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Turnierstress bei Pferden – Ursache und Hilfe

Wer kennt es nicht? Magenprobleme, Unruhe, Nervosität, verminderter Appetit – wenn wir gestresst sind, kommt es häufig zu einem oder mehreren dieser Symptome. Pferden, die unter Turnierstress leiden, geht es meist ganz ähnlich. Bei Turnieren fällt es vielen Pferden schwer, starke Nerven zu behalten. Turniere stellen für das Tier Extremsituationen dar und Ihr Pferd spürt auf der Stelle, wenn es sich nicht um alltägliches Training handelt. Doch es gibt viele Möglichkeiten, um das Pferd vor, während und nach Turnieren zu beruhigen und den Turnierstress dadurch auf ein Minimum einzuschränken.

Wie Sie (Turnier-)Stress bei Pferden erkennen

Untersuchungen haben ergeben, dass fast jedes dritte (Freizeit-)Pferd an Stress und häufig auch an Magengeschwüren leidet. Bei Turnierpferden dürfte die Zahl noch deutlich höher sein. Auch depressive Symptome sind keine Seltenheit bei Pferden. Durch diese Zahlen wird deutlich, dass Stress bei sehr vielen Pferden eine enorme Rolle spielt. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass Sie bewusst Fehler gemacht haben oder machen. Pferde leben in einer anderen Welt als wir. Daher ist es nur natürlich, dass Menschen manche Dinge als nicht relevant einstufen, obwohl sie für das Pferd eine bedeutende Rolle spielen.

Um Stress zu erkennen, können Sie in erster Linie versuchen, diese Überlegung (ohne Vorwürfe oder Anschuldigungen gegen sich selbst) zuzulassen und sich auf eine neue Art mit der Sichtweise Ihrer Pferde auseinanderzusetzen. Meist hilft das schon, um Strapazen oder überfordernde Situationen wahrzunehmen und etwas an diesen zu verändern. Selbstverständlich ist es nahezu unmöglich, allen natürlichen Bedürfnissen eines Pferdes hundertprozentig gerecht zu werden. Aber dennoch liegt es bei Ihnen, das Leben Ihres Pferdes so angenehm wie möglich zu gestalten. Je näher die Lebensbedingungen der eigentlichen Natur des Tieres angepasst werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es unter Stress – ob turnierbedingt oder nicht – leidet und möglicherweise erkrankt.

Neben dieser ersten wichtigen Maßnahme kann Turnierstress natürlich auch durch weitere Faktoren wie beispielsweise die Fütterung oder Medikamente ausgeglichen werden.

Wie Sie Turnierstress bereits vor der Show vorbeugen können

Zu Hause können Sie einiges tun, um Turnierstress vorzubeugen. Bieten Sie Ihrem Pferd Abwechslung im Training. Ihr regelmäßiges Programm könnten Sie durch Ausritte ins Gelände, Cavaletti-Arbeit und spielerische Trainingseinheiten abwechslungsreicher für das Pferd gestalten. Auch angemessene Auszeiten tragen enorm zur Stressminderung bei. Achten Sie darauf, dass die Pferde regelmäßig mit Gleichgesinnten auf die Koppel dürfen. Diese Auszeiten sollten jedoch keinesfalls mit Langeweile verbunden sein; wenn das Pferd beispielsweise nur am Wochenende bewegt wird, trägt dies auch wiederum nicht zur Stressminderung bei.

Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich vor dem Turnier und der Anreise ausreichend Zeit zu nehmen. Fahren Sie nicht erst in letzter Minute zur Show und planen Sie rechtzeitig im Voraus. Auch auf dem Turnier sollten Sie versuchen, möglichst viel Routine bei Fütterung und Bewegung beizubehalten.

Gewichtsreduktion bei Pferden

Ausreichend Heu ist das A & O / Bild: Pixabay.com/de – rihaij

Worauf es bei der Fütterung gestresster Pferde zu achten gilt

In freier Natur grasen Pferde die meiste Zeit über. Dadurch produzieren sie stetig Magensäure. In vielen Ställen wird jedoch nur zwei Mal am Tag gefüttert, sodass die Pferde oft viele Stunden lang nichts fressen, wenn sie etwa in der Box oder im Paddock stehen. Aufgrund der andauernden Säureproduktion ist dies jedoch Gift für den Magen und oft die Ursache für Magengeschwüre. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie Ihrem Pferd ständig Heu zur Verfügung stellen.

Um gleichzeitig einer möglichen Gewichtszunahme vorzubeugen, können Sie Heunetze oder Ähnliches verwenden. So sind die Pferde eine Weile beschäftigt und fressen auch deutlich langsamer.

Leidet Ihr Pferd unter Turnierstress, sollten Sie dem Tier in jedem Fall auch auf der Show ein Heunetz zur Verfügung stellen, da es dieses von zu Hause kennt und zur Routine gehört.

Turnierstress bei Pferden

Mit der richtigen Ernährung dem Turnierstress entgegen wirken / Bild: Pixabay.com/de – lucidtouchstone

Natürliche Hilfe zur Unterstützung bei Turnierstress

Turnierstress ist ein häufiges Problem bei Pferden. Dennoch können Sie nicht alle Stresssituationen umgehen. Hierzu zählen neben Turnieren schließlich auch Hufschmied- und Tierarztbesuche, Impfungen oder Transporte. Ein wenig Anspannung wirkt sich zwar in der Regel positiv auf die Leistung der Pferde aus, aber der Druck sollte nicht zu groß werden. Sie können zusätzlich zu eigenen Maßnahmen ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel geben, das speziell für Pferde, die an Stress leiden, entwickelt wurde. So wird der Übersäuerung des Magens entgegengewirkt und die Darmflora des Pferdes unterstützt.

Bei Turnierstress kommt es oft zu Appetitverlust. Die Futterergänzung regt die Futter- und Wasseraufnahme des Pferdes an. Durch den ausgewählten Kräuter-Mix wird auch stressbedingten Verdauungsproblemen entgegengewirkt.

Forschungen auf dem Gebiet der Neurogastroenterologie (Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes sowie Erkrankungen des Nervensystems) konnten einen Zusammenhang von Kopf- und Bauchhirn nachweisen. Das bedeutet, dass Nervenzellen in der Darmrinde mit denen im Hirn kommunizieren. Demnach wirkt sich ein gesunder Darm, ganz ähnlich wie beim Menschen, auch positiv auf das seelische Wohlbefinden der Tiere aus. Durch eine hochwertige Nahrungsergänzung haben Sie also die Möglichkeit, zur Gesundheit der Seele Ihres Pferdes beizutragen. Dadurch wird das Pferd nicht nur gelassener, sondern zugleich auch konzentrierter. Der Turnierstress wird sich künftig in den entscheidenden Momenten nicht mehr so stark auf die Leistung Ihres Pferdes auswirken.

Titelbild: Pixabay.com/de – Krimifreundin

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