Hyazinthen richtig pflanzen und pflegen

Hyazinthen betören mit ihrem Duft und ihren farbenprächtigen Blütentrauben. Sie gehören zu den ersten Pflanzen, die im Frühling das Grau des Winters vertreiben. Wie sie richtig gepflanzt werden und welche Pflege sie brauchen, um lange Freude an ihnen zu haben, verrät dieser Artikel.

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen

Hyazinthen werden am besten im Herbst, im Oktober oder November, in die Erde gesetzt, wenn diese noch nicht gefroren ist. Die großen Zwiebeln werden so tief in die Erde eingebracht, dass die Spitzen zwischen 5 und 10 cm unter der Erdoberfläche liegen. Zum Schutz vor Wühlmäusen können sie in Pflanzgefäße oder Drahtkörbe gelegt werden. Die Zwiebeln brauchen ausreichend Platz und dürfen sich dabei nicht berühren.
Hyazinthen, die in Gruppen gepflanzt werden, bilden im Frühling einen attraktiven Blütenteppich. Die Farbenpracht reicht je nach Sorte von weiß und rosa über gelb und rot bis hin zu blau und violett. Die Höhe beträgt zwischen 20 und 30 cm und sollte beim Pflanzen beachtet werden.

Wer sich im Frühling über einen längeren Zeitraum an den Hyazinthen erfreuen will, kann die Zwiebeln von verschiedenen Sorten im Herbst mit einem Abstand von ein bis zwei Wochen in die Erde stecken. Dann blühen sie im Frühling später auf.

Bild Hyazinthen einpflanzen

Ansprüche an den Standort

Die aus dem Mittelmeer stammenden Zwiebelpflanzen sind pflegeleicht und recht anspruchslos. Sie bevorzugen einen sonnigen Standort, damit sie genug Energie aus der schwachen Frühlingssonne ziehen können, geben sich aber auch mit einem schattigen Platz zufrieden und blühen dann etwas später.

Hyazinthen brauchen nährstoffreiche Erde. Am besten wird Gartenerde mit Komposterde vermischt, das erspart eine zusätzliche Düngung. Bei sehr lehmhaltiger Erde empfiehlt es sich etwas Sand unterzumischen, damit Nährstoffe besser an die Zwiebel und die Wurzeln kommen und die Wasserdurchlässigkeit erhöht wird. Denn Staunässe ist schlecht für die Zwiebeln, die dann leicht verfaulen. Allerdings vertragen die Zwiebeln auch keine durchgehende Trockenheit. Deshalb sollten sie gegossen werden, wenn nicht genug Niederschlag fällt, sonst trocknen die Zwiebeln aus, die Pflanzen können nicht ausreichend Wurzeln bilden und bekommen nicht genügend Nährstoffe. Am besten wird gegossen, wenn die obere Erdschicht trocken ist.

Bild Hyazinthen im Garten

Pflege im Garten

Nach dem Winter treiben die langen, glänzenden Blätter der Hyazinthen aus der Erde, dann folgt der bis zu 30 cm hohe Stiel, an dem die kleinen Blüten in einer Traube hängen. Diese Blütentrauben können so schwer werden, dass der Stiel knickt. Um das zu verhindern, steckt man kleine Stäbe vorsichtig in die Erde und achtet darauf, die Zwiebel nicht zu verletzen. Mit Bast wird die Blütentraube dann an den Stäben festgebunden. Sie blühen in der Regel von März bis Mai.

Wenn die Blumen verblüht sind, wird der Blütenstiel abgeschnitten. Sonst würden sich Samen bilden und der Zwiebel zu viel Kraft entziehen. Die grünen Blätter liefern der Zwiebel weiterhin Nährstoffe und sollten solange stehen bleiben, bis sie verwelkt sind. Erst wenn sie eine gelblich-braune Farbe haben, sollten die Blätter entfernt werden.

Die Hyazinthenzwiebeln können das ganze Jahr in der Erde gelassen werden. Sie müssen jedoch vor strengem Frost und Verwässerung geschützt werden. Deshalb deckt man sie mit Reisig oder Stroh ab. Dieses sollte man im zeitigen Frühjahr wieder entfernen, damit die Blätter der Hyazinthen genug Licht bekommen und nicht durch das Stroh oder den Reisig schießen und viel Kraft in das Längenwachstum stecken müssen.

Wenn man die Zwiebeln aus der Erde nehmen will, um sie an einen anderen Standort zu setzen oder um sie vor Wühlmäusen zu schützen, müssen die Zwiebeln gesäubert und getrocknet werden. Zum Schutz kann man sie in Zeitungspapier einschlagen oder in einer mit Zeitungspapier ausgeschlagenen Kiste dunkel und trocken lagern. Im Herbst werden die Zwiebeln dann wieder ausgepflanzt.

Hyazinthenzwiebeln können bei guter Pflege ein Alter von 10 Jahren und mehr erreichen.

Düngung

Im ersten Jahr brauchen Hyazinthen keine zusätzliche Düngung. Auch bei nährstoffreichen Böden kann auf Düngung in den Folgejahren verzichtet werden oder man reichert den Boden im Herbst einfach mit Komposterde an.

Sollten die Blütenstände aber kleiner werden, ist es ratsam Nährstoffe zuzuführen. Werden die Zwiebeln in der Erde gelassen, wird nach der Blüte bis Mitte des Sommers monatlich ein herkömmlicher Flüssigdünger gegeben und ab Mitte des Sommers auf einen kalireichen Dünger umgestellt, der die Ausreifung der Zwiebel und damit die Bildung der Blütentraube im nächsten Jahr fördert. Ab Mitte Oktober wird die Düngung eingestellt.

Werden die Zwiebeln aus der Erde geholt und im Herbst eingesetzt, reicht es aus, die Erde mit Kompost zu vermischen. Hyazinthen vertragen keinen tierischen Dünger und können davon eingehen.

Bild vermehrte Hyazinthen

Vermehrung

Fühlen sich die Hyazinthen in der Erde wohl, bilden sich meist nach wenigen Jahren kleine Brutzwiebeln an der Mutterzwiebel. Diese können abgetrennt und einzeln gepflanzt werden.

Schädlinge

Der größte Feind der Hyazinthen ist die Wühlmaus. Diese frisst die Zwiebeln ganz oder nagt sie soweit an, dass sie verfaulen, in beiden Fällen stirbt die Pflanze. Pflanzgefäße oder Drahtkörbe können das am besten verhindern. Auch können die Zwiebeln nach der Blüte aus der Erde genommen werden, doch das macht viel Arbeit.

Manchmal befallen Blattälchen (Fadenwürmer) die Hyazinthe. Die bis zu 1 mm kleinen Tierchen leben im Wasser und kommen meist durch das Besprühen mit verseuchtem Wasser oder durch zu häufiges Gießen an die Pflanze. Die Blattälchen schädigen die Blätter, in dem sie sie von innen aussaugen, was man an glasigen Stellen im Blatt erkennen kann. Später werden diese Stellen braun und bilden kantig abgegrenzte Flecken. Ist der Befall gering, reicht es die betroffenen Blätter zu entfernen und bis zur Beseitigung des Schädlings die Pflanze nicht mehr mit Wasser zu besprühen. Ist der Befall fortgeschritten, muss die Pflanze entfernt werden, damit sich der Schädling nicht auf benachbarte Pflanzen ausbreiten kann.

Hyazinthen sind schwach giftig

Alle Pflanzenteile der Hyazinthe sind schwach giftig. Bei Berührung mit der Zwiebel oder dem Zwiebelsaft können Hautreizungen auftreten. Wer empfindliche Haut hat, sollte Gartenhandschuhe bei der Arbeit mit Hyazinthen tragen. Sollten Pflanzenteile verschluckt werden, können Übelkeit und Erbrechen auftreten, dies gilt besonders für Kinder und Haustiere. Die Giftnotrufzentrale erteilt Auskunft darüber, wie bei Vergiftungserscheinungen vorgegangen werden muss.

Bildernachweis:
Titelbild – Hyazinthen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Hyazinthen einpflanzen Urheber: svetlanacherruty / 123RF Lizenzfreie Bilder
rosa Hyazinthen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
vermehrte Hyazinthen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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