Fliesenfugen reinigen – Blütenweiße Fugen statt Schimmel

Es sieht so toll aus, wenn man die Bäderabteilungen der Baumärkte durchstreift: makellose Fliesen und blendendweiße Fugen! Herrlich! Vergleicht man das Ganze mit der heimischen Pflanzenwelt im eigenen Badezimmer kann man da schon neidisch werden. Doch keine Panik. Gegen Schimmel und Gilb ist mehr als ein Mittel gewachsen. Sowohl Mutti als auch der Baumarkt haben einige Tipps in Petto.

Was der Küchenschrank so hergibt

Eine der Hauptbackzutaten im Vorratsschrank bewährt sich immer wieder an den vielfältigsten Stellen im Haushalt. Backpulver ist der Allrounder unter den Reinigungsmitteln und soll auch unansehnliche Fliesenfugen wieder auf Hochglanz bringen. Wer früher schon gern im Matsch gespielt hat, wird seine helle Freude haben: das Backpulver wird mit wenig Wasser zu einer Paste vermischt und in die Fugen gebürstet. Nach circa einer Stunde Einwirkzeit duscht oder bürstet man das Gemisch aus den Fugen heraus und trocknet diese gründlich. Vertraut man Mutti, so sollen die Fugen nun wieder glänzen.

Eine ähnliche Wirkung sollen auch Soda beziehungsweise Natron erzielen, da sie, wie auch Backpulver, Natriumhydrogencarbonat als Grundstoff innehaben. Nicht überliefert wurde allerdings, ob Dr. Oetker besser putzt als RUF. Für alle, die das Kribbeln in der Nase lieben, ist verdünnter Salmiakgeist (zum Putzen, nicht zum Nase spülen!) das ideale Reinigungsmittel. Es wird genauso verwendet wie das Backpulvergemisch.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst du mit Essigessenz:
Sie verhilft nicht nur den Fugen zu strahlendem weiß, sondern befreit auch gleich die Fliesen von unschönen Kalkflecken.

Aus den Regalen des Baumarktes

Wer nicht gleich zu der Chemiekeule greifen möchte, steuert im Baumarkt zunächst die Geräteabteilung an. Mit einem Dampfreiniger oder Dampfbesen rückst du nicht nur Schimmel und Seifenschmutz auf den Leib. Der Heißdampf sorgt zudem für frische Hygiene und Sauberkeit ohne aggressive Reinigungszusätze. Und wenn Muttis Tipps noch nicht zum Erfolg führten, tun es bestimmt die Mittel aus dem Baumarkt.

Wer fiese Schimmelflecken in den Fugen sein Eigen nennt, wird um einen meist chlorhaltigen Schimmelentferner nicht umherkommen. Dieser arbeitet dafür in der Regel von alleine – immerhin eine Entschädigung dafür, dass man die Hausbewohner in eine schwimmbadähnliche Geruchskulisse einnebelt. Handschuhe und gute Belüftung sind ein Muss bei dem Umgang mit diesen Reinigern. Ist der Schimmel verschwunden, geht es mit einem Fliesen- und Fugenreiniger dem restlichen Schmutz aus Kalk, Seife und Körperschuppen an den Kragen. Hier hilft es allerdings wenig, wenn nur mit einem Lappen über die Fliesen gewischt wird. Auch der Fugenreiniger sollte per Bürste in die einzelnen Fugen gebracht werden. Zurückhaltend sollte man mit zweckentfremdeten Mitteln, wie zum Beispiel Scheuermilch, agieren. Sie können die Fugen porös machen.

Zahnbürste
Sagen Sie mit einer Zahnbürste dem Schimmel den Kampf an

Vorbeugen ist besser als putzen

Du hast es vielleicht schon bemerkt: Fugen wieder in den weißen Urzustand zu bringen, ist echte Arbeit. Besser ist es da, Schimmel und Dreck keine Chance zu geben. Ist dein Bad gerade eben frisch gebaut oder renoviert worden, kannst du die Fugen mit einer Tube Fugenversiegelung schützen. Schmutz und Wasser können dann nicht in den Fugen haften und bieten Schimmel keinen Nährboden. Noch effektiver ist richtiges Lüften und Heizen. Besonders nach dem Duschen oder Baden sollten die Fenster einmal weit geöffnet werden. Die Badezimmertür dabei aber geschlossen halten, damit sich die feuchte Luft nicht in den anderen Zimmern ausbreitet. Du verlagerst sonst das Schimmelproblem in die angrenzenden Räume.

Auch wenn du das Badezimmer gerade nicht benutzt, sollte es dennoch auf mindestens 19 Grad geheizt sein, damit sich die Luftfeuchtigkeit nicht an den Wänden kondensiert.

Und natürlich ganz effektiv:
Nach dem Duschen nicht nur die Wände der Duschkabine, sondern auch die Fliesen abziehen. Da Schimmel Feuchtigkeit liebt, ist es noch besser, Fliesen und Fugen mit einem Küchentuch trocken zu wischen. So bleibt kein Wasser in den Zwischenräumen stehen.

Silikon ist ein Härtefall

Manche Fugen sind Teufelswerke. Sind Silikonfugen erstmal verdreckt, hilft meist kein Putzmittel. Bürsten greifen dazu die Oberfläche an und machen sie noch unansehnlicher. Doch ein Gutes haben Silikonfugen. Sie sind mit einem Teppichmesser schnell entfernt. Frisches Silikon, dass mit einem Zusatz gegen Schimmel versetzt wurde, kann dann schnell und einfach in die Fugen gebracht werden. Das Verfugen ist auch für handwerkliche Anfänger problemlos zu bewältigen. So glänzen die Fugen wieder neu. Ganz schlaue Handwerker setzen gleich mit anthrazitfarbenem Fugenbunt Akzente in der Badezimmergestaltung. Das hilft zwar grundsätzlich nicht gegen das Schimmelproblem, man sieht ihn dafür aber nicht – eigentlich die typische Männervariante.

 

Bilder: Pixabay.com/de

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