Technik

Ein LAN-Netzwerk richtig einrichten

Die Evolution des Internets hat viele Inhalte der heimischen Festplatten ausgelagert. Das Cloud-Hosting bietet die Möglichkeit, Daten zu speichern und für gewisse Nutzer zugänglich zu machen. Onlineserver bieten zudem Gamern die Möglichkeit, gegeneinander anzutreten. Hat die heimische LAN-Verbindung ausgedient? Ist das Filesharing im Heimnetz von PC zu PC überflüssig geworden?

Wenn viele Rechner an einem Ort stehen, ist die direkte Netzwerkverbindung eine Lösung mit Vorteilen. Ob mit mehreren Rechner in den eigenen vier Wänden oder mit PCs im Büro – Die direkte Netzwerkverbindung per LAN bringt einen schnellen Datentransfer, eine sichere Verbindung. Wie einfach sind die verschiedenen Lösungen der Vernetzung?

Das LAN Netzwerk einrichten

Um direkt mit dem Internet verbunden zu werden, wir der Router direkt mit einem Kabel angesteuert. Für den Zugang zum Internet werden gleich-adrige Ethernetkabel verwendet. Eine freie Schnittstelle sollte am Motherboard verfügbar sein, Alternativ schafft eine Netzwerkkarte Abhilfe. Wenn die LAN-Verbindung nicht aktiviert ist, so muss dies im Startmenü unter System / Geräte-Manager erledigt werden.

Das LAN Netzwerk einrichten kann auch etwas aufwändiger ausfallen. Sobald mehrere PCs im Router verbunden werden, können diese zwar unabhängig voneinander auf Daten im Web zugreifen, allerdings noch nicht miteinander kommunizieren. Um die Rechner über den Internet-Router zu verbinden, muss dieser die Funktion eines Switches erfüllen.

Um das Netzwerk einzurichten, müssen beide PCs über eine Schnittstelle für LAN-Kabel verfügen. Wenn die Rechner zum Sinn der Gamings mit zwei Personen benutzt werden sollen, genügt ein geswitchtes Ethernetkabel für die Direktverbindung. Die Verbindung zum Internet müsste dann allerdings separat hergestellt werden.

Netzwerkkabel

Netzwerkkabel

Heimnetz über Router mit Switch-Funktion

Die komplizierte Lösung ist die Verbindung über den Router. Aber was bedeutet kompliziert. Zunächst werden alle Rechner heruntergefahren und über ein Kabel physisch mit einem der freien Steckplätze des Routers verbunden. Diese sind mit LAN beschriftet. Alternativ können moderne Router auch per W-LAN angesteuert werden. Die Übertragungsraten fallen dabei niedriger aus.

Wenn der Router keine automatische Vergabe von Netzwerkschlüsseln ermöglicht, müssen diese von Hand nachgetragen werden. Dafür findet sich im Menü Netzwerk und Internet unter Netzwerkverbindungen, die LAN-Verbindung. Per Rechtsklick wird das Dropdown-Menü geöffnet und der Punkt Eigenschaften gewählt.

Innerhalb der “Eigenschaften von LAN-Verbindung” das Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) markiert, der Button “Eigenschaften” wird anwählbar. Mit einem Klick ist man am Ziel – die Eigenschaften des Internetprotokolls Version 4. Dieser Schritt ist wie gesagt nur notwendig wenn der Router keine automatischen IP’s vergibt. Statt IP-Adresse automatisch beziehen, wird das Feld “folgende IP-Adresse verwenden” angewählt.

Geben Sie folgende Adresse an: “192.168.0.1“. Das Feld Subnetzmaske füllt sich in der Regel von allein mit den Zahlen “255.255.255.0“. Nun folgt eine letzte einfache Einstellung – Unter “System und Sicherheit” findet sich im Untermenü “System” die Möglichkeit, die Einstellungen unter “Einstellungen für Computernamen, Domäne und Arbeitsgruppe zu ändern“.

Das geschilderte Vorgehen muss nun auf allen der Gruppe zugehörigen PCs durchgeführt werden. Dabei wird die IP-Adresse fortlaufend Nummeriert: 192.168.0.1 auf Rechner Nummer eins, 192.168.0.2 auf Rechner Nummer zwei, usw. Der Name der Arbeitsgruppe muss übereinstimmen. Wer sich verschreibt eröffnet eine eigene kleine Gruppe.

Vorsicht Freigabe!

Inhalte sollten nie komplett freigegeben werden. Wenn Dateien zum Tausch zwischen den Rechnern anfallen, können Extra eingerichtete Netzwerkordner auf dem eigenen PC eingerichtet werden. Dabei gibt es noch einen Unterschied, ob lediglich eine Lese- oder auch eine Schreibberechtigung erfolgen soll. Die Daten sollten zudem nur im Heimnetz freigegeben werden. Die Internetverbindung bleibt davon unberührt. Es wird zudem empfohlen, die Ordner mit einem Passwort zu schützen.

Router mit Switchfunktion

Router mit Switchfunktion

Router ohne Switchfunktion?

Wenn Ihr Internetrouter keine Switchfunktion erfüllt, kann einfach ein Switch zwischengeschaltet werden. Der Switch navigiert dann die Kommunikation zwischen den PCs und auch die zum Internet. Ein Funkswitch bietet auch für Notebooks die Möglichkeit Teil der Gruppe zu werden.

Sinn des Direktnetzwerkes

Wem es darum geht Daten zu tauschen, kann sich über eine Cloud eine bedeutend einfachere Lösung suchen, als mit dem Heimnetz in der Direktverbindung. Die Cloud ist passwortgeschützt und Gruppen mit verschiedenen Berechtigungen können sehr leicht eingeteilt werden. Der Browser ist zudem an jedem Rechner eine Möglichkeit, die Cloud im Internet zu nutzen.

Wer im Heimnetz direkt vernetzt Games genießen möchte, wie es bei einer LAN-Party der Fall ist, hat Verwendung für das Einrichten des LAN-Netzwerkes. Die Übertragungsraten sind schneller als in der Communication mit einem Onlineserver, was sich auch positiv auf die Ping-Zahlen auswirkt. Im direkten, physischen LAN-Netzwerk gibt es keinen Verzug und kein Ermüden der Leitung aufgrund eines zu hohen Traffics, der sich irgendwann ab dem vierten Rechner einstellt. Das LAN-Netzwerk einrichten ist kein ausgestorbenes Relikt. So lange die Vorteile nicht durch Onlinelösungen abgelöst werden, lohnen sich die Klicks. Durch moderne Geräte erfolgen viele Einstellungen zudem automatisch.

Bilder: Pixabay.com/de

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