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Pflanzen im Schlafzimmer – schädlich oder nicht?

Grünpflanzen sind und bleiben in Wohn- und Büroräumen ein immer gern gesehenes Stück Natur. Oftmals werden sie zur Verbesserung des Raumklimas und vor allem für Dekorationszwecke aufgestellt. Das trifft gerade bei den Garten- und Naturfreunden zu, die sich tagsüber häufig in geschlossenen Räumen oder Gebäuden aufhalten. Hier wird sich für ein besseres Wohlbefinden die Natur ins Haus geholt. Ob im Büro, Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Hausflur – überall finden die Pflanzen ihren Einsatz. Aber gilt das auch für das Schlafzimmer? Sind sie gesund oder eher schädlich?

Pro: Grünpflanzen verbessern das Raumklima

Grundsätzlich sind Zimmerpflanzen im Schlafzimmer umstritten. Viele Pflanzenexperten vertreten die die Meinung, sich keine Grünpflanzen in das Schlafzimmer zu stellen. Aber ist das korrekt? Es gibt einige Pro- und Kontra Argumente zu diesem Thema. Die Wissenschaft belegt in ihren Studien, dass Grünpflanzen definitiv zur Verbesserung eines Raumklimas beitragen. Menschen verbringen im Durchschnitt knapp zwanzig Stunden pro Tag in Innenräumen. Einige Studien der NASA-Forschung haben bewiesen, dass Pflanzen in Räumlichkeiten schädliche und giftige Substanzen aus der Luft filtern und reinigen können. Über ihre Blätter nehmen die Pflanzen diese Gase auf und verarbeiten sie entsprechend.

Ebenso haben die Zimmerpflanzen die Fähigkeit, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Bei 3 bis 5 großen Zimmerpflanzen erreicht die Luftfeuchtigkeit in einem geschlossenen Raum von dreißig bis vierzig Quadratmetern über 45 Prozent. Positive Auswirkungen hat manchmal auch nur der Blick auf eine Pflanze. Die Aura einer Pflanze kann zu einem positiven Gemüt bei Menschen führen. Gerade in persönlichen, schwierigen Lebensphasen, Krankheiten oder anderen Sorgen, hilft die Farbe „Grün“ und mindert die Stresssituation in vielen Fällen.

Bild Zimmerpflanze

Pflanzen im Schlafzimmer – Ist das wirklich gesund?

Obwohl Zimmerpflanzen einen gewissen Teil des Sauerstoffs verbrauchen, haben sie im Gegensatz dazu auch nützliche Vorzüge. Zunächst ist es die Optik der Pflanze, die einen Raum ein Stück natürliches Aussehen vermittelt und somit jeden Ort zu einer Wohlfühloase macht. Aber nicht nur Äußerliche macht die Pflanzen so begehrt. Sie haben auch sogenannte „innere Werte“.
INFO: Pflanzen regulieren die Feuchtigkeit und filtern ungesunde Schadstoffe.
Das führt zur deutlichen Verbesserung der Luftqualität. Aber es gibt auch Pflanzen, die besonders zu empfehlen sind. Einige Arten fördern einen besseren Schlaf, in dem sie nachts Sauerstoff abgeben

Die Nachteile von Pflanzen im Schafzimmer

Grundsätzlich überwiegen die positiven Eigenschaften von Zimmerpflanzen. Unabhängig von den anderen Räumen können Pflanzen im Schlafzimmer auch weniger gute Auswirkungen auf den Mensch und sein Schlaf ausüben. Einer dieser Aspekte ist der Sauerstoffverbrauch von den Grünpflanzen. Den Tag über produzieren Pflanzen unter Einfluss von Licht den Sauerstoff. In der Nacht ohne Tageslicht dreht sich der Prozess um und die Pflanzen verbrauchen Sauerstoff. Allerdings ist bei der Pflanze der Sauerstoffbedarf so gering, dass der Verbrauch von Sauerstoff nur geringfügig etwas ausmacht.

Kritischer ist es jedoch, wenn in einem sehr kleinen Zimmer oder Raum eine hohe Anzahl von Pflanzen stehen und zeitgleich beim Schlafen kein Fenster geöffnet und nur unzureichend gelüftet wird. Hierbei handelt es sich um eine Photosynthese. Fällt Licht auf das Blattgrün (Chlorophyll), beginnt in der Pflanze ein biologischer Prozess. Die Pflanze im Schlafzimmer nimmt aus der Luft Kohlendioxid auf und gibt als „Abfallprodukt“ den Sauerstoff wieder ab. Die Photosynthese geschieht tagsüber, so dass die Pflanze hierfür unbedingt Licht benötigt. Nachts stellt sie Pflanze die Photosynthese wieder ein. Dennoch bleibt die Pflanze weiterhin aktiv. Denn während der Mensch schläft, nimmt die Pflanze weiterhin Sauerstoff auf.

ACHTUNG: Da die Photosynthese im Dunkeln jedoch nicht mehr funktioniert, gibt sie statt Sauerstoff nur das Kohlendioxid ab.

Das Ergebnis ist ein schlechter Luftaustausch. Von daher stellen sich viele Pflanzenfreunde keine Grüngewächse neben das Bett. Ein weiterer sehr wichtiger Faktor ist der von Zimmerpflanzen ausgehende Geruch. Denn nicht nur die feuchte oder nasse Erde, sondern auch die Pflanzen an sich können zu einem schlechteren Schlaf führen. Das betrifft vor allem Zimmerpflanzen, die durch ihre Blüten ätherische Öle ausscheiden. Obwohl der Mensch sie kaum wahrnimmt, können diese den Schlaf erheblich negativ beeinflussen.

  • Geringer Sauerstoffverbrauch – bei ungelüfteten Räumen mit geschlossenem Fenster
  • Gerüche der Pflanzen – negativer Einfluss auf den Schlaf

Bild Fensterbank mit Pflanzen

Grüne Pflanzen im Schlafzimmer – darauf ist zu achten

Grundsätzlich können Zimmerpflanzen in das Schlafzimmer gestellt werden, wenn einige Dinge dabei beachtet werden. Für ein gesundes Raumklima und angenehmes Wohlbefinden ist es wichtig, die richtige Auswahl von Pflanzen für das Schlafzimmer zu finden. Dabei ist auch wichtig, die Ansprüche der Pflanze bezüglich Temperatur, Licht, pH-Wert und Wasserbedarf zu beachten.

Hier nochmal einige wichtige Tipps, wenn Pflanzen im Schlafzimmer stehen:
  • Täglich regelmäßig lüften – am besten am Morgen und Abend je 10 Minuten
  • Immer darauf achten, dass die Temperatur im Schlafzimmer bei knapp achtzehn Grad eingestellt ist
  • Die Pflanze benötigt am Tag viel Licht, um Sauerstoff produzieren zu können

Bild Orchidee

Empfohlene Zimmerpflanzen

Einige Pflanzen eignen sich wiederum besonders gut als Luftreiniger. Das betrifft das Efeu, die Grünlilie und den Drachenbaum. Zum Beispiel schafft es die Grünlilie den Formaldehydgehalt eines Raumes innerhalb von einem ganzen Tag um knapp 85 Prozent zu reduzieren. Dabei gehört Formaldehyd zu einer Spezies von schädlichen Chemikalien, die häufig innerhalb von geschlossenen Zimmern in der Luft vorzufinden sind.

INFO: Diese Stoffe können unter anderem durch Zigarettenrauch, Insektizide, Teppichböden, Klebstoffe und behandelten Möbeln auftreten.
Auch andere Pflanzen, wie zum Beispiel Orchideen, Bogenhanf, Aloe Vera oder Bromelien können auch in der Nacht Kohlendioxid aufnehmen und für frischen Sauerstoff sorgen. Allergiker, die auch bei „Heuschnupfen“ besonders empfindlich reagieren, sollten sich bei der Auswahl von bestimmten Zimmerpflanzen vorher genau informieren, da es sonst zu unangenehmen Reaktionen führen kann.

Fazit

Die große Befürchtung, dass Pflanzen im Schlafzimmer den ganzen Sauerstoff entziehen, ist zunächst naheliegend. Es wäre sicherlich auch nicht gut, denn gerade schlechte Luft sorgt für unruhige und schlaflose Nächte. Es kommt jedoch immer auf die Pflanzenart an. Machen Zimmerpflanzen wie zum Beispiel Palmen, Kakteen oder Efeuranken entziehen den Sauerstoff in der Nacht nur so gering, dass es kaum spürbar ist. Dennoch sollte man sein Schlafzimmer nicht in einen Dschungel verwandeln. Oftmals reicht es nur vereinzelte Pflanzen in das Schlafzimmer zu stellen, die auch weiterhin für gute und frische Luft in der Nacht sorgen. Mit etwas dekorativem Geschick können auch wenige Pflanzen ein Zimmer natürlich grün erscheinen lassen. Frei nach der Weisheit: „Weniger ist mehr“.

Bildernachweis:
Titelbild – Schlafzimmer mit Pflanzen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Zimmerpflanze Urheber: rilueda / 123RF Standard-Bild
Fensterbank mit Pflanzen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Orchidee Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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