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Hilfe mein Pferd ist zu dick – ein Ratgeber zur gesunden Gewichtsreduktion

Da in unserer heutigen Gesellschaft ein Überangebot an Nahrung, insbesondere an Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen herrscht und es bei Pferden, als ausgezeichnete Futterverwerter sogar durch die Aufnahme von Rohfasern wie Stroh und Heu zu Verfettung kommen kann, ist es von äußerster Wichtigkeit bereits die frühzeitigen Ansätze von Übergewicht zu erkennen und gegebenenfalls rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen einen Überblick über die drei häufigsten Krankheiten die aus einem zu dicken Pferd resultieren bieten, die Folgen aufzeigen und auf Lösungsmöglichkeiten für eine gesunde und vor allem nieren- und leberschonende Gewichtsreduktion bei Ihrem Pferd eingehen.

Sofern Ihr Pferd oder Pony nur ein paar Gramm zu viel auf den Rippen hat, besteht kein Grund zur Sorge. Doch sobald es sich um eine größere Anzahl an Kilos und dadurch um ein zu dickes Pferd handelt, besteht Handlungsbedarf, da sehr schnell aus Übergewicht und der daraus resultierenden Verfettung des Tieres Erkrankungen entstehen können. Die drei typischsten Wohlstandskrankheiten sind das equine metabolische Syndrom, die Hufrehe und das Cushingsyndrom.

Das equine metabolische Syndrom

Anzeichen sind häufig sehr starkes Übergewicht, Fettdepots über den Augen und um den Schweifansatz herum und ein sehr lethargisch wirkendes Tier. Für eine aussagekräftige Diagnostik sollte eine mindestens zwölf Stunden andauernde Fastenperiode bei Ihrem Liebling durchgeführt werden und anschließend mittels Bluttest geprüft werden. Ein unbehandeltes equines metabolisches Syndrom führt oft unweigerlich zur Hufrehe.

Die fütterungsbedingte Hufrehe

Bei dieser für das Pferd sehr unangenehmen und schmerzhaften Erkrankung, entzündet sich die Klauenlederhaut. Dies führt im Anschluss zu einer Ablösung der Lederhaut. Eine akute Hufrehe muss sofort von einem Tierarzt behandelt werden, da sie im schlimmsten Fall zu einem regelrechten Ausschuhen und sogar zu einer Hufbeinsenkung führen kann.

Gewichtsreduktion bei Pferden

Eine Hufrehe muss von einem Tierarzt behandelt werden / Bild: Pixabay.com/de – skeeze

Das Cushingsyndrom

Hier führt eine übermäßig hohe Cortisolkonzentration im Blut des Tieres zu einer regelrechten Körperformveränderung. Ein typisches Erscheinungsbild ist beispielsweise ein regelrechter Hängebauch.

Präventivmaßnahmen

Am einfachsten und effektivsten ist die Verfettung des Pferdes bereits im Vorfeld zu bekämpfen. Bemerken Sie, dass Ihr Liebling eine signifikante Fettmenge angesetzt hat, insbesondere im Bereich des Mähnenkammes und dem Schweifansatz, sollte sofort mit einer reduzierten und abwechslungsreichen Ernährung sowie einer erhöhten Bewegung gegengesteuert werden. Führt dies nicht zum Ziel, muss mit einer regelrechten Diätmaßnahme für das Pferd gearbeitet werden.

Diätmaßnahmen

Zum einen bietet es sich an das Pferd mit gewaschenem Heu, das im Idealfall mindestens eine halbe Stunde gewässert wurde und ungezuckerten Rübenschnitzeln zu füttern sowie die Verfütterung von Getreide, Pellets, Karotten und frischem Gras ganz einzustellen. Zum anderen sollte die Futterration vorsichtig verringert und die Bewegungsintensität des Pferdes Schritt für Schritt gesteigert werden. Bereits ein täglicher einstündiger Schrittausritt kann hier wahre Wunder bewirken und für eine Anregung der Darmmuskulatur sorgen.

Beachten Sie bei der Futterreduzierung aber, dass Sie die Futtermenge nicht zu stark einschränken, da ein gesundes Pferd mindestens 1,5 – 2% seines Körpergewichtes pro Tag als Futtermenge benötigt.

In der Zeit der Diätmaßnahme sollte auch ein freier Weidegang des Tieres verhindert werden, da Pferde sehr leicht mehrere Kilo Weidegras aufnehmen können und dies einen sehr hohen Energiegehalt aufweist.

Gewichtsreduktion bei Pferden

Reduzieren Sie die Futtermenge nicht zu sehr / Bild: Pixabay.com/de – Alexas_Fotos

Weitere unterstützende Maßnahmen

Sinnvoll ist es auch die Hilfe eines sogenannten Futterberaters in Anspruch zu nehmen oder den tatsächlichen Futterbedarf des eigenen Pferdes selbst über kostenlos verfügbare online Programme zu berechnen. Die Basis stellt hier stets die oben beschriebene Mindestfuttermenge und das jeweilige Gewicht des Tieres dar.

Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, sollte die Diät Ihres Vierbeiners zusätzlich mittels einer den Stoffwechsel unterstützenden Entgiftungskur ergänzt werden. Schonend und auf eine natürliche Art und Weise wird der Tierkörper nieren- und leberschonend von Toxinen befreit und der Stoffwechsel angeregt. Gerade, da durch den Fettverbrennungsvorgang die im Fettgewebe gespeicherten Toxine gelöst werden, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass diese Stoffe gebunden werden, bevor Sie Schaden anrichten können. Meist wird das durch Montmorillonit erreicht. Diese Entgiftung ist für das Tier sehr wichtig da die Leber während des Diätprozesses sehr stark durch Stoffwechselmetaboliten und Schadstoffe belastet wird.

Außerdem sollten Sie sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens wenden und mittels Bluttests die genaue Diagnose feststellen lassen, um auch weitere zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können.

Fazit

Ein zu dickes Pferd ist sehr oft das Resultat eines falschen Futtermanagements und einer zu geringen Bewegungsauslastung des Tieres. Sorgen Sie bei akuten Gewichtsproblemen Ihres Lieblings für eine Erhöhung der Bewegungsintensität und eine Verringerung der Futtermenge. Zusätzlich bietet es sich an, die Beratung eines Futterexperten in Anspruch zu nehmen und einen Diäterfolg durch eine regelrechte Entgiftungskur zu unterstützen.

Ein zu dickes Pferd ist kein Weltuntergang, da Ihrem Tier mit der richtigen Strategie und einer Entgiftungskur erfolgreich geholfen werden kann.

Titelbild: Pixabay.com/de – WenPhotos

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