Deckenverkleidungen mit Paneelen – so geht´s!

Deckenverkleidungen mit Paneelen schaffen eine wohnliche, warme Atmosphäre. Zudem haben sie viele praktische Vorteile. Dank einer schalldämmenden Wirkung eignen sie sich gut für hellhörige Räume. Wärmeisolierendes Material kann unter den Paneelen dafür sorgen, dass die Verkleidung zu einer guten Dämmung beiträgt. So lassen sich bequem Heizkosten sparen. Hohe Altbaudecken können abgesenkt und zusätzlich begradigt werden. Ebenso kann man ideal Unansehnliches, z. B. Kabel und Leitungen oder schadhafte Stellen, unter den Paneelen verschwinden lassen, weshalb sich diese Art der Deckenverkleidung auch für Renovierungsmaßnahmen anbietet. Heute ist jeder Heimwerker, der mit den erforderlichen Werkzeugen umgehen kann, in der Lage, eine Paneeldecke selbst anzubringen. Dies ist nicht nur preiswert, sondern verschafft bereits während der Montage echte Erfolgsgefühle.

Paneelarten

Bis vor einem Vierteljahrhundert waren Deckenpaneele aus Holz sehr begehrt. Überwiegend wurden dunkle Holzvertäfelungen aus Eiche mit meist rustikaler Maserung verwendet, was mit den heutigen modernen Einrichtungsstilen kaum noch harmoniert. Inzwischen erfreuen sich helle Verkleidungen wieder zunehmender Beliebtheit. Im Trend liegen bei der Auswahl von Echtholzpaneelen Birke, Buche, Kiefer oder Esche bzw. im etwas preiswerteren Segment Ahorn, Walnuss und Kirschbaum. Holzpaneele werden behandelt wie auch unbehandelt angeboten. Im letzteren Fall sind allerdings nachträgliche Zeit- und Kostenaufwendungen einzuplanen.

Erheblich günstiger sind Paneele aus beschichteten Spanplatten oder mitteldichten Holzfaserplatten (MDF). Dabei haben MDF den Vorteil einer homogenen Struktur, die sich besser verarbeiten lässt. Ein zusätzlicher Vorteil ist, das MDF-Paneelen in gut gelüfteten Feuchträumen (nicht Nassbereiche) verwendet werden können.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht zwischen Paneelen mit fester und loser Feder. Das Nut-Feder-System bei festen Federn lässt sich einfacher montieren, da die Elemente nur ineinandergesteckt werden müssen. Hierzu sind Profilbrettkrallen erforderlich. Lose Federn sind kleine Elemente zwischen den Paneelen, die mit Fugenkrallen an der Unterkonstruktion befestigt werden. Ein Beispiel: Paneele mit kinderleichter Steckmontage von Nut und Feder mit einem Fit-fix-Schnellmontagesystem.

Eine gute Planung vermeidet Enttäuschungen

Eine gründliche Planung sollte jeder Deckenverkleidung vorausgehen, um spätere Probleme zu vermeiden. Empfehlenswert ist zunächst eine maßstabsgetreue Zeichnung der zu verkleidenden Deckenflächen. Diese wird zur Ermittlung des Materialbedarfs wie zur Festlegung der Abstände der Unterkonstruktion benötigt. Letzteres ist auch entscheidend, falls Dämmplatten unterlegt werden sollen. Die Paneele sollten zudem für eine Verlegung rechtwinklig zur Raumlänge geplant werden, da der zu renovierende Raum nach der Fertigstellung so optisch breiter erscheint. Vor dem Kauf sind der Materialbedarf der Paneele in Quadratmetern zu ermitteln und der der Unterkonstruktion (in der Regel Kanthölzer) in lfd. Metern. Auch die Tatsache, dass Paneele in unterschiedlichen Längen angeboten werden, ist hilfreich, um einen möglichst geringen Verschnitt berücksichtigen zu müssen.

Die Holzdecke: Nut-Feder-Deckenpaneele verlegen

Die notwendigen Werkzeuge zum Verkleiden der Decke mit Paneelen

Die erforderliche Arbeit kann nur dann problemlos durchgeführt werden, wenn die richtigen Werkzeuge zur Verfügung stehen, was zudem die Montage enorm erleichtert. So sind beispielsweise die meisten modernen Zimmerdecken aus Beton gefertigt. Hier würde die herkömmliche Schlagbohrmaschine kaum ausreichen. Stattdessen sollte die Arbeit mit einem Bohrhammer durchgeführt werden.

Sinnvoll ist es, folgende Werkzeuge vor der Arbeit bereitzulegen:
  • Bohrhammer mit Beton- und Steinbohrern
  • Akku-Bohrmaschine mit Holzbohrern
  • Stich- oder Kreissäge
  • Akku
  • Schrauber
  • Hammer
  • Nageltreiber
  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Bleistift

Die notwendigen Materialien zum Verkleiden der Decke

Basis eine Deckenverkleidung mit Paneelen ist eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern mit einer Stärke von mindestens 2,5 bis 3 Zentimetern (optimal sind 3 bis 4 Zentimeter), die mit einem Abstand von 40 bis 60 Zentimetern je nach Länge der Paneele montiert werden sollten. Auf diesen werden mit Hilfe von Profilholzkrallen die Paneele angebracht.

Im Regelfall sind folgende Materialien erforderlich:
  • Kanthölzer entsprechend der Deckenfläche
  • Paneele entsprechend der Deckenfläche
  • Schrauben und Dübel oder Nageldübel
  • Profilholzkrallen und Nägel
  • kleine Holzkeile oder Plättchen
  • Leisten
  • bei Bedarf Isoliermaterial.
Erster Arbeitsschritt: Unterkonstruktion zum Anbringen der Paneele
Erster Arbeitsschritt: Unterkonstruktion zum Anbringen der Paneele

Basis der Deckenverkleidung ist eine Unterkonstruktion aus Konstruktionslatten, an der die Paneele befestigt werden. Die Lattung sollte in Längsrichtung des Raumes ausgerichtet werden. Dabei bemisst sich der Abstand der Konstruktionslatten zueinander an der Länge der Paneele. Bei einer Deckenverkleidung mit Wärmedämmung ist eine zusätzliche Konterlattung erforderlich. Diese wird quer zur oberen Lattung unter dieser befestigt, so dass ausreichend Platz für die einzufügenden Dämmplatten bleibt. Die so entstehende komplette Unterkonstruktion hat abschließend die Form eines Gitters.

Zunächst werden die Bohrlöcher an den Konstruktionslatten sowie an der Decke angezeichnet. Die Bohrung erfolgt anschließend in der Stärke der vorgesehenen Dübel. Jetzt steht der problemlosen Befestigung der Unterkonstruktion nichts mehr im Wege. Abschließend sollte die korrekte Ausrichtung zur Sicherheit mit einer Wasserwaage kontrolliert werden, um ggf. noch einmal nachjustieren zu können.

Zweiter Arbeitsschritt: Dämmmaterial einfügen

Dämmmaterial wird in der Regel zwischen der Unterkonstruktion und der Decke angebracht. Fachleute empfehlen anschließend zunächst eine PE-Folie über der Dämmung anzubringen und erst dann die Konterlattung zu montieren. Dadurch wir sichergestellt, dass hinter den Paneelen ausreichend Platz für die erforderliche Luftzirkulation verbleibt.

Bei der Auswahl des passenden Dämmmaterials sollte darauf geachtet werden, dass dieses gegen Fäulnis resistent ist. Dies trifft auf die meisten gängigen mineralischen und organischen Dämmstoffe zu. Auch sollte die Dämmschicht mindestens 40 mm dick sein, was zuvor schon bei der Auswahl der Konstruktionslatten berücksichtigt werden muss. Dämmmaterial wirkt zudem schallschützend, ein Vorteil besonders in hellhörigen Räumen, z. B. in Altbauten.

Dritter Arbeitsschritt: Einsetzen der Paneele

Paneele sollten nach dem Einkauf mindestens eine Nacht in dem zu renovierenden Raum gelagert werden, was zur Akklimatisierung des Materials beiträgt. Anschließend nagelt man die Elemente nicht direkt auf die Unterkonstruktion, sondern benutzt Befestigungsklammern, die in die jeweilige Nut eingesetzt werden. Dies sorgt nicht nur für besseres Aussehen, sondern gibt dem Material auch den erforderlichen Platz zum Arbeiten. Die ersten Klammern sind mit den Federn zum Wandabschluss so anzubringen, dass ein Abstand zur Wand von ca. 2 cm verbleibt. Diese sogenannten Dehnungsfugen, die zu jeder Wand eingehalten werden müssen, kann man später mit Leisten verkleiden. Alle weiteren Paneele werden jeweils mit ihren Federn in die Nuten der zuletzt angebrachten Paneele eingefügt und auf der Seite der eigenen Nut mit einer Klammer an der Unterkonstruktion befestigt.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: auremar / 123RF Lizenzfreie Bilder

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