Bist du fit im Kopf?

Die Angst vor dem Alter treibt fast jeden Menschen um. Ein Punkt auf der langen Liste eventueller Erkrankungen ist die Demenz. Sie kann sich auf verschiedene Arten äußern, am bekanntesten ist wohl die Alzheimerkrankheit. Bei einer Demenz verlieren wir Stück um Stück den Bezug zu uns selbst und zu unserer Umwelt. Wie stark kognitive Übungen dabei helfen, dass es nicht so weit kommt, ist noch nicht geklärt; doch es gibt Anzeichen, dass wir fitter bleiben, wenn wir schon früh damit anfangen, uns um unsere Gesundheit zu kümmern. Zu diesem Zweck sollten wir alle bewusster leben und auf verschiedenen Ebenen etwas für uns tun.

Bewegen, bewegen, bewegen …

Wichtiger als alles andere ist die tägliche Bewegung. Studien haben ergeben, dass schon eine halbe Stunde am Tag Wunder wirkt. So konnten chronische Krankheiten im Griff behalten werden oder sie besserten sich sogar. Auch die geistige Frische blieb viel länger erhalten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Senioren, sich körperlich fit zu halten. So hilft ein Spaziergang ebenso wie Nordic Walking oder ein Fitnessstudio. Beim Walken unterstützen zwei Stöcke den Körper, bei dieser flotten Gangart die Balance zu halten. Die Geräte, die in einem Fitnessklub stehen, lassen sich auch auf ältere Menschen einstellen. Zudem eignen sich Langlauf, Radfahren und Treppensteigen. Auch Wanderer und Tänzer unternehmen sehr aktiv etwas für ihre Gesundheit.

Regulär sind unter Senioren Personen ab 60 oder 65 zu verstehen, doch in Sachen Fitness gilt es, früher oder zumindest ab sofort mit dem Training anzufangen. Es ist ganz einfach: Schuhe anziehen und eine halbe Stunde gehen. Jeder bestimmt dabei sein Tempo selbst. Wer Schwierigkeiten hat, sich zu motivieren, sollte dies wissen: Das Gehirn beziehungsweise seine Nerven bauen bereits ab dem 40. Lebensjahr ab. Das alte Sprichwort “Wer rastet, der rostet” bewahrheitet sich also, wenn nicht aktiv dagegen angegangen wird.

gesunde Ernährungsweise
Zum Fitnesstraining gehört eine gesunde Ernährung.

Richtig essen und trinken

Zum Fitnesstraining gehört eine gesunde Ernährung. Ältere Menschen brauchen in der Regel nicht mehr so viel Nahrung wie junge, aber mindestens genauso viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Es ist daher ratsam, mehr Gemüse und Obst in den Speiseplan einzubauen. Beim Obst dürfen es des Fruchtzuckers wegen zwei Portionen am Tag sein, möglichst morgens und mittags je eine. Abends solltest du auf Obst verzichten. Beim Gemüse sind es drei Portionen täglich. Eine Portion entspricht einer Handvoll, bei Beeren dürfen es zwei Handvoll sein. Während hier also erhöht wird, solltest du den Fleischkonsum einschränken. Dafür kommt mehr Seefisch auf den Teller. Er enthält viel Eiweiß und die gesunden Omega-3-Fettsäuren.

Die Mahlzeiten werden in Magen und Darm verarbeitet und die frei gewordenen Stoffe wandern natürlich auch in das Gehirn. Dieses braucht über ein Fünftel der aufgenommenen Kalorien. Dafür isst du Kohlenhydrate, am besten in Form von Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Haferflocken. Ergänzt wird das Ganze durch Nüsse, Mandeln und Kernmischungen.

Vor allem ist es wichtig, viel zu trinken. Oft verlieren wir mit dem Alter das Durstgefühl und trinken viel zu wenig. Am besten stellst du dir zwei Flaschen Sprudel bereit und achtest darauf, stündlich ein Glas zu trinken. Dein Kopf braucht die Flüssigkeit, damit der Blutkreislauf optimal funktioniert.
Kreuzworträtsel

Training für den Kopf

Das Gehirn muss aber nicht nur gut versorgt, sondern auch täglich trainiert werden. Eine gute Möglichkeit sind Kreuzworträtsel, wie sie auf kreuzwortraetsel.de zu finden sind. Es gibt sogar passende Lexika, sodass neue Begriffe gelernt werden können. Nicht jeder kennt diesen oder jenen Fluss, aber das lässt sich nachschlagen und beim nächsten Rätsel ist die Lösung dann im Kopf verankert. Neben dem bekannten Schwedenrätsel gibt es unzählige Varianten. Schön, wenn bei dir die Tageszeitung morgens auf dem Tisch liegt. Sie enthält häufig mindestens ein Rätsel. Du kannst dir auch ein Heft mit Sudokus kaufen. Hierbei werden Zahlenkombinationen eingetragen, was je nach Schwierigkeitsgrad gar nicht so leicht ist.

Kontakte pflegen

Spiele mit anderen sind immer eine Herausforderung. Du musst die Regeln kennen, klug agieren und kombinieren, manchmal mit Partnern zusammenarbeiten oder umgekehrt ein Solo spielen. Raffinesse, Taktik, Schnelligkeit und vieles mehr werden trainiert, wenn wir spielen. Bei schönem Wetter warten Open-Air-Schach, Minigolf und Tischtennis. Bei schlechtem Wetter hilft ein Puzzle.

Überhaupt ist das Zusammensein mit anderen ein wichtiger Baustein im Kampf mit den Alterserscheinungen. Freunde, Familie und soziale Kontakte werden gerade im höheren Alter immer wichtiger. Mancher Angehörige und Freund ist nicht mehr da, die Arbeitsstelle ist weggefallen. Um geistig fit zu bleiben, hilft der gute Kontakt zum Nachbarn, eine Trainingsgruppe oder der wöchentliche Stammtisch. Es ist wichtig, sich mit anderen auszutauschen, auf sie einzugehen, zu lachen und zu erzählen.

Immer wieder Neues lernen

Wir lernen lebenslang – wenn wir das wirklich wollen. Fortbildungen und Kurse aller Art sind eine gute Waffe gegen Demenz & Co. Wir rosten ein, wenn wir nicht ab und zu etwas Neues ausprobieren. Zu Hause kannst du interessante Bücher lesen oder Dokumentationen im TV ansehen. Wie wäre es mit dem Besuch einer Volkshochschule? Hier werden Sprach-, Bastel- und Kochkurse ebenso angeboten wie Gymnastik oder Führungen und Reisen. Es ist wichtig, aktiv zu bleiben und sich aus seiner Komfortzone auf der Couch zu lösen. Das fällt mit jedem Mal, wenn du es erfolgreich geschafft hast, leichter und mit der Zeit stellst du zufrieden fest, was du schon alles geleistet hast. Ganz nebenbei arbeitest du der Vereinsamung entgegen, die viele Menschen befällt, wenn sie älter werden.

Zum Lernen gehört es auch, die täglichen Routinen zu verändern. Putze die Zähne und schreibe deine Kreuzworträtsel mal mit der linken Hand. Nimm unter der Woche ein Bad und lerne dabei die Hauptstädte der Welt auswendig. Iss abends weniger und rufe stattdessen einen guten Freund an. Höre intensiv einem Hörspiel oder einer Musik-CD mit spezieller Entspannungsmusik oder den Gesängen der Mönche zu. Du kannst auch ein Instrument lernen. Solche Herausforderungen sind besonders gut für das Gehirn.

Fit im Kopf mit Schlaf

Richtig schlafen

Nach all den Anstrengungen des Tages braucht unser Gehirn dringend etwas Schlaf, um das Ganze zu verarbeiten. Forscher haben festgestellt, dass Frauen rund sieben Stunden Schlaf benötigen, damit das Gehirn fit bleibt; Männer zwischen sechs und acht Stunden. Auf keinen Fall solltest du also zu lange oder zu wenig schlafen. Eine seltene kurze oder eine sehr lange Nacht schaffen allein noch keine Probleme, aber das richtige Verhältnis muss stimmen. Echte Schlafprobleme gehören dagegen in die Hand eines Fachmanns, denn sie können für eine Demenz mitverantwortlich sein.

Zucker einstellen lassen

Zu guter Letzt noch ein Tipp in Sachen Gesundheit: Wenn du Diabetiker bist, solltest du deinen Zucker gut einstellen lassen. Häufige starke Unterzuckerungen oder zu viel Zucker im Blut sind gefährlich, auch für dein Gehirn. Ein falsch eingestellter Diabetes könnte eines Tages zu einer Demenz führen.

Bildernachweis:
alle Bilder – Pixabay.com (CC0 Creative Commons)

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