Gesundheit

Inhalieren bei Bronchitis und Erkältung: So wird’s gemacht!

Erkältungskrankheiten haben im Winter Hochsaison, doch auch im Sommer und zu allen anderen Jahreszeiten können Entzündungen der Bronchien auftreten. Medikamente sind nur eine Möglichkeit die Symptome zu lindern, Inhalieren eine andere! Gerade bei einer akuten, aber auch bei einer chronischen Bronchitis kann warmer Wasserdampf für eine rasche Linderung sorgen.

Wichtige Tipps für den passenden Zusatz:

Inhaliert werden kann sowohl mit warmem Wasserdampf, als auch mit Zusätzen. Ätherische Öle werden oft empfohlen, sind aber nicht immer ratsam. Insbesondere weil manche Menschen allergisch oder überempfindlich auf den scharfen Dampf der Öle reagiert. Das kann einen lästigen Reizhusten zur Folge haben, der die Symptome eher schlimmer als besser macht. Wer ätherische Öle verträgt, kann die Heilung damit jedoch unterstützen. Die meisten Öle wirken entzündungshemmend und lösen Krämpfe in den Bronchien. Hinzu kommt ihre abschwellende Wirkung, die für eine Erleichterung der Atmung sorgt.

Kamille als Zusatz wird ebenfalls oft angenehm empfunden, allerdings darf keine Überempfindlichkeit vorliegen. Am besten eignen sich Kamilleblüten aus der Apotheke, die mit kochendem Wasser überbrüht werden. Die entzündungshemmende Wirkung der Kamille kann dabei helfen, die Symptome der Bronchitis schneller zu behandeln.

Bild Kochtopf

Inhalieren mit dem Kochtopf oder einem Gerät?

Die gängigste Methode beim Inhalieren ist eine große Schüssel oder ein mit kochendem Wasser gefüllter Topf, über den der Patient seinen Kopf hält. Mit einem Handtuch wird verhindert, dass der Wasserdampf entweicht. Diese Form der Inhalation kann mit oder ohne Zusätze durchgeführt werden und wird mehrmals täglich für 15 Minuten durchgeführt.

Inhalieren über einer Schüssel ist zwar praktisch, da jeder das Equipment zu Hause hat, jedoch birgt diese Methode auch Risiken. Besonders bei Kindern besteht die Gefahr von Verbrennungen durch Unachtsamkeit. Ein weiterer Nachteil dieser Methode liegt darin, dass die großen Wassertröpfchen den Weg bis in die Bronchien nicht schaffen. Diese Art zu inhalieren ist daher eher bei Erkältungskrankheiten im Nasen-Rachen-Raum geeignet, nicht jedoch bei einer tiefsitzenden Bronchitis.

Bild Apotheke

Kleinere Wassertropfen durch einen Vernebler

Bei einer Bronchitis sollten betroffene Personen mit Hilfe eines Verneblers inhalieren. Als Zusatz wird in der Regel Kochsalzlösung verwendet, die in kleinste Tröpfchen zerstäubt wird. Die Vernebler funktionieren mit Ultraschall oder über Verneblungsdüsen, eingeatmet wird durch ein Mundstück, welches nur von einer Person genutzt werden darf. In vielen Apotheken ist es möglich einen Vernebler kurzfristig auszuleihen. Bei chronischen Bronchienerkrankungen kann der Arzt jedoch auch ein entsprechendes Gerät verordnen.

Worauf muss man beim Inhalieren achten?

Inhalieren ist eine simple und recht sichere Methode, um Erkrankungen der Bronchien zu therapieren. Dennoch müssen einige Punkte beachtet werden, damit die Behandlung Erfolg zeigt. Während des Inhalationsvorgangs sollte der Patient durch den Mund einatmen und dann durch die Nase ausatmen. Einatmen durch die Nase hat den Effekt, dass die Schleimhaut komplett zuschwillt und der Schleim in die Bronchien gedrückt wird. Da das Sekret Bakterien enthält, könnte auf diese Weise eine Entzündung generiert werden. Wird durch den Mund eingeatmet, kann sich der Wasserdampf abkühlen auf dem Weg von der Lunge zur Nase. Zudem können eventuelle Zusätze, wie ätherische Öle, ihre Wirkung entfalten und den Schleim verflüssigen.

Am besten wird morgens und abends inhaliert, denn nach dem Schlaf ist besonders viel zähflüssiger Schleim vorhanden. Am Abend hilft die Anwendung dabei den Schleim zu verflüssigen und die Atemwege zu befreien.

Bild ruhig schlafendes Kind

Dürfen schon Kinder inhalieren?

Inhalieren kann auch kleinen Kindern bereits helfen, da diese ohnehin oft von Erkältungskrankheiten betroffen sind. Allerdings sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, damit sich die Kinder nicht verletzen. Auf keinen Fall sollten Kinder mit der Kochtopfmethode inhalieren, die Gefahr von Verbrühungen ist zu hoch. Außerdem besteht das Risiko, dass der heiße Wasserdampf die empfindlichen Augen schädigt und dem Kind sehr unangenehm ist.

In der Apotheke stehen Düsenvernebler zur Verfügung, die auch schon für die Anwendung bei Babys und Kleinkindern geeignet sind. Mit dem entsprechenden Nasenaufsatz ist es möglich, dass bereits Säuglinge nach Empfehlung des Arztes inhalieren.

Wichtig ist, dass immer nur eine Person mit einem Nasenaufsatz inhaliert, bevor dieser nicht desinfiziert wurde.
Leidet das Kind unter chronischen Bronchienerkrankungen kann der Kinderarzt eine Verordnung für ein Inhalationsgerät ausstellen.

Bei Kindern sollte auf die Zugabe von ätherischen Ölen verzichtet werden, da diese die Atemwege zusätzlich reizen können. Als Zugabe zum Wasser empfiehlt sich reines Kochsalz, welches in der Apotheke bereits als Lösung gekauft werden kann.

Die Inhalationszeit sollte zehn Minuten pro Durchgang nicht überschreiten. Wenn sich das Kind wehrt und die Inhalation als unangenehm empfindet, sollte der Vorgang unterbrochen werden. Ziel ist eine Linderung der Symptome, durch hektisches Atmen bei Angst und Unwohlsein kann diese aber nicht erreicht werden.

Wenn das Kind große Angst vorm inhalieren empfindet, kann eine Inhalation im Schlaf Abhilfe schaffen. Die Inhalationsmaske kann im Schlaf oft problemlos von den Eltern positioniert werden. Die Kinder atmen dann quasi im Schlaf die lindernden Aerosole ein und die Wirkung kann sich optimal entfalten. Moderne Geräte verfügen über einen leisen Kompressor, so dass der Schlaf kaum gestört wird.

Es ist äußerst wichtig, dass auch im Schlaf die Inhalationsdauer von zehn Minuten nicht überschritten wird.

Bildernachweis:
Titelbild – Kind inhaliert Urheber: bialasiewicz / 123RF Standard-Bild
Kochtopf Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Apotheke Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
ruhig schlafendes Kind Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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