Haushalt

Ceranfeld reinigen – so gelingt es richtig!

Der ganz große Wurf war es schon, als die Schott AG ein Stück Weltraumtechnik in unsere heimischen Küchen brachte. Etwa Mitte der 70er Jahre begann der Siegeszug der schwarzen Kochfelder. Lange dauerte es nicht, bis die gute alte Herdplatte passé war.
Form und Design der Ceranfelder trugen dem “Schöner-Wohnen-Trend” in idealer Weise Rechnung. Längst waren ehemalige reine Funktionsbereiche wie die Küche dem gestalterischen Schattendasein entwachsen.

Das Cerankochfeld

Ob klassisch schwarz und quadratisch, modern grau oder in Nierenform. Kochfelder aus Ceran sind längst gewohnte stilistische Akzente. Aus der Miniküchenzeile in der Studentenbude genauso wenig wegzudenken, wie aus der vollausgestatteten Traumküche ambitionierter Hobbyköche/innen.

Dabei bringt Ceran neben dem optischen Mehrwert auch ein paar handfeste Vorteile mit:
  • bequemes Handling der Töpfe auf einer glatten Fläche
  • sparsam durch hohe Energieeffizienz
  • Robustheit und lange Lebensdauer
  • nachhaltig und umweltbewusst in Herstellung und Recycling
  • und last but not least: Pflegeleicht, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet!

High-Tec bis in die innersten Werte

Ceran ist doch eigentlich “nur” eine schwarze Glasplatte? Mit glatter, im normalen Betrieb weitgehend kratzfester und hitzebeständiger Oberfläche? Die Richtung stimmt, es ist aber nur die “halbe Wahrheit“. Aus der Rezeptur und den Fertigungsabläufen macht der Hersteller Schott aus verständlichen Gründen eines seiner bestgehüteten Geheimnisse. Das Endprodukt Glaskeramik, welches übrigens schon 1962 für den Einsatz in der Weltraumtechnik zum Patent angemeldet wurde, hat es allerdings richtig drauf.

Die wichtigsten Eigenschaften sind:
  • beständig gegen spontane Temperaturschocks von über 700 Grad Celsius
  • keine nennenswerte Materialausdehnung beim Erhitzen
  • extreme Durchlässigkeit von Wärme und Wärmestrahlung
  • geringe Wärmeleitung (nur die Platte wird heiß, der Bereich um die Töpfe bleibt kühl)
  • Eignung für Induktionstechnik (nur der spezielle Topfboden wird heiß, das Ceranfeld nicht)
  • Alterungsbeständigkeit, auch bei Dauereinsatz

Pflegliche Behandlung geht vor dem Kochen los

Viele unliebsame Überraschungen können schon vor dem eigentlichen Kochen vermieden werden. Sauberes Arbeiten ist angesagt. Das Ceranfeld sollte schon gereinigt und staubfrei sein, wenn Töpfe und Pfannen mit ebenso sauberen Böden aufgestellt werden. Während die Spuren der wilden Küchenschlacht bestenfalls auf der Arbeitsplatte von kulinarischer Kreativität zeugen, führen sie auf dem Ceranfeld zweifelsohne zu kleinen oder größeren Malheurs. Ausreichend dimensionierte und befüllte Töpfe mit passenden Deckeln helfen ein Überlaufen oder Überschwemmungen zu verhindern.

Ceranfeld

Ceranfeld – Reinigung geht leicht / Bild-Urheberrecht: Ramon Espelt Gorgozo / 123rf.com

Keine große Sache – weniger ist mehr

Trotz aller Sorgfalt ist es passiert: Milch oder Soße sind übergekocht und eingebrannt, das übergelaufene Nudelwasser hat hässliche weiße Schlieren hinterlassen. Kein Grund in Panik zu geraten.

Es bedarf nur einiger weniger Utensilien, um die Folgen dieser kleinen Unfälle zu beseitigen:

  1. einen Ceranfeldschaber mit entsprechenden Spezialklingen
  2. eine weiches Tuch und handelsüblichen Ceranfeldreiniger
  3. eventuell Glasreiniger fürs Finish

Um es kurz zu machen: Scheuerschwämme und Stahlwollepads haben bei der richtigen Ceranreinigung genauso wenig verloren wie aggressive Reinigungsmittel. Backofenspray, Kalkentferner und oder Vergleichbares. Viele der “Hausmittelchen“, die durchs Netz geistern, sind tabu, im günstigsten Fall sind sie zumindest nur wirkungslos. Es sind drei einfache Schritte, die das Kochfeld in neuem Glanz erstrahlen lassen. Im ersten Schritt werden mit Hilfe des Ceranfeldschabers Nass in Nass zunächst die groben, über die Oberfläche erhabenen Verschmutzungen abgetragen. Dies am besten mit einer schiebenden Bewegung vom Körper weg, immer schön in eine Richtung.

In der Regel sind die Schaber im Lieferumfang der Kochfelder enthalten. Falls nicht, gibt es sie in jedem Haushaltsfachgeschäft oder den Haushaltsabteilungen größerer Supermärkte zu kaufen.

Dann kommt der spezielle Ceranreiniger (ebenfalls in jedem Supermarkt oder Haushaltsgeschäft erhältlich) zum Einsatz. Mit einem weichen Tuch wird mit angemessenem Druck so lange poliert, bis auch der letzte Rückstand verschwunden ist. Beim Kauf der Reiniger sollte man auf das Schott-Ceran-Gütesiegel achten. So kann man sich auch ganz sicher sein, dass das Mittel eine ausgewogene Mischung von kratzerfrei reinigenden Abrasivmitteln (umgangssprachlich: Scheuerpulver) beinhaltet.
Der letzte Schritt beschränkt sich auf das Abwaschen der Reinigerreste und dem Trockenreiben des Ceranfeldes.
Dieser Arbeitsschritt entspricht dem Finish beim Fensterputzen. Ein Schuss Essig oder Spiritus oder die Verwendung von Glasreiniger ist erlaubt, muss aber nicht zwingend sein.

Die echten Feinde

Bei allen überwältigenden Vorteilen, steht ein Cerankochfeld mit ein paar wenigen Dingen auf Kriegsfuß, die es unbedingt zu beachten gilt.

Achtung:
  • Kupfer- und Vollaluminiumtöpfe können bleibende Verfärbungen auf der Oberfläche verursachen. Dasselbe gilt für
    Aluminiumfolie, die auf die heißen Platten gerät.
  • Einbrennender und wieder abkühlender Zucker kann zu sichtbaren Schäden an der Oberfläche (Ausmuschelungen) führen.
    Bei Abkühlung zieht sich der Zucker zusammen, das Ceranfeld hingegen aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften nicht.
    Diese Spannung ist ausreichend, kleine Haarrisse oder Absprengungen entstehen zu lassen. Hier sollte man in noch warmem
    Zustand sofort mit dem Schaber intervenieren, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Betriebsfähigkeit des Kochfeldes wird durch die beschriebenen Schäden zwar nicht eingeschränkt, trotzdem sieht es unschön aus und der gewohnte Glanz ist nicht mehr zu erreichen.
Hier hilft letztendlich nur der Austausch des Glases über ein Küchenfachgeschäft.

Titelbild:Urheberrecht / Eduardo Gonzalez Diaz / 123rf.com

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