Thrombosevorsorge – So vermindern Sie das Thrombose Risiko

Unbewegte Zeiten sind wie geschaffen für ein erhöhtes Thromboserisiko. Einige Menschen haben diese Schwäche geerbt, andere durch die beruflichen oder persönlichen Umstände erworben.

Hier erfährst du:

  • ob du möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose besitzt
  • welche Erstmaßnahmen du dagegen ergreifen kannst
  • welche Bekleidung unter welchen Umständen gut als Thromboseschutz geeignet ist
  • wieso Thrombosestrümpfe als Reisestrümpfe optimal sind
  • welchen Einfluss Trinken auf ein Thromboserisiko hat
  • welche ärztliche Vorsorge dir gegen das Thromboserisiko zur Verfügung steht sowie
  • wie du Risikofaktoren aufmerksam und rechtzeitig ausschließen kannst.

 Risikofaktoren für die Entwicklung einer Thrombose

Wer viel sitzt, hat ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose als ein aktiver Mensch. Berufsbedingt lässt sich längeres Sitzen allerdings nicht vermeiden. Auch während einer Erkrankung, beispielsweise nach einer Operation, sind viele Patienten zur Unbeweglichkeit gezwungen. Bei gelähmten oder eingegipsten Personen ist es daher ab dem ersten Tag unabdingbar, einer Thrombosegefahr wirksam vorzubeugen.

Organische Risiken einer Thrombose sind eine mögliche Herzschwäche oder Herz-Rhythmus-Störung, ausgedehnte Krampfadern) oder ein steter Druck auf ein Blutgefäß (wie dies bei Knochenvorsprüngen, ungünstigen Vernarbungen oder Tumoren möglich ist). Auch Schwangere, Raucher und übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Thrombose zu erkranken.

Thrombose vermeiden
Treppen steigen und auf den Aufzug verzichten

Erstmaßnahmen zur Risikominimierung ohne technische Hilfe

Damit es überhaupt nicht zu diesem lebensbedrohlichen Phänomen kommt, kann jeder Mensch sein persönliches Risiko wirksam reduzieren. Ein aktiver Lebensstil lässt sich auch berufsbedingt umsetzen. So können Büroangestellte oder Fließbandarbeiter, die aufgrund ihrer Arbeit sitzen müssen, die Pausen für Ausgleichsübungen nutzen.

  • Treppen steigen statt mit dem Aufzug fahren,
  • eine Runde über den Pausenpark gehen und
  • während der Arbeitszeit möglichst häufig laufen (auch wenige Schritte sind effektiv)

sind für den gesamten Körper wohltuende und wertvolle Maßnahmen gegen ein Thromboserisiko. Weiterhin gelten

  • ein Vermeiden oder Reduzieren von Übergewicht sowie
  • der Verzicht auf das Rauchen

als günstige Faktoren, um den Körper und die Blutgefäße wirksam zu entlasten. Wo eine komplette Umstellung der riskanten Umstände nicht sofort oder nachhaltig möglich ist, helfen medizinische Hilfsmittel, die Risiken für eine Thrombose zu minimieren. Vor allem erworbene Risikofaktoren können auf diese Weise wirksam beseitigt werden.

Bekleidung als Thromboseschutz

Vor allem Beine und Füße sind Gefahrenzonen, wenn du viel sitzt, zum Beispiel während einer Zugfahrt, im Auto oder auf Flugreisen. Lockeres Schuhwerk und bequeme Hosen helfen dabei, dass die Blutgefäße in diesem Bereich nicht eingeschnürt werden. Für Reisevorbereitungen gilt: Gesundheit geht vor Mode.

Im Zug oder Flugzeug mag es schiefe Blicke geben, wenn du die Schuhbänder öffnest oder ganz aus den Schuhen schlüpfst. Aber genau dies hilft, ein Thromboserisiko auszuschließen. Bewege auf langen Reisen deine Zehen und Knie so oft wie möglich, und sei es nur geringfügig. Dies fördert den Blutfluss und beugt möglichen Verklumpungen vor. Außerdem regt es ganz nebenbei den Kreislauf an.

Thrombose Risiko bei Flugreise minimieren
Schuhe ausziehen im Flugzeug hilft!

Thrombosestrümpfe sind kein Makel, sondern sinnvol

Stützstrümpfe wurden von medizinischen Herstellern entwickelt, um beim klinischen Aufenthalt Gewebeprobleme zu lindern und einem Thromboserisiko vorzubeugen. Inzwischen sind diese auch als handelsübliche Reisestrümpfe erhältlich. Die Preise sind sehr unterschiedlich, aufgrund der langlebigen Qualität allerdings eine Investition wert. Was sich nach – zu warm, zu eng, zu unbequem – liest, ist in Wirklichkeit eine vorteilhafte Unterstützung der Blutgefäße auf langen Reisen zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.

Unter der normalen Bekleidung sieht dir niemand deine Reisestrümpfe an. Nach deiner wohlbehaltenen Rückkehr aus dem Urlaub dienen dir die Strümpfe auch im Beruf gegen ein Thromboserisiko. Falls du zu den oben genannten Risikogruppen gehörst, hast du sogar eine Chance, dir Thrombosestrümpfe für Beruf oder Reise verschreiben zu lassen. Jeder Apotheker oder Hausarzt hilft dir dabei.

Trinken ja, Alkohol nein – Thromboserisiko bewusst minimieren

Auf Reisen wird dir gelegentlich ein Glas Sekt oder Wasser angeboten. Das hat gute Gründe, denn gerade Flugreisen sind dafür bekannt, dass während der Reisezeit der Wasserhaushalt des Körpers stark sinkt. Trinken ist wichtig, Alkohol jedoch ungünstig für ein mögliches Thromboserisiko. Deshalb trinke ruhig ausgiebig, am besten Fruchtschorle oder pures Mineralwasser. Dies verbessert den Blutfluss, der wiederum mögliche Verklumpungen verhindert.

Auf Zugreisen kannst du deinen Körper entlasten, wenn du hin und wieder ein wenig durch den Gang spazierst. Im Flugzeug ist der Platz knapp. Dennoch tust du deinem Körper etwas Gutes, wenn du gelegentlich aufstehst, deine Beine massierst oder hin und wieder deine Sitzposition veränderst.

Thrombose Risiko bei Reisen minimieren
Bei Zugreisen sollte man sich viel in den Gängen bewegen

Ärztliche Vorsorge gegen das Thromboserisiko

Auf Flugreisen wird das Thromboserisiko auch als Economy-Class-Syndrom bezeichnet. Die Enge im Flieger, welche dazu führen kann, ist namensgebend. Auch unter jeglichen anderen bewegungshemmenden Umständen kann das Syndrom auftreten. Falls du eine Reise planst, sei es per Bahn, Bus, Auto, Schiff oder Flugzeug, dann lasse dich am besten bei deinem Hausarzt oder einem Apotheker über Heparinspritzen beraten. Diese mindern das Risiko einer Thrombose, können aber – trotz hundertprozentig nötiger Eigenzahlung – nur ärztlich verschrieben werden. Falls du zu einer der Risikogruppen gehörst, lohnt die Investition dennoch.

Aspirin ist ein Medikament mit blutverdünnenden Wirkungen. Es ist eine günstige und effektive Alternative zur Heparinspritze. Asprin kannst du wenige Stunden vor einer Reise einnehmen, und die Wirkung hält lange genug an, um Thrombosesymptome wirksam zu vermeiden.

Risikofaktoren aufmerksam und rechtzeitig ausschließen

Zu den besonderen Risikogruppen für eine mögliche Thrombose gehören neben Rauchern auch Frauen, welche Verhütungsmittel (die Pille) einnehmen.

Falls du zu einer dieser Risikogruppen oder den vorher beschriebenen Personenkreisen gehörst, kannst du vor und während der Reise dein individuelles Risiko weiter minimieren, indem du:
  • auf Reisen oder während sitzintensiver Arbeitszeiten auf das Rauchen verzichtest
  • im Falle einer Schwangerschaft während der bekannten Risikozeiten auf jeden Fall Thrombosestrümpfe trägst
  • du für Flug-, Schiffs- oder Zugreisen einen Platz mit viel Bewegungsspielraum buchst

Zukunftsorientierte Arbeitgeber und viele Reisegesellschaften geben zudem unentgeltlich Anleitung zu Körperübungen, welche ohne großen Aufwand, aber mit effektiver Wirkung dem Thromboserisiko bei Bedarf sowie dauerhaft vorbeugen.

Bilder: Pixabay.com/de

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