Gesundheit

Kampfer – die heilende Wirkung der ätherischen Öle

Bis vor einigen Jahren hatte der Kampferbaum noch eine hohe Bedeutung in der Pflanzenheilkunde im europäischen Raum. In der Zwischenzeit ist aufgrund von Studien das Interesse an Kampfer etwas zurückgegangen. Zwar ist seine Wirkung gegen Herzerkrankungen und Husten nicht zu bestreiten, aber diese Studien haben belegt, dass das Vergiftungsrisiko bei einer Einnahme von Kampferpräparaten nicht wegzureden ist.
Im asiatischen Raum allerdings ist die Bedeutung unvermindert. Hier werden die ätherischen Öle des Kampferbaumes weiterhin in der Pflanzenheilkunde verwendet.
Dieser Artikel soll dir die nützlichen Wirkungen aufzeigen sowie Hinweise geben, was bezüglich Campher zu beachten ist.

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Herkunft und Geschichte des Kampfer

Heimat des Kampferbaumes ist der Süden Chinas, Vietnam und Japan. Zudem werden Kampferbäume in Sri Lanka und Afrika gezüchtet.
In Europa wurde Kampfer zum ersten Mal zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Spanien erwähnt. Hildegard von Bingen machte die Heilpflanze bekannt, indem sie diese gegen Fiebererkrankungen verabreichte. Mittlerweile ist allerdings wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kampfer gegen Fieber unwirksam ist. Bei Erkältungen hingegen ist die Wirkung unbestritten und die Verabreichung von Kampfer immer noch aktuell.

In Deutschland findet Kampfer erst im 17. Jahrhundert seine erste Erwähnung. Da dieser Baum überwiegend im Himalaja auf Höhen über 1.000 Meter beheimatet ist, ist das aber nicht weiter verwunderlich. Als wesentlicher Bestandteil der asiatischen Medizin wird der Kampferbaum in Japan gezielt gezüchtet. Allerdings sind auch Kämpferbäume in freier Natur zu finden.

In der Botanik ist der Kampferbaum in der Familie der Lorbeergewächse angesiedelt. Mit einer Höhe von bis zu 20 Metern ist der Kampferbaum ein immergrünes Gewächs. Die grünen, ellipsenförmigen Blätter strahlen einen aromatischen Duft aus. In der Hauptblütezeit von April bis Mai schmückt sich der Baum mit Blüten von gelblich bis grünlich. Unter guten Bedingungen kann ein Kampferbaum ein Alter von 1.000 Jahren erreichen.

Vietnam als Herkunft des Kampferbaumes

In Vietnam ist der Kampferbaum beheimatet

Inhaltsstoffe des Kampfer und seine Wirkungen

Wirklich interessant an der Pflanze ist der Wirkstoff Campher. In einem komplizierten Destillationsverfahren wird dem Holz der Bäume das ätherische Öl entzogen. Dazu eignen sich aber nur Kampferbäume, die mindestens 50 Jahre alt sind. Als ätherisches Öl kann Campher zudem in seiner natürliche Form andere oder Bestandteile anderer ätherischer Öle aufweisen. Sein Geruch ähnelt dem des Eukalyptus. Zudem riecht das Öl relativ scharf.

Inhaltsstoffe des Campher sind:

  • Campher
  • Pinen
  • Safrol
  • Phellandren.

Kampfer findet in der Pflanzenheilkunde vielfältige Anwendung.

Bei nachfolgenden Beschwerden können Kampferextrakte angewendet werden:
  • Erkältungssymptome und Atemwegserkrankungen
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden wegen der durchblutungsfördernden Wirkung
  • zu niedriger Blutdruck
  • bei Herzschmerzen in Kombination mit Weißdorn
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Kreislaufbeschwerden.

Zudem hilft Kampfer bei Juckreiz und ist leicht schmerzstillend. Weiterhin sagt man Campher leicht desinfizierende Wirkung nach.

Kampfer wird nicht als Tee vertrieben

Kampfer wird nicht als Tee vertrieben

Wann und wie wird Kampfer angewendet?

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass Kampfer nur in geringer Dosierung hilfreich ist. Als Naturprodukt gibt es Campher oder Kampferextrakte in vielerlei unterschiedlichen Varianten. Zur äußerlichen Anwendung ist Kampfer in Form von Salben oder Duftmittel erhältlich, es kann aber auch Inhaltsstoff von Medizin sein. In Salben ist normalerweise niemals ein Prozentsatz über 25% Campher enthalten.

Campher wird im Gegensatz zu den meisten anderen Heilpflanzen nicht als Tee vertrieben. In Europa hat sich das Angebot an Kampferprodukten in der Zwischenzeit fast ausschließlich auf Salben reduziert. Bei wissenschaftlichen Studien zur inneren Anwendung wurden Nachweise erbracht, dass Kampfer bei der Verwendung gegen Herzerkrankungen oder Husten Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Die Dosierungsempfehlungen sind je nach Präparat unterschiedlich.

Die Tagesdosis bei einer inneren Anwendung liegt zwischen 30 und 300 mg. Salben zur äußerlichen Anwendung enthalten einen Anteil von 10 bis 20% Kampfer.
Bei Anwendung von Kampferpräparaten solltest du deswegen dringend die Packungsbeilagen beachten. Im Notfall besser den Apotheker oder Arzt um Rat befragen.

Als Grundsatzregel kann angesehen werden, dass Kampfer in einer Konzentration von 20 Gramm bei Erwachsenen zum Tode führt.

Bei einer Einnahme ab 2 Gramm kann es vorkommen, dass bereits die ersten Vergiftungserscheinungen auftreten.

Diese Regel gilt bei Erwachsenen. Aus diesem Grund sollte Kampfer niemals bei Kindern angewendet werden. Für Kinder kann bereits 1 Gramm zum Tode führen. Symptome einer Vergiftung können zentralnervöse Störungen wie Verwirrtheit, Schwindel oder Krampfanfälle sowie Übelkeit und Erbrechen sein. Bei jüngeren Menschen ruft Kampfer immer noch Atemwegskrämpfe aus, was letztendlich im extremen Fall auch zum Tod führen kann. Für Schwangere, egal, in welcher Schwangerschaftswoche sie sind, ist Kampfer ebenfalls tabu.
Du solltest Kampfer grundsätzlich nur kurzzeitig anwenden. Bei sensibler Haut oder offenen Hautstellen sollte der Kontakt mit Kampferpräparaten vermieden werden.

Kampfer lindert Herzbeschwerden

Mittels Kampfer können Herzbeschwerden behandelt werden

Kampfer in der äußerlichen und innerlichen Anwendung

Bei der äußeren Anwendung zeigt Campher einen hautreizenden Effekt. Wenn jedoch beispielsweise bei Rheumaschmerzen der Wirkstoff auf die schmerzenden Bereiche des Körpers aufgetragen wird, entsteht dort eine juckreiz- und schmerzstillende sowie eine betäubende Wirkung. Die Empfangsstellen der Haut werden in diesen Bereichen durch das Campher gehemmt. Dabei entsteht aber gleichzeitig eine Reizung der Haut. Aus diesem Grund sollte Campher auch in stark verdünnter Konzentration höchstens vier Mal täglich äußerlich aufgetragen werden.

Campher wird eine Linderung bei Herzbeschwerden nachgesagt. Dafür wird der sogenannte “Counterirritatans-Effekt” verantwortlich gemacht. Dieser Effekt sagt aus, dass durch eine entstehende Reizung an einer bestimmten Stelle des Körpers die Beschwerden an anderer Stelle (dem Herzen) gelindert werden. In diesem Zuge wurde die kreislaufstärkende Wirkung von Campher festgestellt sowie eine verbesserte Wandspannung bei Venen und Schlagadern beim Blutauswurf im Herzen. Der periphere Widerstand verringert sich. Bei einer äußerlichen Anwendung von Campher konnte in diesen Studien ein Einfluss auf die Funktion der Blutgefäße aber nicht gesichert nachgewiesen werden.

Andere Studien wiederum haben gezeigt, dass eine innerliche Anwendung von Campher kombiniert mit Weißdorn funktionale Beschwerden der Herzgefäße verbessern kann.
Auf das Atemzentrum kann Campher bei Entzündungen der Atemwege eine anregende Wirkung zeigen. Besonders wirksam ist hier das Inhalieren von Dämpfen des ätherischen Öls aus Salben oder Balsam.

Die durch die Aufnahme im Kehlkopf entstehenden Reize werden an die Nerven weitergeleitet, wodurch sich die Entzündungen durch Husten oder Bronchitis verringern.
Wird Campher innerlich angewendet, entfaltet er seine Wirkung auf die Gefäßnerven speziell bei niedrigem Blutdruck. Durch die erhöhte Wandspannung der Venen und Schlagadern steigt auch der Blutdruck und wirkt sich auf den gesamten Kreislauf aus.

Wichtige Tipps zur Anwendung von Kampferprodukten:

  • Es ist nicht notwendig, campherhaltige Salben großflächig aufzutragen.
  • Wegen einer Gefahr von Ekzemen Campher niemals auf verletzte Hautstellen auftragen.
  • Bei Asthma und Lungenentzündung ist Campher nicht zu empfehlen, da es die Bronchien verkrampfen kann.
  • Campher niemals in der Schwangerschaft oder bei Kindern anwenden.
  • Da Campher Vergiftungen auslösen kann, sollte es niemals eingenommen werden.
  • Benutze Campher niemals über einen längeren Zeitraum, da sonst die giftigen Wirkungen überwiegen.

Fazit

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft können wir davon ausgehen, dass das ätherische Öl Campher auf die Gesundheit eine durchaus positive Wirkung aufweist. Zur äußeren Anwendung bei Rheuma, Muskelbeschwerden sowie Erkältungen ist eine Verwendung von Campher durchaus interessant. Bei der Nutzung von Kampfer solltest du jedoch sehr vorsichtig sein, da ein gewisses Risiko für eine Vergiftung besteht. Aus diesem Grund sollten Kampferpräparate für Kinder nicht zugänglich sein.

Mit der entsprechenden Vorsicht und unter Beachtung der aufgezählten Punkte kannst du von den heilenden Wirkungen des Camphers durchaus profitieren. Trotzdem sollte vor der Verwendung von Kampferpräparaten stets ein vorheriges Informationsgespräch mit dem Hausarzt stattfinden. Und bedenke immer, all diese Informationen bezüglich Wirkungen und Anwendung von Kampfer sollen ausschließlich einen Überblick über die heilende Wirkung geben. Das ersetzt aber im konkreten Fall nicht den Besuch beim Hausarzt.

Bilder: Pixabay.com/de

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