Gesundheit

Öle, Salben und Tinkturen – Gesundheit und Wellness selbst gemacht

Klar, man kann für so ziemlich jeden Bedarf eine passende Salbe oder Tinktur in der Apotheke oder Drogerie kaufen. Das ist bequem und einfach – besonders individuell ist es aber nicht. Zudem verrät ein Blick auf die Zutatenliste recht schnell, dass man oftmals gar keine Ahnung hat, womit man sich da genau einreibt. Spätestens, wenn man auf Inhaltsstoffe kommerzieller Pflegeprodukte mit Reizungen oder einer Allergie reagiert, ist es Zeit, sich über selbst gemachte Salben Gedanken zu machen. Außerdem ist es leicht, aus wertvollen Kräutern und ein paar einfachen Zutaten tolle Salben oder Öle herzustellen, Spaß macht es obendrein. Und wer ein individuelles Geschenk sucht, ist mit einem leckeren Kräuteröl für die Küche oder den Grill immer ganz nah am Geschmack der beschenkten Person.

Salben selbst machen – für Schönheit und Gesundheit

Salben bestehen ausschließlich aus Fetten und Bestandteilen, die sich problemlos in Fett lösen lassen. Das unterscheidet die Salbe von der Creme. Bei Cremes ist zusätzlich Wasser ein wichtiger Bestandteil. Dadurch ziehen Cremes zwar schneller in die Haut ein, sind aber auch erheblich schwieriger herzustellen.

Für die Herstellung von Salben werden nur wenige, im Haushalt übliche Gegenstände benötigt:
  • Ein kleiner Messlöffel mit einer Skala für Milliliter;
  • Ein kleiner Messbecher mit möglichst feiner Skalierung;
  • Eine genaue elektronische Küchenwaage;
  • Ein flacher Topf oder eine Pfanne zum Erhitzen;
  • Saubere Marmeladengläser für ein Wasserbad, diese sind hitzebeständig;
  • Salbentöpfchen zum Abfüllen;
  • Kaffeefilter, falls die Salbe bei der Herstellung feste Bestandteile enthält;
  • Küchenpapier, falls mal etwas danebengeht

Besonders wichtig bei der Herstellung von Salben ist die Sauberkeit. Alle Werkzeuge die Arbeitsflächen und die Hände sollten direkt vor der Zubereitung gründlich gereinigt werden. Auch Reste von Wasser und Spülmittel sollten gründlich entfernt werden, damit die Salben lange haltbar bleiben und nicht schimmeln.

Grundrezept Salbe

Eine einfache Salbe besteht aus zwei Bestandteilen: Einem großen Teil Öl und einem Konsistenzgeber, der sie weich und streichfähig macht. Als Öl eignen sich alle Pflanzenöle, die möglichst geruchs- und geschmacksneutral sind. Gut bewährt haben sich Sonnenblumen- und Rapsöl. Der einfachste Konsistenzgeber ist Bienenwachs. Dieses wird gereinigt in Pellets angeboten. Zu finden ist es in Apotheken, Drogerien oder im Versandhandel. Die Konsistenz und Streichfähigkeit einer Salbe hängt sehr stark vom verwendeten Öl oder Wachs ab. Deswegen sollten gerade Anfänger sehr genau abmessen und zunächst nur kleine Portionen einer Salbe herstellen. So findet man schnell das eigene Lieblings-Rezept, aus dem dann zahlreiche Salben hergestellt werden können.

Für eine einfache Salbe werden 30 Milliliter Öl und etwa zwei Gramm Bienenwachs benötigt.

Und so wird daraus eine Salbe:
  • Öl und Wachs in ein Glas geben und vorsichtig in einem Wasserbad erhitzen, gelegentlich umrühren;
  • Sobald die Mischung vollständig flüssig ist, ein paar Tropfen auf einen flachen Teller geben und auskühlen lassen;
  • Ist die Salbe zu flüssig, etwas Bienenwachs zugeben. Ist die Mischung zu fest, den Anteil an Öl erhöhen;
  • Mischung aus dem Wasserbad nehmen und auf Handwärme abkühlen lassen;
  • Jetzt können ätherische Öle zugegeben werden, danach gut umrühren;
  • Salbe in ein passendes Gefäß füllen und gut verschließen

Die so hergestellte Salbe ist bis zu sechs Monaten haltbar. Um die Konsistenz etwas cremiger zu gestalten, kann die Hälfte des Bienenwachses auch mit vier Gramm Kakaobutter oder Lanolin (Wollfett) ersetzt werden.

Ringelblume

Aus Ringelblumen-Blüten kann man ganz einfach eine Salbe herstellen

Pflanzliche Ringelblumen-Salbe für die Haut

Ein altbewährtes Rezept für eine gute und pflegende Hautsalbe ist Ringelblumensalbe. Diese wird traditionell oft aus Schweinschmalz hergestellt, es gibt aber auch eine sehr gute vegetarische Variante. Diese Salbe ist etwas fester und regeneriert auch empfindliche und trockene Haut sehr gut.

Dafür benötigt man:

  • 60 Gramm Pflanzenfett, gereinigtes Frittierfett aus dem Supermarkt ist gut geeignet;
  • 10 Milliliter Pflanzenöl;
  • Etwa sechs Gramm Ringelblumen-Blüten

Zunächst wird eine Salbe wie im Grundrezept aus Fett und Öl hergestellt. Die Ringelblumen werden klein geschnitten und in die noch heiße Grundmasse gegeben. Nach 30 Minuten gründlichem Umrühren bei geringer Hitze wird die Masse über Nacht an einem warmen Ort gelagert. Am nächsten Tag kann nach erneutem Erhitzen die Salbe durch einen Kaffeefilter in ein sauberes und verschließbares Gefäß umgefüllt und nach dem Abkühlen verwendet werden.

Tinkturen – konzentrierte Heil- und Pflegewirkung

Tinkturen sind stark alkoholische Auszüge aus Heilpflanzen. Im Gegensatz zu Salben können sie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich angewendet werden – aufgrund des hohen Alkoholgehalts allerdings nur bei Erwachsenen. Grundlage für Tinkturen ist chemisch reiner Weingeist aus der Apotheke. Dieser wird mit einer Stärke von 70 beziehungsweise 95 Prozent Alkohol angeboten. Je höher der Alkoholgehalt ist, desto wirksamer wird der Pflanzenauszug sein. Da der Begriff »Tinktur« geschützt ist und nur für Arzneien aus der Apotheke verwendet werden darf, werden gleichwertige Präparate in Drogerien meist »Essenzen« genannt. Ideal sind Tinkturen für Hautumschläge, da sie eine sehr hohe Wirkstoffkonzentration enthalten und zudem desinfizieren.

Arnika

Arnika hilft bei Entzündungen

Arnika-Tinktur für Atemwege und Muskeln

Eine Arnika-Tinktur hilft bei innerlicher Anwendung sehr gut gegen Entzündungen im Hals- und Rachenraum. Als Kompresse lindert sie Muskelschmerzen, Zerrungen und Verstauchungen. Die Herstellung ist sehr einfach, erfordert aber etwas Zeit. Benötigt werden als Zutaten nur Weingeist und Arnikablüten.

Und so funktioniert es:
  • Ein Marmeladenglas zur Hälfte mit den zerkleinerten Arnikablüten füllen;
  • Das Glas mit Weingeist auffüllen und gut verschließen;
  • An einem warmen Ort zwei bis sechs Wochen ziehen lassen, die Tinktur verfärbt sich je nach Ruhezeit immer stärker;
  • Die fertige Tinktur durch einen Kaffeefilter in eine dunkle Glasflasche füllen und verschließen;
  • Wenn die Arnika-Tinktur jetzt kühl und trocken gelagert wird, ist sie mindestens ein Jahr lang haltbar.

Köstliche Kräuteröle – zum Kochen und Schenken

Aus Öl und frischen Kräutern lassen sich nicht nur Heil- und Pflegeprodukte herstellen. Eine großartige Variante sind auch Kräuteröle, die in der Küche verwendet werden können. Diese sind nicht nur sehr einfach herzustellen, sondern auch ein tolles und individuelles Geschenk für alle begeisterten Hobbyköche. Für Kräuteröle werden immer frische Kräuter verwendet, da diese sehr viel mehr Geschmacksstoffe und ätherische Öle enthalten. Ideal als Grundlage sind Öle, die wenig Eigengeschmack haben, also Sonnenblumenöl, Distelöl, Raps- oder Sojaöl. Wer Olivenöl verwenden will, sollte ein möglichst hochwertiges kaltgepresstes Öl verwenden. Dieses passt am besten zu kräftigen Kräutern wie Oregano, Rosmarin, Chili und Knoblauch. Zur Herstellung werden die frisch gewaschenen und gründlich getrockneten Kräuter etwa zwei Wochen in Öl eingelegt. Danach wird das Öl gefiltert und bleibt im Kühlschrank gelagert etwa drei Monate haltbar. Auch bei der Herstellung von Kräuterölen ist Sauberkeit sehr wichtig. Ebenso sollte keinesfalls Wasser vom Waschen der Kräuter ins Öl gelangen, da dies zu unschönen Verfärbungen führt.

Petersilienöl für schmackhafte Salate

Ein Bund glatte Petersilie und einen Teelöffel Salz in 100 Milliliter Öl einlegen. Nach 14 Tagen filtrieren und in eine verschließbare Glasflasche abfüllen. Dieses Öl eignet sich toll für grünen Salat, Gurkensalat und Tomaten. Auch zum Beträufeln von Fischfilets ist es sehr gut geeignet.

Grillöl zum Marinieren

Wer gerne grillt, kommt mit diesem sehr würzigen Öl auf seinen Geschmack. Fleisch und Gemüse können in das fertige Öl entweder eingelegt oder direkt vor dem Grillen dünn damit bestrichen werden.

Benötigte Zutaten:
  • Je ein Zweig Oregano, Rosmarin, Thymian und Salbei;
  • Eine geschälte, aber nicht zerkleinerte Knoblauchzehe;
  • Eine entkernte Chilischote;
  • 100 Milliliter Olivenöl;

Die Zubereitung erfolgt wie beim Petersilienöl.

Da Kräuteröle recht schnell zubereitet sind, lohnt es sich, hier etwas zu experimentieren. Auch Gewürze, die nicht alltäglich Verwendung in der Küche finden, ergeben sehr schöne Würzöle. So lässt sich das Grillöl mit etwas Kardamomsamen und Senfsaat schnell in ein Gewürz mit feiner orientalischer Note verwandeln. Experimente sind erlaubt – und sie lohnen sich!

Bilder: Pixabay.com/de

Voriger Artikel

Lavendelsorten für den heimischen Garten und die Terrasse

Nächster Artikel

Vorausschauende Planung bei der Einrichtung des Kinderzimmers