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Zecken beim Hund – was tun?

Damit unsere vierbeinigen Freunde nicht hilflos der jährlich wiederkehrenden Zeckenplage ausgeliefert sind, gibt es hilfreiche Tipps zum Umgang mit den blutsaugenden Parasiten. In diesem Beitrag geht es um vorbeugende Maßnahmen gegen die Plagegeister und das Entfernen einer bereits festgebissenen Zecke.

Zecken können Krankheiten übertragen

Von Frühlingsanfang bis Ende Herbst finden Zecken das bevorzugte feuchte und warme Klima vor. In dieser Zeit haben Zecken Hochsaison, aber auch in den Wintermonaten sind die kleinen Blutsauger nicht völlig verschwunden, daher gibt es keine Gewährleistung, dass der Hund in diesen Monaten vor einem Zeckenbiss geschützt ist.

Es gibt weltweit in etwa 850 Zeckenarten, davon sind etwa 19 Arten in Deutschland heimisch. In diesen Breiten sei der Gemeine Holzbock, die Braune Hundezecke und die Auwaldzecke zu erwähnen, wobei andere Zeckenarten auf dem Vormarsch sind. Zur Gattung der Buntzecken gehört die Auwaldzecke, die der Übertrager von Babesiose sein kann. Die Krankheit wird, durch den Biss der infizierten Zecke übertragen und kann für den Hund gefährlich werden.

Die Babesiose wird häufig auch “Hundemalaria” genannt, da die roten Blutkörperchen durch Einzeller befallen und zerstört werden, wie es ähnlich bei der Malaria beim Menschen verläuft. Die Braune Hundezecke befällt vorwiegend Hunde und mag besonders warmes Wetter. Dieser blutsaugende Parasit überträgt Babesiose und Ehrlichiose. Weiter stellt der Gemeine Holzbock, der zu den Schildzecken gehört, eine Gefahr für die Gesundheit des Hundes dar. Diese Zeckenart kann die Frühsommer-Meningoenzephalitis und die Lyme-Borreliose übertragen.

Auf Borreliose können folgende Symptome und weitere hinweisen:
  • entzündete Augen
  • Fieberschübe
  • neurologische Symptomeallgemeine Lethargie
  • Lymphknotenschwellungen

Die Borrelien werden ca. 24 Stunden nach dem Biss der infizierten Zecke übertragen.

Vorbeugende Maßnahmen ergreifen

Im Vorfeld können verschiedene Mittel gegen Zecken den Befall abwehren. Hierzu zeigen sich Spot-on’s beliebt, da diese einfach zwischen die Schulterblätter des Hundes zu tropfen sind. Ebendort kommt der Hund nicht besonders gut dran, sodass das Mittel nicht direkt abgeleckt werden kann. Von den Schulterblättern aus verteilt sich die Tinktur über die Haut des Hundes und verhindert einen Zeckenbiss. Eine absolute Garantie zur Abwehr kann allerdings auch hier nicht gegeben werden.

Zur Abschreckung von Zecken können entsprechende Badelösungen eine weitere Möglichkeit darstellen. Mit Zeckenhalsbändern und Zeckenspray lassen sich die lästigen Parasiten in Schach halten. Der Schutz der Präparate wirkt nur über einen gewissen Zeitraum, somit sollten diese stets aufgefrischt werden. Bei feuchter Witterung kann sich die Wirkungsdauer verkürzen.

Halsband gegen Zecken

Es gibt spezielle Halsbänder gegen Zecken

Das Fell nach dem Spaziergang untersuchen

Was Mensch und Hund verbindet, ist ein ausgiebiger Spaziergang im Freien. Nach einem Gang, durch Wald und Wiesen sollte das Fell des Vierbeiners auf Zecken inspiziert werden. In hohem Gras und im Unterholz halten sich die Zecken mit Vorliebe auf und lauern dort auf den nächsten Wirt. Zecken verfügen über ein sensibles Riechorgan und wittern potenzielle Opfer schon von Weitem.

Es gilt ein gründliches Vorgehen, da die Zecken leicht zu übersehen sind. Mithilfe eines Flohkamms können die Parasiten abgesammelt werden. Wichtig ist nicht nach dem ersten Fund einer Zecke aufzuhören, denn es kann durchaus sein, dass der Hund von mehreren Zecken befallen wurde. Steht ein Urlaub vor der Tür sollte der Hundebesitzer Vorbereitungen treffen. Die Verbreitung von Infektionskrankheiten durch einen Zeckenbiss kann von Gebiet zu Gebiet variieren, sodass entsprechende Erkundigungen über das Urlaubsgebiet eingeholt werden sollten.

Zecken mit Pinzette entfernen

Zecken lassen sich mit einer Pinzette leicht entfernen

Bei Zeckenbiss reagieren

Zecken bevorzugen dünne Hautpartien, da sie sich hier besser festsetzen können. Mit scherenartigen Beißwerkzeugen schlitzt die Zecke die Hautpartie auf und sondert ein Sekret ab, das die Wunde betäubt. So bleibt der Biss der winzigen Milbentiere häufig unbemerkt. Hat sich die Zecke festgebissen, sollte diese schnell entfernt werden. Die Chance, dass sich die Krankheitserreger einer infizierten Zecke übertragen können, ist geringer, wenn diese schnellst möglich entfernt wird. Wobei sich die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis sofort mit dem Zeckenbiss übertragen.

Unter Zuhilfenahme von Pinzette oder Zeckenzange können bereits festgesogene Zecken abgezogen werden. Das Hilfsmittel sollte dicht an der Haut des Hundes und dem Kopf des Parasiten angesetzt werden, um die Zecke vollständig entfernen zu können. Entzündungen können entstehen, falls der Kopf der Zecke in der Haut des Hundes verbleibt. Sollte der Kopf in der Haut stecken bleiben, stößt der Körper des Hundes diesen nach einigen Tagen ab. Damit keine Krankheitserreger in den Blutkreislauf des Hundes gelangen, sollte darauf geachtet werden, dass der Körper der Zecke beim Rausziehen nicht gequetscht wird. Neben den Infektionskrankheiten können Zeckenbisse zu Entzündungen der Haut und Allergien führen.

Handlungsempfehlung:

Generell gilt, die festgesogene Zecke so rasch wie möglich zu entfernen. Nicht jeder Hund lässt sich das Entfernen der Zecke ohne zu zappeln gefallen. Ein zweites Paar helfende Hände können den Körper des Hundes festhalten, während die Zecke unter Verwendung eines der Hilfsmittels entfernt wird. Wichtig ist, dass die Zecke nicht verletzt wird.

Das kleine Milbentier sollte kontrolliert und gerade aus der Haut gezogen werden. Wenn das Rausziehen nicht beim ersten Versuch gelingt, nicht verzweifeln. Es kann durchaus sein, dass mehrere Versuche von Nöten sind, die saugende Zecke zu entfernen.

Das tägliche Absuchen des Hundes nach Zecken ist die sicherste Möglichkeit, um die Zecke frühzeitig zu erkennen und somit entfernen zu können. Die Infektion durch einen Zeckenbiss bringt Symptome mit sich, die warnen. Bei Erkennung dieser Alarmzeichen sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Die Inhalte dieses Ratgebers können einen Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen.

Bilder: Pixabay.com/de

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