Bodenanalyse: Damit es im Garten richtig blüht

Jeder Gartenbesitzer wünscht sich kräftige, gesunde, grüne und blühende Pflanzen in seinem Garten. Trotz bester Lichtverhältnisse, guter Bodenart und optimaler Bewässerung wollen manche Pflanzen aber einfach nicht so richtig gedeihen. Blüten, Stängel, Blätter oder Früchte kümmern vor sich hin oder zeigen sogar Mangelerscheinungen. Damit dem Hobbygärtner der Spass an seinen Pflanzen nicht vergeht, kann eine Bodenanalyse hilfreich sein. Denn Überdüngung oder Auslaugung des Bodens könnten die Ursache sein, wenn die Pflanzen nicht mehr so üppig blühen wie gewohnt.

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Zu viel Dünger – gegenteilige Wirkung

Grundsätzlich wachsen Pflanzen natürlich bei Nährstoffmangel schlecht und sind auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Was allerdings die wenigsten Hobbygärtner bedenken, ist dass zu viele Nährstoffe ähnliche Symptome auslösen können. Überhöhte Düngergaben schwächen aber nicht nur das Pflanzengewebe, sondern auch den Boden. Ungenutzte Nährstoffe werden nämlich im Boden ausgewaschen, in die unteren Bodenschichten geschwemmt und gelangen dort ins Grundwasser, welches so belastet wird. An überhöhten Düngergaben nehmen allerdings nicht nur die Natur und Umwelt schaden, sondern auch die Geldbörse des Hobbygärtners. Sparsamer ist die Durchführung einer Bodenanalyse, die genaue Aufschlüsse über das Nährstoffangebot und die Bodenqualität gibt.

Bodenanalyse – leicht gemacht

Natürlich ist die sicherste Möglichkeit, eine perfekte Analyse des Bodens zu erhalten, die Beauftragung eines Experten. Allerdings können Bodenproben durchaus auch selbst genommen und an ein entsprechendes Labor geschickt werden. Gegen Gebühr erhält der Hobbygärtner eine umfassende Auswertung und Empfehlungen für die Aufbereitung des Gartenboden zugesandt. Die Bodenanalyse zeigt im Detail, was unter der Oberfläche verborgen ist.

Phosphor Mangel bei Pflanzen erkennen
Blätter mit einem Phosphor-Mangel

Nährstoffe – notwendige Konzentrationen erfahren

Die Konzentrationen einiger wichtiger Nährstoffe im Gartenboden werden bei der Bodenanalyse besonders berücksichtigt. Diese Nährstoffe sind für die Entwicklung und das Wachstum der Pflanzen ausgenommen wichtig. Die Hauptnährstoffelemente stellen Phosphor (P), Magnesium (Mg) und Kalium (K) dar. Diese Nährstoffe benötigt jede Pflanze in größeren Mengen. Die Schützlinge des Hobbygärtners benötigen allerdings auch eine ganze Reihe von Spurenelementen, die nur in geringen Mengen verzehrt werden. Daher enthalten hochwertige Dünger unter anderem Mangan (Mn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Zink (Zn), Chlor (Cl), Schwefel (S), Bor (B) und Molybdän (Mo).

pH-Wert – wichtiger als gedacht

Das der pH-Wert ein wichtiger Faktor in vielen Lebenslagen ist, wissen alle. Dies gilt auch für den Gartenboden. Entsprechend sollte bei der Bodenanalyse auch der pH-Wert berücksichtigt werden, denn er reguliert die Nährstoffaufnahme der Pflanzen.

Idealerweise sollte der pH-Wert zwischen 6 und 7 liegen, um eine optimale Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen zu erreichen.

Auch die Schwere des Bodens, die sich aus dem Anteil an Sand, Humus und Ton ergibt, ist wichtig für den Wuchs der Pflanzen. Die Bodenschwere beeinflusst nämlich den pH-Wert und damit auch die Verfügbarkeit der Nährstoffe. Bei der ersten Bodenanalyse erfahren die Hobbygärtner die genaue Beschaffenheit und Art des Bodens im jeweiligen Garten. Standardmäßig wird bei jeder Bodenprobe auch die Bodenart ermittelt. Um kontinuierlich eine gute Bodenqualität halten zu können, sollte die Erde alle 2 bis 5 Jahre analysiert werden. Die beste Zeit für eine Bodenanalyse stellen das zeitige Frühjahr oder die Zeit nach dem Abblühen im Herbst dar.

Erdproben für Bodenanalyse
Entnehmen Sie dem Garten unterschiedliche Erdproben

Bodenproben – so sollten sie gesammelt werden

Bodenproben, die zum Labor geschickt werden, sollten immer eine gute Mischung aus verschiedenen Ecken des Gartens sein. Benötigt werden etwa 10 Erdproben, die an verschiedenen Stellen im gesamten Garten entnommen werden sollten. So erhält der Hobbygärtner einen guten Überblick über die Situation in Sachen Gartenboden.

Zudem müssen für unterschiedliche Nutzungsarten auch anders geartete Bodenproben erhoben werden:
  • Nutzgarten: Es werden Bodenproben aus bis zu 20 bis 25 cm Bodentiefe entnommen werden.
  • Ziergarten oder Rasenfläche: Bodenproben bis zu einer Tiefe von 10 bis 15 cm reichen hier aus.
  • Dauerkulturen und Gehölze: Bodenproben werden bis zu einer Tiefe von 90 cm Tiefe mit einem speziellen Bohrstock entnommen.
  • Moorbeete: Die Proben aus diesem Bereich müssen gesondert betrachtet und von anderen Proben getrennt gehalten werden. Die Erde ist hier besonders sauer, hat also einen ph-Wert von unter 6 bis 7, und könnte so das Gesamtergebnis verfälschen.

Bodenproben zum Versand vorbereiten

Die unterschiedlichen Proben können entnommen werden, indem mit dem Spaten Löcher ausgehoben werden, die in die entsprechende Tiefe gehen. Am Rand jeden Loches wird eine zirka zwei Zentimeter dicke Erdschicht abgenommen. Diese Erde wird in einem Eimer gemischt, ohne die Moosbeeterde natürlich. Zirka 250 Gramm werden in eine Kunststofftüte abgefüllt. Die Tütchen werden deutlich mit Namen und Datum, Nutzungsart und sofern mit einem Bohrstock gearbeitet wurde, der entsprechenden Bodentiefe beschriftet. So gekennzeichnet können die Proben zur Untersuchung in ein Labor oder eine Forschungsanstalt geschickt werden.

Arbeiten mit dem Bohrstock

Wenn bei Gehölzen und Dauerkulturen ein Bohrstock eingesetzt werden muss, so kann der Hobbygärtner entweder einen Fachmann bestellen oder selbst Hand anlegen, wobei die Anschaffung eines Bohrstocks relativ hohe Kosten verursacht. Mit Hilfe eines Kunststoffhammers wird der Bohrstock 90 cm tief in den Boden getrieben und dann unter leichtem Drehen wieder aus dem Boden herausgezogen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Bohrkern unversehrt bleibt. Mit Hilfe eines spitzen Gegenstandes werden dann vom Bohrkern die unteren 30 cm abgetrennt und eingetütet. Die Tüte erhält die Aufschrift “60 bis 90 cm“, um die Bodentiefe der Probe anzugeben. Das gleiche Verfahren wird mit den Proben von 30 bis 60 cm und 0 bis 30 cm durchgeführt. Die korrekte Beschriftung der einzelnen Tüten ist besonders wichtig, für die Erlangung eines einwandfreien Ergebnisses aus dem Labor.

Ziel der Bodenanalyse

Mit Hilfe der Bodenanalyse soll für den jeweiligen Boden eine Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der aktuellen Nährstoff- und pH-Werte sowie der Bodenart erstellt werden. Natürlich ist es auch wichtig den Nährstoffbedarf der Pflanzen, die auf dem Boden kultiviert werden sollen, mit einzubeziehen. Wenn der Boden zu stark in den sauren Bereich tendiert, wird eine entsprechende Kalkgabe empfohlen werden. Zudem zeigen die Bodenproben die aktuellen Versorgungsstufen der in der Erde enthaltenen einzelnen Nährstoffkomponenten. Auf dieser Basis kann für jeden einzelnen Nährstoff eine entsprechende Düngeempfehlung gegeben werden. Hobbygärtner sollten die Empfehlungen des Labors konsequent umsetzen, damit der Garten bald wieder einen optimalen Nährstoffhaushalt aufweist und alles üppig blühen kann.

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Bilder: Pixabay.com/de

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