegten Konzept in Seattle die Zahlung auf Sensor- und Algorithmenbasis austestete. Forscher geben zwar Entwarnung, dass der digitale Umbruch nicht sprunghaft kommen wird. Dennoch bist du gut beraten, dich frühzeitig mit den neuen Konzepten und Trends des Bezahlens vertraut zu machen.

Smartphone und Apps für Kunden

Einer der zentralen Trends im digitalen Wandel des Bezahlens ist der Einsatz von mobilen Endgeräten als Zahlungsmedien. Smartphones und passende Apps sind auf dem Vormarsch. Während die Nutzung im Einzelhandel gegenwärtig noch spärlich ist, solltest du das Zukunftspotenzial dieser Bezahlmethoden im Auge behalten. Speziell der inhabergeführte Einzelhandel sieht sich mit dem Problem einer immer aufwändiger und teurer werdenden Bargeldhaltung konfrontiert. Dem begegnen einige Unternehmen mit innovativen Apps und Systemen.

Neben den in Deutschland weniger erfolgreichen Apple Pay und Google Wallet gibt es Konzepte wie die Vodafone Wallet-App. Diese verfügt über die Möglichkeit, Visa-Karten und bequeme Online-Bezahldienste wie PayPal im Laden oder Supermarkt einzusetzen. Voraussetzung hierfür ist, dass deine Kasse NFC-fähig ist. NFC (Near Field Communication oder Nahfeldkommunikation) ist auf internationaler Standard zur kontaktlosen Datenübertragung. Die überwiegende Mehrheit (Angaben zufolge über 80 Prozent) kleiner deutscher Handelsunternehmen ist NFC-kompatibel.

Eine besonders einfach zu handhabende App ist Payback Pay, mit der du die Kaufbeträge direkt via Lastschrift vom Konto abbuchen kannst. Diese App arbeitet mit QR-Code, der an der Kasse gescannt wird. Hierbei wird ein digitaler Warenkorb erstellt. Scan-basiert ist auch das Bezahlsystem Blue Code, das den österreichischen Markt bereits erobert hat. Ähnlich wie Payback Pay überweist erfolgt auch hier beim Einkauf der direkte Zugriff auf das Girokonto. Der Code wird durch eine einmalige Erstellung einer Transaktionsnummer (TAN) generiert. Dies ist ein Beitrag zum Datenschutz, da die Transaktionsnummer keine Rückschlüsse auf die Person zulässt.

Bezahlen mit dem iPad

Umstellung auf digitale Bezahlsysteme: Möglichkeiten für Händler

Schon mit geringem Kosten- und Zeitaufwand können Einzelhändler ihre Kassen- und Bezahlsysteme fit für den digitalen Wandel machen. Schon ein mobiles Endgerät wie ein iPad kann einen wichtigen Beitrag zur Umstellung von analog auf digital leisten. Grundlage sind hierfür bestimmte Softwarelösungen und Apps.

Beliebte Apps für Kasse und Bezahlung sind beispielsweise
  • Tillhub
  • iZettle
  • flour
  • Kassandro
  • OCTOBOX
  • Korona
  • LocaFox

Unter diesen Apps findest du sowohl Komplett-Lösungen als auch spezifische Programme, die auf die Bedürfnisse bestimmter Branchen (beispielsweise Supermarkt oder Gastronomie) zugeschnitten sind.

Viele App-Anbieter bieten zusätzlich Accessoires wie Terminals, Drucker und Handscanner. Scanner in mobiler Ausführung kommen nicht nur bei der Inventur zum Einsatz. Hochwertige Geräte für verschiedene Einsatzbereiche findest du beim Anbieter theracon-world.de.

Scansation: innovative Self-Scanning App aus München

Das Münchner Unternehmen Scansation bietet mit der gleichnamigen App eine Möglichkeit, die Produkte schon beim Einkauf per Smartphone zu scannen. Die Entwickler wollen Kunden Wartezeit ersparen und den Bezahlprozess beschleunigen. Als Kunde vermeidest du lange Wartezeiten an der Kasse und als Händler wird dein Umgang mit Kundendaten vereinfacht. In der Praxis erfolgt an der Kasse nur noch ein einziger Scan, nachdem Kunden die Produkte bereits beim Einkaufen selbst gescannt haben. Der Hersteller wirbt damit, dass dennoch die Anonymität der Kunden gewahrt bleibt.

Bezahlt wird im Falle Sensation wie gewohnt, nachdem Kunden das Smartphone mit den gescannten Waren an der Kasse gezeigt haben. Der direkte Kontakt zwischen Händler und Kunde bleibt also bestehen. Damit unterscheidet sich Scansation von anderen Self-Scanning-Apps, die keinen Austausch zwischen Personal und Einkäufern mehr erfordern. Die Entwickler sehen gerade in diesem persönlichen Gespräch eine der großen Stärken von Scansation gegenüber der Konkurrenz.

Künftig soll die App ausgebaut und um verschiedene Features erweitert werden. So sollen Kunden Hinweise zum jeweiligen Laden-Sortiment erhalten. Auch die direkte Weiterleitung personalisierter Werbung auf das Smartphone ist geplant.

Infografik: 15% der Einzelhändler bieten kontaktloses Bezahlen an | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Weitere Bezahlsystem-Lösungen für den Handel

Eine innovative Kombination verschiedener Zahlungssysteme ist das Crosschannel-Payment. Diese Zusammenführung erfordert eine durchdachte digitale Datenbank der Artikel sowie Flexibilität und technische Infrastruktur auf Händlerseite. Beim Crosschannel-Payment können Kunden eine einzige Lösung nutzen, ganz gleich, ob sie sich gerade in einem Laden, einem Internet-Shop oder in einem App-Store befinden. Manche Crosschannel-Payment-Dienste lassen dir die freie Entscheidung darüber, ob du regulär an der Kasse bezahlen oder den gesamtem Prozess am Mobilgerät abwickeln möchtest.

Ein weiterer Beitrag zur Digitalisierung sind elektronische Etiketten und Preisschilder. Als Händler kannst du diese jederzeit per Smartphone oder Tablet anpassen. Damit sind kurzfristige Preisanpassungen kein Problem mehr. Preisänderungen der Wettbewerber, Uhrzeiten oder Witterungen können Preisanpassungen erfordern. Speziell Spontankäufe können durch kurzfristige Preisangleichungen angekurbelt werden. Solche elektronischen Preisschilder gibt es als günstige Startpakete aber auch als aufwändigere Lösungen, die mit Warenwirtschaftssystemen verknüpft werden können.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: leaf / 123RF Lizenzfreie Bilder
iPad – Urheber: prykhodov / 123RF Lizenzfreie Bilder
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