Harzflecken entfernen – Tipps & Tricks

Bild Harz

Die Sonne scheint, die Stimmung ist ausgelassen und nach einem rundum gelungenen Tag kommen die Kinder vom Spielen im Wald zurück. Spätestens beim Inspizieren der Wäscheberge vor der Waschmaschine sinkt zumindest die Laune der Mutter wieder auf den Nullpunkt. Harzflecken auf Hosen, Shirts und Jacken, wie soll das wieder rausgehen… Ein ähnliches Problem kennen übrigens auch viele Handballspieler: dort wird Kunst- aber auch Naturharz verwendet, um den Ball besser fangen und werfen zu können und damit das Spiel schneller zu machen. Da bleibt es nicht aus, dass das Harz sich überall auf der Kleidung verteilt.

Harz ist eine sehr klebrige, zähe, gelbliche Flüssigkeit, die von Bäumen abgesondert wird, um Verletzungen an Ästen oder am Baumstamm zu schließen. Wer schon einmal Harz an den Händen hatte, weiß, dass es nicht reicht, seine Hände nur kurz unter den Wasserhahn zu halten um sie zu säubern. Hier hilft, die Hände mit Fett wie Butter, Margarine oder Öl einzureiben und sie dann mit lauwarmem Wasser und Seife abzuwaschen.

Wie aber entfernt man Harzflecken aus Kleidung?

Harzflecken gehören zu den hartnäckigsten Flecken und lassen sich nur mit viel Geduld entfernen. Dazu gibt es verschiedene Lösungsansätze. Vorab sei gesagt, dass man immer zuerst an einer verdeckten Stelle testen sollte, ob das Material oder die Farben unter der Behandlung leiden!

Mit diesen Tricks und Tipps kann man Harzflecken bekämpfen:

Bild Eis

Das Problem auf Eis legen:

Packt man das verharzte Kleidungsstück in eine Plastiktüte und legt es für eine Stunde in die Gefriertruhe, so kann man das erstarrte Harz nachher vorsichtig abkratzen. Aber Achtung: wenn man zu langsam arbeitet und das Harz wieder taut, reibt man es noch mehr in das Kleidungsstück hinein.

Auch Hitze kann gegen Harzflecken helfen:

Dazu heizt man ein Bügeleisen auf mittlere Temperatur vor. Dann legt man – je nach Größe des Flecks – ein oder mehrere Löschblätter übereinander auf die Verschmutzung und drückt das Bügeleisen fest auf. Das Harz verflüssigt sich und wird aufgesogen. Gegebenenfalls muss man die Prozedur wiederholen.

Bild Butter

Gegen Harz mit Fett vorgehen:

Was bei den Händen hilft, kann ja bei der Kleidung nicht schaden… Es funktioniert sogar recht gut! Harzflecken mit Fetten wie Margarine, Butter oder Speiseöl einreiben und kurze Zeit einwirken lassen. Vorsichtig mit einem Küchentuch abtupfen, um zu sehen, ob das Harz sich aufgelöst hat. Was allerdings bleibt, ist ein Fettfleck! Man sollte die Kleidung also nach der Behandlung sofort waschen und vorher mit Vorwaschspray oder Gallseife behandeln.

Babycreme gegen Harzflecken:

Eine fetthaltige Babycreme pflegt nicht nur den Babypopo, sondern funktioniert ähnlich gegen Harzflecken wie Butter und Öl: einreiben, abwarten und schließlich das Kleidungsstück direkt waschen.

Hochprozentiges auf die Kleidung:

Dabei sollte man Alkohol, Spiritus oder spezielles Waschbenzin nicht direkt auf die Kleidung kippen, sondern die Harzflecken mit einem darin getränkten Tuch so lange betupfen, bis sie verschwunden sind. Dabei unbedingt vorher an einer unauffälligen Stelle testen – sonst ist der Fleck weg, die Farbe aber auch!

Hilfe aus dem Fachhandel:

Wer doch nicht selber experimentieren möchte, dem stehen im Drogeriemarkt diverse “Fleckenteufel” zur Auswahl. Wem auch das zu riskant ist – vielleicht handelt es sich bei dem verschmutzen Kleidungsstück um ein ganz besonderes Exemplar, z. B. ein Kommunionkleid – der gibt sein Problemstück am besten in die Reinigung seines Vertrauens.

Egal, welche der Methoden man angewandt hat: in jedem Fall sollte man das Kleidungsstück aus hygienischen Gründen nach der Behandlung in der Maschine waschen.

Nun gibt es ja nicht nur die lieben Kinder, die Handballer oder uns selbst, die Harzflecken an ungeliebten Stellen hinterlassen, sondern auch unsere besten Feunde, die Tiere. Bello und Mautzi interessiert es leider reichlich wenig, was sie von ihrem Fell auf unsere Sitzgarnitur übertragen, wenn sie vom toben reinkommen. Und schon befindet sich ein unansehnlicher Harzfleck auf dem Sofa.
Dieses passt allerdings nicht in den Gefrierschrank, also fällt Tipp eins weg. Zum Thema Einfrieren gibt es aber noch einen ganz simplen Trick – man kann die Harzflecken mit Vereisungsspray soweit einsprühen, bis sie wirklich “gefroren” sind und dann das Harz vorsichtig entfernen. Fette aller Art sollte man auf Sitzmöbeln vermeiden, denn wie erwähnt lösen sie zwar das Harz, hinterlassen aber Fettflecken. In die Waschmaschine passt das Sofa beim besten Willen nicht. Hier ist Waschbenzin eine gute Lösung, aber wie bei der Kleidung gilt: erst einmal an einer unauffälligen Stelle testen!

Leider lässt sich auch folgendes Szenario nicht immer vermeiden: man parkt sein Auto unter einem Baum und entdeckt bei der Rückkehr Harzflecken auf dem Autolack. Sehr ärgerlich, denn Harz ist nicht wasserlöslich, lässt sich also nicht einfach in der Waschstraße abwaschen. Und dennoch gilt: je eher man die Harzflecken behandelt, desto einfacher lassen sie sich entfernen. Zu stark scheuern oder gar mit dem Messer nachhelfen sollte man dem Lack zu Liebe unterlassen. Stattdessen hat sich spezielle Reinigungsknete für Autos bewährt, mit der man schonend Lack und Scheiben von Harz befreien kann.

Bildnachweis:
Harz CC0 Public Domain-Pixabay.com
Urheber: maridav / 123RF Lizenzfreie Bilder
Butter CC0 Public Domain-Pixabay.com
Harz CC0 Public Domain-Pixabay.com

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