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Übersäuerung: Das Hilft Deinem Körper bei einer Übersäuerung

Wer wird denn da gleich sauer sein? Sprichwörtlich wird das Adjektiv “sauer” oder “stocksauer” im Deutschen mit einem gestressten oder verärgerten Zustand assoziiert und da hat der Volksmund gar nicht einmal so unrecht. Wer ein saures Milieu im Körper hat, nimmt unnötiges Gewicht zu und kann verschiedenste Krankheiten wie Depressionen auslösen. Doch woher weiß man, ob man selbst an Übersäuerung leidet und was sind die Folgen?

Ursache

Viele Faktoren, darunter auch das geistige Befinden, die Ernährung und unser Allgemeinbefinden machen sich in unseren Körpern durch den PH Wert bemerkbar. Den PH Wert kann man sehr einfach ermitteln, indem sich in der Apotheke PH Teststreifen kauft, welche nicht mehr als ein paar Euro kosten. Der PH Wert wird idealerweise vom Morgenurin gemessen indem man den Teststreifen in den Urinstrahl hält, was jedoch auch genau auf der Packung beschrieben wird. Zeigt der Test ein saures Ergebnis an, leidet der Körper an Übersäuerung.

Dabei ist die Übersäuerung hauptsächlich in der Wiege der eigenen Gesundheit, dem Darm spürbar. Der Darm ist nämlich nicht nur für die Verdauung der oft voll von schädlichen Stoffen wie Zucker oder übermäßig fettige, industriell hergestellte und mit Konservierungs- und Geschmacksstoffen vollgepumpten Lebensmittel verantwortlich. Der Darm steuert auch unseren Säure-Basen Haushalt. Wenn dieser aus dem Gleichgewicht gerät, reagiert der Körper mit Übersäuerung.

Basisch ist der Zustand, welcher ideal für unsere Gesundheit wäre, denn in einem basischen Milieu können sich die guten Darmbakterien optimal entwickeln und somit die Abwehr stärken und den Hormonhaushalt optimal regeln. Der Hormonhaushalt ist, wie man seit Jahren weiß, eines der Hauptauslöser für Depressionen oder depressive Verstimmungen. Doch das ist nicht alles. Auch die Fettverbrennung funktioniert vor allem dann optimal, wenn der Körper basisch ist, sprich sich nicht im Zustand der Übersäuerung befindet. Wer daher entweder an einer Krankheit leidet, depressiv ist oder mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat oder aber seit langer Zeit verzweifelt versucht Gewicht zu verlieren, sollte einen Blick auf den Darm werfen und testen ob nicht eine Übersäuerung im Körper vorliegt.

Saure und basische Lebensmittel

Was in der chinesischen Medizin schon seit Jahrtausenden bekannt ist, wird auch bei uns in Europa immer bedeutsamer. Übersäuerung ist ein Zustand, welcher unserem Körper und unserem gesunden Lebensmut in vielfacher Weise schaden kann. Doch woher kommt dieser Zustand und wie kann man ihn bekämpfen? In erster Linie hat die Übersäuerung im Darm und somit ein Säure-Basen Haushalt der aus der Balance geraten ist, mit der Ernährung zu tun.

Man kann jedes Lebensmittel entweder in die Kategorie basisch oder die Kategorie sauer einteilen. Das bedeutet nicht, dass der Geschmack dieser Speisen damit in Verbindung steht, so sind zum Beispiel Zitronen oder andere Zitrusfrüchte im basischen Segment angesiedelt. Es heißt, dass diese Lebensmittel eher einen basischen Zustand, als einen sauren Zustand im Körper bilden. Basisch ist so ziemlich alles was aus unserer Erde kommt: Gemüse, Salate, Obst, Linsen, Bohnen, Pilze, Nüsse oder Lupinen, aus dem Eiweiß oder Lupinenmehl hergestellt werden kann. Sauer und somit Ursache für Übersäuerung sind zuckerhaltige Lebensmittel, Weißmehlprodukte, glutenhaltige Lebensmittel, Eier aus konventioneller Haltung, sowie Fleisch aus Massenviehhaltung, Fisch und Meeresfrüchte aus konventioneller Aquakultur, Milchprodukte, auch Proteinshakes, viele industriell hergestellte Speisen und Getränke, Soda, Alkohol, Kaffee und sogar Sojaprodukte.

Doch allerdings ist sauer nicht gleich sauer! Es gibt auch die Kategorie der sogenannten guten Säurebildner, wobei Speisen und Getränke gemeint sind, welche zwar Säure bilden, jedoch ansonsten viele Gesundheitsvorteile mit sich bringen. In dieser Kategorie findet man Vollkornprodukte, Hafer und Haferflocken, Hirse, reines Kakaopulver, Mais, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, tierische Produkte wie Eier, Fleisch, Milchprodukte und Fisch aus biologischer Landwirtschaft oder ökologischem Fang und nur in bestimmten, überschaubaren Mengen und Tofu, ebenfalls aus dem Biosortiment. Die Grundregel, um den Körper von Innen heraus langsam zu entsäuern und somit der Übersäuerung entgegen zu wirken ist einfach, wenn auch für viele Menschen schwer umsetzbar, denn es gilt: Die Ernährung sollte zu 70 bis 80% aus basischen und nur 20 bis 30% säurebildenden Lebensmitteln bestehen.

Deshalb gilt: Wer eine klassische, westliche Küche bevorzugt, meist weil man diese von Kindesbeinen an gewohnt ist, leidet höchstwahrscheinlich an Übersäuerung! Das ist auch oft der Grund, warum Asiaten meist gesünder sind, als die Bewohner der westlichen Welt. Basenpulver oder Tabletten sind hauptsächlich ohne Rezept in der Apotheke oder im Fachgeschäft erhältlich und unterstützen zusätzlich. Man sollte auch mehrmals im Jahr eine Entgiftungskur machen, welche entweder aus einer strikt gesunden, fast veganen Ernährung, Fasten oder Saftfasten besteht und den Körper ebenfalls entsäuert oder zumindest auf die Entsäuerung vorbereitet. Viel Kräutertee und Mineralwasser oder heißes Wasser mit dem Saft aus Bio Zitronen helfen, Hunger und Gelüste wie Heißhunger auf Süßes oder Fettiges zu stillen.

Folgen und Behandlung

Doch wie schon erwähnt spielt nicht nur die Ernährung eine große Rolle! Auch Einflussfaktoren wie ein gestresster Gemütszustand, wenig Schlaf und Zeit den Körper ruhen zu lassen, Rauchen und der Konsum von Medikamenten oder anderen chemischen Mitteln führen zu hoher Reizbarkeit, Depressionen, Schlaflosigkeit, Verspannungen, Kummer, Stimmungsschwankungen, jegliche Art von Krankheiten im Körper und der Seele. Gerade in der heutigen stressigen Zeit, wo jeder nur von Termin zu Termin hetzt, ständig und überall erreichbar ist und viel Verantwortung auf den Schultern des Einzelnen lastet, bringt eine Gesellschaft hervor, die hauptsächlich an Übersäuerung leidet.

Die Schulmedizin bekämpft dann meist nur die Symptome der Übersäuerung, sprich die Krankheiten, welche daraus entstehen. Die Ursache dafür, nämlich die Übersäuerung im Darm, wird meist nicht einmal in Betracht gezogen oder sogar als naturheilkundlicher Humbug abgetan. Meist ist der Besuch beim Heilpraktiker keine schlechte Idee, wenn man die Vermutung hat oder weiß, dass man übersäuert ist. Denn nicht nur die Ernährung und eine gelassenere Lebensweise kann bei Übersäuerung helfen und dieser entgegenwirken.

Fazit

Man muss natürlich nicht rundum basisch speisen, damit bei Übersäuerung effektiv geholfen wird. Natürlich ist die Ernährung ein großer und wichtiger Aspekt, jedoch gibt es auch andere Methoden, den Säure-Basen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So haben sich mehrere Firmen wie zum Beispiel “Basica” auf die Herstellung basischer Produkte spezialisiert. Denn unser größtes Organ im Körper, die Haut, spielt bei Übersäuerung auch eine entscheidende Rolle.

Basenpulver ist als Zugabe zum Vollbad einfach anzuwenden und kann mit natürlichen, ätherischen Ölen wie Lavendel zum wahren Entspannungsbad werden. Auch basische Wickel für die Waden sind erhältlich und können am besten mit einem Partner angewendet werden. Dazu werden die Binden um die Waden gewickelt, der Körper zugedeckt und entspannt. Zum Ende ist zu erwähnen, dass es nicht nur sehr wichtig ist sich achtsam und behutsam zu ernähren. Allgemein sollte man besser auf den eigenen Körper hören, denn dieser gibt uns sehr oft Zeichen was er braucht, doch leider haben wir oft verlernt, auf die Zeichen und kleinen Hinweise wahr- und ernst zunehmen.

Bildernachweis:
Titelbild – Image by rawpixel / Pixabay

Zitrone + Schokolade Image by Jerzy Górecki / Pixabay

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