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Öl beim Auto richtig nachfüllen

Der wohl wichtigste Betriebsstoff eines Autos ist das Motorenöl. Zwar bleibt ein Auto mit leerem Tank stehen – Benzin oder Diesel sind aber schnell nachgefüllt. Hat der Motor jedoch zu wenig Öl, sind die Folgen ungleich drastischer. Denn das Motoröl schmiert während des Betriebs zahlreiche bewegliche Teile im Motor, die sich teilweise mit mehreren tausend Umdrehungen pro Minute aneinander reiben. Wenn hier keine ausreichende Schmierung zur Verfügung steht, entsteht schnell Verschleiß. Im schlimmsten Fall droht ein Kolbenfresser, wenn Teile des Motors blockieren. Meist ist dann nichts mehr zu retten. Die Kontrolle des Ölstands und das Nachfüllen kannst Du leicht selbst vornehmen, einige Dinge sind jedoch zu beachten.

Kontrollieren, bevor die Lampe brennt

Beinahe jedes Auto verfügt über eine Kontrollleuchte für den Ölstand. Diese befindet sich in der Nähe des Tachos, ist rot oder Orange und trägt als Symbol ein Ölkännchen. Doch wenn diese Leuchte brennt, ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass der Ölstand schon viel zu lange nicht mehr kontrolliert wurde. Denn diese Lampe springt erst dann an, wenn der Ölpegel im Motor einen gefährlichen Tiefstand erreicht hat. Das Öl muss dann umgehend nachgefüllt werden, ansonsten kann es schnell zu Schäden kommen.

Der Ölstand des Autos sollte immer im warmen Zustand kontrolliert werden. Denn ist der Motor vollständig kalt, ist das Öl es auch – und damit entsprechend zähflüssig und nicht verteilt. Deswegen ist der ideale Zeitpunkt zur Kontrolle etwa fünf bis zehn Minuten nach Abstellen des Motors. Selbstverständlich ist der Motor dann noch warm, es ist also etwas Vorsicht beim Anfassen geboten. Der Peilstab, mit dessen Hilfe der Ölstand abgelesen werden kann, befindet sich fast immer im Motorraum in unmittelbarer Nähe zum Motor selbst.

Er ist leicht an einem farbigen Ring zu erkennen, an diesem Ring kann der Peilstab zur Messung auch herausgezogen werden. Sollte er einmal unauffindbar sein, hilft ein kurzer Blick in die Betriebsanleitung des Fahrzeugs.

Den Ölstand prüfen, Schritt für Schritt

Bei der Prüfung des Ölstandes gehen Sie wie folgt vor:
  • Handschuhe anziehen, mehrere Papiertücher bereitlegen;
  • Die Motorhaube öffnen und gegebenenfalls sichern;
  • Den Ölpeilstab identifizieren, notfalls im Handbuch nachschlagen;
  • Den Peilstab vorsichtig herausziehen, das untere Ende abwischen;
  • Den Peilstab wieder bis zum Anschlag in seine Halterung zurückschieben;
  • Jetzt den Peilstab erneut vorsichtig herausziehen und den Ölstand ablesen;
  • Der Ölstand muss sich zwischen den beiden Markierungen auf dem Peilstab befinden;
  • Peilstab zurückstecken;
  • Motorhaube entsichern und wieder schließen;

Die Markierungen auf dem Peilstab befinden sich nahe des unteren Endes. Sie sind entweder durch die Begriffe “Min” und “Max” oder durch zwei deutliche Kerben gekennzeichnet. Ist der Ölstand über dem Maximalwert, sollte in einer Werkstatt etwas Öl abgelassen werden, denn zu viel Öl führt schnell zu einer Verschlammung des Motors. Idealerweise befindet sich der Pegelstand in der Mitte der Anzeige. Wenn er sich jedoch dem unteren Ende der Markierung nähert oder diese bereits unterschritten hat, muss unbedingt Öl nachgefüllt werden.

Ölstand prüfen

Prüfen Sie mit dem Peilstab den Ölstand

Die Wahl des korrekten Öls

Die einzige technische Schwierigkeit beim Nachfüllen des Motoröls ist die Wahl des richtigen Öls, denn dieses muss zum bereits vorhandenen passen.

Es gibt drei verschiedene Sorten Öle, die hier zum Einsatz kommen können:
  • mineralisch
  • halbsynthetisch
  • ynthetisch

Ältere Fahrzeuge werden oft mit mineralischen Ölen befüllt, wobei bei neueren Autos und vor allem bei leistungsstarken Motoren vor allem synthetische Öle Verwendung finden.

Verschiedene Ölsorten sollten nicht gemischt werden, denn auch dies kann zu einer schnellen Verschlammung und daraus resultierenden Beschädigung des Motors führen.

Welche Öle ein Motor grundsätzlich verträgt, steht im Betriebshandbuch des Herstellers. Wenn der letzte Ölwechsel in einer Werkstatt stattgefunden hat, befindet sich am Ölpeilstab oder am Einfüllstutzen für das Öl ein Zettel, auf dem vermerkt ist, welche Sorte Öl verwendet wurde. Wenn nicht mehr festzustellen ist, welches Öl zuletzt eingefüllt wurde, ist es Zeit für einen kompletten Ölwechsel durch den Fachmann.

Neben der Zusammensetzung des Öls ist auch die Viskositätsklasse des Öls noch wichtig. Diese wird durch Kombinationen wie “15W-40” oder “5W-30” festgelegt. Diese Werte geben an, in welchem Temperaturbereich das Öl verwendet werden kann und wie flüssig es bei Erhitzung wird. Die meisten Fahrzeuge werden mit Mehrbereichsölen wie 10W-40 befüllt. Diese können im Sommer und im Winter gleichermaßen gut eingesetzt werden. Hierbei ist es egal, ob das nachgefüllte Öl vom selben Hersteller ist wie das bereits vorhandene. Die Viskositätsklasse sollte allerdings identisch sein.

Öl richtig auffüllen

Lassen Sie den Motor vollständig abkühlen, bevor Sie Öl nachfüllen!

Öl richtig nachfüllen

Im Gegensatz zur Messung des Ölstands sollte der Motor beim Nachfüllen des Öls vollständig abgekühlt sein. So wird eine Verletzung der Hände durch heiße Metallteile im Motorraum ausgeschlossen. Das Nachfüllen selbst ist recht einfach zu bewerkstelligen.

Wichtig ist hierbei, kein Öl zu verschütten. Denn bei erneuter Erhitzung des Motors kann Öl auf den Metallteilen anfangen, zu schwelen.

Die dabei entstehende Rauchentwicklung stinkt nicht nur, sie kann während der Fahrt auch gefährlich werden. Der Einfüllstutzen für das Motoröl befindet sich zumeist oben auf dem Motorblock selbst, häufig ist der Schraubverschluss in der identischen Farbe markiert wie der Ölpeilstab.

Der richtige Ablauf:
  •  Handschuhe anziehen. Öl, Trichter und Papiertücher bereitlegen
  • Den Motor nur befüllen, wenn er abgekühlt ist
  • Motorhaube öffnen und gegebenenfalls sichern
  • Den Einfüllstutzen entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, um ihn zu öffnen
  • Die gewünschte Menge Öl nachfüllen, eher etwas vorsichtiger dosieren
  • Den Ölstand überprüfen
  • Verschüttetes Öl mit den Papiertüchern aufnehmen
  • Den Einfüllstutzen wieder fest verschließen
  • Motorhaube entsichern und wieder verschließen

Titelbild: Urheberrecht: profile_kadmy’ / 123RF Stockfoto

Textbilder: Pixabay.com/de

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