Familie

Vater-Kind-Kur beantragen – so klappt es mit der Kur

Eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Beruf zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Vor dieser Herausforderung stehen jedoch nicht nur Mütter, sondern zunehmend auch immer mehr alleinerziehende Väter. Eine Vater-Kind-Kur ist eine ideale Maßnahme um dieser Doppelbelastung entgegenzusteuern und gemeinsam neue Kraft für die alltäglichen Anforderungen zu schöpfen.

Vater-Kind-Kur – worum handelt es sich hier konkret?

Nicht nur alleinerziehende Mütter, sondern auch immer mehr Väter, stehen vor der Herausforderung, Beruf, Familie und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Im Hinblick auf diese Vielfachbelastungen “moderner Väter” ist es nicht verwunderlich, dass die persönlichen Ressourcen irgendwann ausgeschöpft sind.

Was für Mütter schon längst ein fester Bestandteil des Gesundheitsprogramms ist, rückt nun auch für Väter immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit: die Vater-Kind-Kur. Dieses Behandlungsangebot ist eine ideale Möglichkeit, um gemeinsam neue Kraft für den Alltag zu gewinnen. Immer mehr Kliniken präsentieren gezielte Behandlungskonzepte, die speziell auf die Bedürfnisse von modernen Vätern abgestimmt sind.

INFO: Auch die persönlichen Umstände werden dabei ausreichend berücksichtigt, so beispielsweise mögliche Probleme in der Erziehung oder psychische Belastungen in Folge von Trennungen und Scheidungen.

Während einer Kur kann sich der Elternteil erholen und bekommt gleichzeitig von den Experten Tipps, um den Alltag und die Erziehung leichter meistern zu können. Eine umfassende medizinische Versorgung, zahlreiche Sport- und Erholungsangebote sowie psychosoziale Begleitung gehören zur Rehabilitationsmaßnahme ebenfalls mit dazu.

Gezielte Unterstützung und Hilfe für Väter

Grundsätzlich unterscheiden sich die Inhalte dieser Reha-Maßnahme kaum von der Mutter-Kind-Kur. Dieser rund dreiwöchige stationäre Aufenthalt therapiert Folgen der Überforderung, chronische Erkrankungen oder Erschöpfungszustände von alleinerziehenden Vätern. Dieses Therapiekonzept setzt sich aus Einzel- und Gruppengesprächen, Ernährungsberatung, sportlichen Aktivitäten sowie Entspannungseinheiten zusammen. Ein qualifiziertes Team, bestehend aus Ärzten, Physio- und Psychotherapeuten, Erziehern sowie Ernährungsberatern steht Vätern und ihren Kindern unterstützend zur Seite.

Für jede Kur wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass sowohl die Väter, wie auch die Kinder bestmöglich und umfassend betreut und behandelt werden.

Bild Kuscheln

Vater-Kind-Kur – warum eigentlich?

Im Leben gibt es unterschiedlichste Umstände, die zur Überforderung und Erschöpfung führen: Zeitdruck, beruflicher Stress und erhöhte Anforderungen, Erziehungsprobleme oder Krankheiten – die auslösenden Faktoren sind vielseitig. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, dass Väter zunehmend lernen auf sich selbst zu schauen und diese Symptome rechtzeitig erkennen.
Wenn der eigene Körper bestimmte Signale aussendet, wie Erschöpfungszustände, Atemwegserkrankungen oder Hautprobleme, ist es höchste Zeit etwas dagegen zu unternehmen.
Die Vater-Kind-Kur bildet einen idealen Rahmen, damit die Beteiligten wieder zu neuer Kraft und gemeinsamer Zeit finden und dadurch gestärkt in den Alltag gehen.

Wem steht eine solche Rehabilitationsmaßnahme zu?

Eine Kur für Vater und Kind wird vom zuständigen behandelnden Arzt verordnet. Im ärztlichen Attest müssen alle akuten Beschwerden, Erkrankungen sowie die persönliche Lebenssituation des Vaters dargestellt sein. Wenn das Kind mitbehandelt werden soll, müssen triftige Gründe hierfür vorliegen. Das kann beispielsweise darin begründet liegen, dass eine längere Trennung vom Vater für das Kind unzumutbar wäre. In jedem Fall muss die Begründung für eine Kur so aussagekräftig wie möglich formuliert werden, denn dies erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit einer Zusage, seitens der Krankenkassen.

Der übliche Mindestzeitraum für eine Vater-Kind-Kur beträgt drei Wochen, denn diese Zeitspanne ist laut Fachexperten notwendig, damit eine wirksame Erholung bzw. ein Therapieerfolg eintreten kann. Sollte sich im Laufe der Reha-Maßnahme herausstellen, dass eine Verlängerung der Kur aus medizinischen Gründen notwendig ist, kann diese bei der zuständigen Krankenkasse nachbeantragt werden.
Nach einer solchen Reha-Maßnahme für Vater und Kind müssen mindestens vier Jahre vergehen, bis eine neue Kur beantragt werden kann. In begründeten Ausnahmefällen, kann eine erneute Beantragung schon vorzeitiger realisierbar sein.

Bild Krankenkasse

Wer trägt die Kosten für dieses Behandlungskonzept?

Der Hauptanteil der anfallenden Kosten trägt die Krankenkasse, die auch den Antrag für die Vater-Kind-Kur erhält. Wer Arbeitslosgengeld bezieht, sollte sich vor der Beantragung über mögliche Bezugskürzungen während des Kurzeitraums erkundigen.

Grundsätzlich gelten für die Kostenübernahme folgende Regelungen:
  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen komplett alle anfallenden Kosten für die Vater-Kind-Kur
  • Pro Tag wird eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro in Rechnung gestellt
  • Kinder sind gesetzlich von Zuzahlungen befreit
  • Fahrtkosten werden von der Krankenkasse übernommen, mindestens 5 Euro beträgt jedoch die Selbstbeteiligung
  • Bei einem Transport zu einer stationären Reha-Maßnahme entfällt die Eigenbeteiligung
  • Wer eine private Krankenversicherung hat, sollte sich rechtzeitig über die entsprechenden Konditionen und Bedingungen für eine Vater-Kind-Kur informieren. In vielen Fällen ist für eine volle Kostenübernahme eine Zusatzversicherung notwendig.

Welche Ziele hat die Vater-Kind-Kur?

Einer Vater-Kind-Kur liegen konkrete Zielformulierungen zu Grunde:
  • Eine signifikante Verbesserung der seelischen und körperlichen Gesundheit von Vater und Kind soll erzielt werden
  • Die Vater-Kind-Beziehung soll gestärkt werden
  • Ein Austausch mit Gleichgesinnten soll ermöglicht werden
  • Weiterführende Angeboten nach der Vater-Kind-Kur sollen für eine nachhaltige Verbesserung sorgen und weiteren Erschöpfungszuständen oder Krankheiten vorbeugen
  • Eine bessere Balance zwischen Familie und Beruf soll ermöglicht werden

Schulpflichtige Kinder stellen kein Problem dar. Auch während einer Vater-Kind-Kur können die Kinder weiter unterrichtet werden. Wichtig ist jedoch auf jeden Fall, vor Kurantritt die Schule des Kindes zu kontaktieren und den Lehrstoff konkret abzustimmen.

Bild Vater malt mit Kind

Schritt für Schritt zur Vater-Kind-Kur – so klappt es mit dem Antrag

Im ersten Schritt muss bei der zuständigen Krankenkasse ein entsprechender Meldebogen angefordert werden. Des Weiteren sind eine Selbstauskunft sowie ein ärztliches Attest notwendig. Das gilt für den Vater in gleichem Maße, wie für das Kind. Wenn das Kind keine gesundheitlichen Vorerkrankungen aufweist, wird die Mitnahme eines gesunden Begleitkindes beantragt.

Die Krankenkasse prüft den bei ihr eingereichten Antrag und die dazugehörigen Unterlagen und erteilt anschließende eine Kostenzusage oder eine Ablehnung. Sollte eine Ablehnung der Vater-Kind-Kur erfolgen, gibt es die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In rund 50 Prozent der Fälle wird die Kur im zweiten Durchgang letztendlich doch bewilligt. In der Regel wählt die Krankenkasse die jeweilige Behandlungsklinik aus. Dennoch können eigene Wünsche angebracht werden.

Bildernachweis:
Titelbild – Vater und Kind am Meer Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Kuscheln Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Krankenkasse Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Vater malt mit Kind Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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